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Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam

Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam
Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam
© C.Sauerborn-Meiwes

Ähnlich dem Adventskalender per mail vesende ich von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam Impulse per mail. Nicht täglich, aber zweimal die Woche. Wer die Impulse per mail erhalten möchte, melde sich bitte bei mir per mail.

Cornelia Sauerborn-Meiwes

© pixabay
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Wir alle kennen den Geruch von frischem Brot! Egal, ob man eine Bäckerei betritt oder die Nase in eine Brötchentüte steckt: Es ist einfach ein ganz besonderer Duft!

Er macht Appetit auf das Brötchen, das Brot in all‘ seiner Vielfalt: sei es ein Weizen- oder Vollkornbrot, ein Roggen- oder Sesambrötchen. Ein frisches Brot kann man schwer links liegen lassen, es riecht einfach nach MEHR!! 

Und wer kennt nicht die Aussagen: „Mit Brot spielt man nicht!“ – „Brot wirft man nicht einfach weg.“?Brot war und ist noch immer gerade in Notzeiten das Grundnahrungsmittel. Auch wenn es schon Schimmel zeigte, wurde es in der Kriegszeit gegessen, wie mir meine Schwiegermutter erzählte.

Heute an Fronleichnam nun feiern wir Jesus Christus als unsere Mitte in der Gestalt des Brotes! Im Normalfall halten wir als Katholiken unsere Gottesdienste an diesem Tag draußen in der Natur oder auf öffentlichen Plätzen. Und tragen den Leib Jesu in der Gestalt des Brotes – der Hostie in einem Schaugefäß – der Monstranz durch Felder und Straßen. So wollen wir aufmerksam machen auf die Mitte unseres Glaubens, auf Jesus Christus eben, dessen Botschaft uns Auftrag und Ziel zugleich ist.

Am Abend vor seinem Tod feierte Jesus inmitten seiner Jünger das letzte Abendmahl. Verbunden mit dem Auftrag, dieses Liebes – und Dankesmahl immer und immer wieder zu feiern: das Brot zu segnen, zu brechen und mit den Vielen zu teilen.

Dieses Mahl zu feiern also ist für uns zum Zeichen geworden für die Welt:

Jesus selbst teilt sich aus, und verströmt Lebendigkeit, verschenkt seine Liebe, gibt für uns sein Leben.

In einem Lied heisst es: „Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein! Der eine lebt vom andern, für sich kann keiner sein.“ Haben wir das aber verstanden, können wir gar nicht anders als von Gottes Botschaft der Liebe zu erzählen und Zeugnis zu geben von Jesu Wort und Tat. Und das mit einer Freude und Begeisterung, dass man uns als Christen und Christinnen gut aushalten kann, gut leiden mag oder wie man auch sagt: gut RIECHEN kann. Und nach dem MEHR fragt.

Nachdem Jesus Christus in den Himmel aufgefahren war, die Jünger scheinbar für sich gelassen hatte, kam der Heilige Geist als Beistand im Zeichen von Feuerzungen auf sie hernieder. Fortan waren sie Feuer und Flamme für die Sache Jesu. Sie waren so überzeugend, dass sich noch am gleichen Tag Tausende von Menschen von ihnen taufen ließen. Mit dem Fronleichnamsfest heute nun machen wir deutlich, was Jesus schon an Gründonnerstag, am Abend vor seinem Tod, uns Menschen auftrug: Tragt die Frohbotschaft in alle Welt. Lasst euch blicken, versteckt euch nicht. Haltet miteinander Mahl und erzählt weiter, was euch trägt.

Und wenn ich nochmal an die Brötchentüte erinnern darf: Das Angebot ist groß, es sollte für jede und jeden etwas dabei sein. Die Grundsubstanz aber ist immer die Gleiche, der Glaube an unseren dreifaltigen Gott: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist! Der aber ist die LIEBE.

Liebe Gemeindemitglieder, Freunde, Bekannte und Verwandte in nah und fern:

Meine mails und podcasts waren überschrieben  mit dem Titel „Von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam“. Nun ist es nach sieben Botschaften an der Zeit tschüss zu sagen. Ich danke Ihnen und euch allen fürs Lesen und Zuhören. Mir hat es sehr viel Freude gemacht, ein neues Medium ausprobiert zu haben. Den Rückmeldungen zufolge aber auch Einigen von Ihnen J. Vielen lieben Dank auch dafür!

Wenn Sie neugierig sind auf neue Formate in unserer Pfarrei, dann schauen Sie gerne auf unserer Homepage vorbei.

Eine Möglichkeit - wenn schon nicht an Fronleichnam - hinauszugehen, ist ganz bald unsere Pilgertour im Kleinen. Vielleicht haben ja Sie Lust (mit) zu gehen? Dann schauen Sie sich doch bitte dieser Tage auf unserer Homepage die Kachel zur Pilgertour an.

Es grüßt Sie und wünscht Ihnen Gottes guten Segen

Ihre Conny Sauerborn-Meiwes

© pixabay
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Haben Sie schon mal ein vierblättriges Kleeblatt in der Natur gefunden?

Ich ehrlich gesagt noch nie! Und so erfreue ich mich jedes Jahr an Sylvester an den kleinen gezüchteten Kleeblatt-Pflänzchen -  allesamt vierblättrig – versehen mit einem der berühmten Glücksbringern. Mal ist es ein Schornsteinfeger, ein Hufeisen, ein Pilz oder gar ein Schweinchen.

Und das restliche Jahr über? Naja, da halte ich schon mal Ausschau nach dem Glücksklee, aber kann mich auch am ganz normalen Klee und seinen Blüten erfreuen. Hat das dreiblättrige Kleeblatt doch schon im 5. Jahrhundert Berühmtheit erlangt. St.Patrick, der Heilige von der Grünen Insel - Irland also, erklärte den Gläubigen nämlich mithilfe des dreiblättrigen Kleeblattes die Dreifaltigkeit.Im März feiern die Iren ihren Heiligen und immer mit dabei der shamrock - das irische Kleeblatt, das inoffizielle Nationalsymbol Irlands.

Heute feiern wir also die Dreifaltigkeit unseres Gottes: Ein nicht nur für Nichtchristen schwieriger Gedanke. Und nicht nur in früheren Jahrhunderten eine schwierig zu vermittelnde Glaubenslehre.

Umso genialer die Erklärung mithilfe eines einfachen Kleeblattes. Den Einfall dazu bekam Patrick evtl. zur Zeit seines Daseins als Schafhirte…..

Ich taufe dich, N.N., im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

So heißt es im Taufritus von uns Christen. Ein zutiefst ökumenisches Bekenntnis.

Wir glauben an einen Gott- nicht an drei Götter, wie wir so manches Mal missverstanden werden.Wir glauben vielmehr an einen Gott in drei Personen:

  • Gott Vater als dem Schöpfer, den Jesus seinen Vater nennt
  • Gott Sohn: Jesus, der unter uns Menschen kam und den Tod überwand
  • Gott Heiliger Geist als der Beistand, der Jesu Botschaft lebendig hält.

Und wie geht das nun zusammen?

Indem wir an Gott als die Liebe glauben, eine Liebe, die Gott Vater und Sohn in Verbindung hält, eine Liebe, die kraft des Heiligen Geistes wiederum alle drei Personen lebendig hält.

Eine Liebe aber, die auch uns Menschen geschenkt ist. Die uns in Bewegung hält und zugleich Auftrag ist. Darin aber bestärkt uns der Heilige Geist, der uns geschickt wurde. Er tröstet und befreit, er versöhnt und lässt uns alle Freiheit. Durch ihn erfahren wir Einheit und doch auch die Vielfalt.

Im zweiten Brief an die Korinther hören wir:

„Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2 Kor.3,17)

Mit jedem Betreten einer katholischen Kirche haben wir im Normalfall - außer in der Karwoche ab Gründonnerstag bis Ostersonnntag und halt in der jetzigen Corona-Zei - die Möglichkeit uns mit dem Weihwasser, das sich in der Nähe der Türen befindet, zu bekreuzigen. Dies in Erinnerung an unsere je eigene Taufe, die wir empfangen haben im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ein schönes Zeichen, wie ich finde. Es macht mir deutlich, wohin ich gehöre und zugleich schenkt es mir die Gewissheit von Freiheit, Geborgenheit und Liebe, wie sie größer nicht sein kann.

Also, ich kann mit dem dreiblättrigen Kleeblatt gut leben. Drei Herzblätter - Was braucht es mehr?

Es grüßt Sie Conny Sauerborn-Meiwes

© C.Sauerborn-Meiwes
© C.Sauerborn-Meiwes

 

Herzlich willkommen heute am Tag des Fahrrades!

Wir alle kennen das Rad, eine Erfindung aus dem vierten Jahrtausend vor Christus: Wir bewegen es, entweder weil wir gerne mit dem Fahrrad unterwegs sind, den Kinderwagen schieben oder aber beruflich und privat mit dem Auto unterwegs sind, um nur einige wenige Anwendungsgebiete des Rades - einer der tollsten Erfindungen der Menschheit - zu nennen.

Was aber macht ein Rad aus? 

Nun - ich denke, es kann uns einiges deutlich machen im Verhältnis von uns Menschen zu Jesus Christus und im Verhältnis von uns Menschen untereinander. Jesus selbst ist dabei unsere Mitte. Er trat in die Mitte der Jünger und Jüngerinnen- wie wir in den Evangelien der letzten Wochen immer wieder hören konnten.

Ohne die Mitte aber, die Achse, um die sich alles dreht, funktioniert kein Rad! Und genauso funktioniert - ohne Jesus Christus als unsere gemeinsame Mitte - auch unser Glaube nicht.

Jesus Christus ist es, der in die Mitte der JüngerInnen trat, sich ihnen offenbarte und sie zum Glauben bewegte an ihn selbst, den Sohn Gottes; an Gott Vater, den Schöpfer und an den Beistand - die heilige Geistkraft.

Jesus Christus ist es, der die JüngerInnen zum Handeln nach seinem Vorbild ermutigte.

Jesus Christus ist es, der die JüngerInnen aufforderte, die Frohe Botschaft von der Auferstehung Jesu in die Welt zu tragen.

Die JüngerInnen sollten sich nicht länger in ihren Häuser verstecken, sie sollten sich vielmehr aufmachen, unter die Leute gehen und ihren Glauben weitergeben. Die Kraft dazu aber spendete der Heilige Geist, dessen Fest wir gerade erst gefeiert haben.

So also, wie die Speichen von der Achse ausgehen und in einem Reifen zusammengefasst werden, zu einem gemeinsamen Ganzen, das in Bewegung bleibt, so sollten die JüngerInnen ausgehend von Jesus  - ihrer Mitte - hinaus in die Welt gehen und Gemeinschaften bilden, die ihrerseits in Bewegung bleiben. Ausgehend von unserer Mitte und unserem aller Halt in Jesus Christus, dem Auferstandenen, bilden wir Christinnen heute, eine Gemeinschaft.

Wir sind wie Speichen, die von der Mitte, der Achse, zusammengehalten werden.

So aber wie die Speichen durch den Reifen mit einander verbunden sind, so sind auch wir verbunden in der Gemeinschaft des Hörens der biblischen Botschaften und des Handelns, in der Gemeinschaft des Teilens von Brot und Wein, und ja - ganz besonders gerade zu Pfingsten in der ökumenischen Gemeinschaft.

Jesus Christus ist unser Friede, er selbst schenkt uns seinen Frieden. Er wünscht uns das Heil, die Zufriedenheit, den inneren Frieden, den ein Mensch benötigt, um mit sich selbst und seinen Mitmenschen im Reinen zu sein. Dass wir seinen Zuspruch immer wieder benötigen, zeigt uns der Alltag im Kleinen: In der Familie, im Beruf und Verein, in der Kirchengemeinde. Und der Alltag im Großen, wenn wir auf all die Konfliktherde und die Kriegsorte in der Welt schauen.

Frieden kommt nicht von alleine, er ist anstrengend und mühsam. Aber wir dürfen uns der Hilfe, der Nähe Jesu Christi sicher sein. Er ist und bleibt unsere Mitte, er schenkt uns seine Gemeinschaft und lädt uns immer wieder neu ein, diese Gemeinschaft zu pflegen. Im Lesungstext des heutigen Tages als auch auf unseren kleinen Hoffnungskerzen, die wir zu Christi Himmelfahrt in unseren Kirchen aufgestellt haben, heisst es im 2. Brief an Timotheus:

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.(2 Tim.1,7)

In dieser Gewissheit grüßt Sie,

Conny Sauerborn-Meiwes

© C.Sauerborn-Meiwes
© C.Sauerborn-Meiwes

 

Wer von uns hat nicht die vielen Löwenzahn-Pflanzen und die Pusteblumen in diesem  Frühjahr wieder bewundern können? Vielen von uns sind sie ein Dorn im Auge, wenn etwa das Nachbargrundstück voll mit Löwenzahn steht. Man weiß genau, was passieren wird: die schönen gelben Blüten verwandeln sich ganz schnell in noch schönere tolle Pusteblumen.

Kugeln voller kleiner Samen, die sich dann wie kleine Fallschirme über die Grundstücksgrenze hinweg auch im eigenen Garten breit machen und unweigerlich neue Löwenzähne wachsen lassen. Ist man nicht ständig hinterher, hat man schließlich eine wunderschöne Unkraut -, nein Wildkräuterwiese im Garten, auf dem Feld, dem Kirchengrundstück…

Übertragen wir doch einmal das Bild von den kleinen Fallschirmen der Löwenzahn-Pflanze auf die kleinen Samen, die von unserem christlichen Glauben ausgehen: Auch wir versuchen ja – egal, ob haupt- oder ehrenamtlich, ob in der Kirchengemeinde aktive Christin oder passiver Christ – unseren Glauben ins Spiel zu bringen: In Gesprächen, insbesondere aber in unserem je eigenen Alltag und durch unser Handeln und Tun. 

Wir Christen sollten die Kommunikation und Öffentlichkeit nicht scheuen – im Gegenteil. Lassen Sie uns unseren christlichen Glauben als wirkliches Geschenk Gottes begreifen. Ein Geschenk, das wir annehmen, auspacken und definitiv auch teilen dürfen. Ein Geschenk unseres Gottes, das wir nicht in einem Winkel unseres Menschseins verstecken müssen, sondern nach außen tragen dürfen. Damit eben ganz viele Menschen nach der Hoffnung fragen, die uns erfüllt. Schon im ersten Petrusbrief heisst es: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1Petr.3,15)

Feuer und Flamme sein – den Wind durch unsere Kirchen und Gemeinden wehen lassen, die Türen und Toren öffnen für neue Ideen und die Begeisterung spüren lassen. Das haben die Jünger und Jüngerinnen Jesu vor zwei tausend Jahren verstanden. Machen wir es ihnen heute nach!

Lassen wir die kleinen Samen reifen, fliegen und wirksam werden! Geben wir den kleinen Pflänzchen eine Zukunft in unseren Kirchen und Gemeinden! Gott selbst entscheidet, wie es kommen wird und was in weiteren Jahren sein wird. Wir aber sind dazu berufen, heute das uns jeweils mögliche zu tun, um den Glauben an Gott zu bezeugen und weiter zu tragen.

Halt so, wie es jeder und jedem von uns gegeben ist und Paulus schon an die Korinther schrieb:

„ Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.“ (1 Kor.12,3f)

Die Wiese voller blühender Pflanzen haben wir schon vor Augen….Nicht wahr?

Wunderschöne Pfingsttage wünscht Ihnen

Conny Sauerborn-Meiwes

© C.Sauerborn-Meiwes
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„Schau mir in die Augen, Kleines“ – wer kennt diesen Spruch nicht?

Mit diesen Worten prostet Humphrey Bogart im legendären Film Casablanca Ingrid Bergmann zu. Was man heute vielleicht als – naja plumpe -  Anmache verstehen würde, war damals ein Übersetzungsfehler eines englischen Trinkspruches, in dem es heißt: Ich schau dich an!

Und da ist ja was dran! Wenn wir mit Freunden, Bekannten, Nachbarn bei  einer Feier - sei es zuhause oder im Restaurant  - anstoßen, so wünschen wir dem jeweils anderen Gesundheit. Wir prosten uns zu und schauen uns im Idealfall dabei auch in die Augen. Schließlich möchte man doch wissen, mit wem man es zu tun hat, mit wem feiert und hoffentlich fröhlich ist.

 Nun kam mir dieser Tage folgender Spruch unter: Vom Lockdown zum Lookdown. Und die Meinung, dass wir alle in diesen Wochen durch das Tragen von Masken zu unterwürfigen, ja verstört unter uns schauenden Menschen würden. Wo denn da der Protest der Gläubigen bliebe, die an einen Jesus glaubten, der die Freiheit liebte, bestehende Verhältnisse in Frage stellte, sich für die Menschen und ihre Rechte einsetzte.

Nun, zum einen glaube ich, hätte Jesus  - gerade weil er die Menschen liebte – zum Schutz anderer ebenfalls die Maske getragen. Nicht um des Gebotes oder der Anordnung von oben willen, sondern um der Liebe zum Nächsten willen. Liebe deinen Nächsten wie dich selbstalso   und nichtich liebe mich und meine Freiheit -  was mit den anderen ist, ist mir egal.

Zum anderen: Es gibt keine Bibelstelle, in der geschrieben stünde, dass Jesus mal lachen würde oder grimmig das Gesicht verziehe. Aber da ist eine Nähe, die er den Menschen um sich herum schenkt, die förmlich greifbar ist. Woran mag das liegen?  -  Ich stelle mir Jesus so vor, dass er sich die Menschen, die ihm begegneten, genau anschaut, sie in den Blick nimmt. Mit seinem Blick aber auch zugleich seine Gefühle und seine Befindlichkeiten ausdrückt. So in etwa:

Er schaut freundlich auf die Kinder, die er segnet.

Erstaunt blickt er auf seine Jünger, die seine Gleichnisse und Lehren nicht verstehen.

Und Erfreut, wenn der Taubstumme um des Glaubens willen wieder seine Sprache und Gehör findet.

Wütend schauen seine Augen, wenn er die Geldhändler aus dem Tempel  verjagt.

Nachdenklich schaut er, wenn er in der Szene um die Ehebrecherin in den Sand schreibt.

Liebevoll ist sein Blick, als Maria Magdalena sein Haupt mit kostbarem Öl salbt.

Enttäuscht und traurig blickt er zu den Pharisäern, die ihn ein um das andere Mal in die Falle locken möchten.

Mit Tränen in den Augen abergeht er zum Grab seines Freundes Lazarus, um ihn von den Toten aufzuerwecken.

Und ja, vielleicht zeigt  er mit einem verschmitzten Augenblick  dem ungläubigen Thomas seine Wundmale, weil er um dessen Frage schon im Voraus wusste.

Sie merken schon, worauf ich hinaus will: Auch wenn wir zurzeit des Öfteren unser Gesicht hinter einem Mund-Nasen-Schutz verstecken müssen und auf das freundliche Lächeln eines Mitmenschen verzichten,  können dennoch unsere  Augen so viel ausdrücken. Und man kann aufgrund der Lachfältchen um die Augen herum das Schmunzeln und Lächeln des anderen erspüren.

Lassen Sie es uns versuchen: Schauen wir uns einander in die Augen!

Halten wir Blickkontakt zum Nächsten, so brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir wissen, mit wem wir es gegenseitig zu tun haben. Und blickt uns wirklich jemand verunsichert an, so können wir ihn mit unserem Blick und auch dem Ausspruch vom Anfang aufmuntern: Schau mir in die Augen!

Uns allen wünsche ich mit den Worten eines jüdischen Segensgebetes 

Augen,
mit denen Du einem Menschen ins Herz schauen kannst
und die nicht blind werden,

aufmerksam zu sein auf das,
was er von dir braucht.

Das aber kann in diesen Tagen und Wochen, ja vielleicht auf lange Zeit die Gewissheit sein, dass ich Maske trage, weil mir mein nächster Mitmensch eben wichtig ist.

Ihre Conny Sauerborn-Meiwe

© C.Sauerborn-Meiwes
© C.Sauerborn-Meiwes

 

Herzlich willkommen!

An diesem Sonntag hören wir über die betende Urgemeinde folgende Verse aus der Apostelgeschichte:

„ Als sie (die Jünger) in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben.  Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“ Apg.1,13a.14

Welch‘ schönes Bild wird uns hier vermittelt: die Familie Jesu, seine Mutter, seine Jünger, die Frauen – sie alle einmütig im Gebet miteinander.

Wirklich eine tolle Sache, das gemeinsame Gebet. Im jetzigen Marienmonat Mai sind es die Maiandachten, vor den Gottesdiensten der Rosenkranz. An den Marienstatuen aller Kirchen entzünden wir das ganze Jahr über Kerzen an, im Gebet um besondere Anliegen.

Still und leise beten wir: bitten, danken, loben wir unseren Gott. Es müssen ja auch nicht alle wissen, für wen oder um was wir beten. Da braucht es untereinander schon viel Vertrautheit. Und so tun wir uns oft schwer damit, ein persönliches Gebet laut und in der Gemeinschaft zu sprechen.

Das Vaterunser aber ist uns allen vertraut, schließlich ist es uns von Jesus selbst an-vertraut.

Alle sieben Bitten stehen für sich und bilden dennoch eine Einheit. Egal, wie  wir dieses Gebet beten, ob im Gottesdienst mit vielen Menschen oder im kleinen Kreis von Gläubigen: es bringt uns zur Ruhe, es schenkt uns die Gewissheit um Gottes Zugewandtheit. Wir spüren förmlich den Geist Jesu in diesem Gebet, das er selbst an seinen Vater mit dem zärtlichen Wort Abba formuliert hat und uns Menschen vermacht hat.

Wünschen wir uns anschließend dann noch den Frieden Gottes, so können wir diese Einmütigkeit, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben ist, auch für unsere Gemeinschaften hier und heute gut nach vollziehen.

Und so wünsche ich ganz im Sinne von Philipper 4,7:

„Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.“

Ihre Conny Sauerborn-Meiwes

© J.Meiwes
© J.Meiwes

 

Psalm 113,3: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang sei gelobet der Name des HERRN.

Guten Morgen!

Vielleicht machen Sie heute einen gemeinsamen Ausflug als Familie. Feiern wir doch heute – an Christi Himmelfahrt - den Vatertag. Letzten Sonntag feierten wir den Muttertag. Vielleicht zieht es Sie aber auch ganz alleine nach draußen.

Dann schauen Sie doch mal in den Himmel. Vielleicht setzen Sie sich dabei auf eine Bank oder legen sich

Sonnenuntergang von der Cabane Margherita (4 556 mtr)

ins Gras. Es tut gut, den Blick zum Himmel zu wenden. Auch wenn unsere deutsche Sprache nicht wie im Englischen zwei Wörter für den Himmel kennt (sky und heaven), sprechen wir doch gerne vom Himmel, wenn wir das Göttliche meinen . Genau wie die Schreiber des Alten und Neuen Testamentes, wenn sie – etwas nebulös - die Wolken als Umschreibung für Gottes Aufenthalt benennen.

So heißt es auch heute in der Lesung aus der Apostelgeschichte: „nachdem Jesus zu ihnen (den Jüngern) gesprochen hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“.(Apg.1,8f).

Die Jünger aber schauten weiter in den Himmel und konnten kaum glauben, dass Jesus nun endgültig von ihnen gegangen zu sein schien.

Ein Gefühl der Verlassenheit, der Einsamkeit, ja der Hilflosigkeit, das die Jünger in diesem Moment überkommen haben muss, verspüren wir sicher auch das eine oder andere Mal. Und auch wir schauen dann in den Himmel. In der Hoffnung, dass uns von dort Hilfe herkommen möge. Und sprechen dabei vielleicht noch ein Stoßgebet aus.

Heute aber könnte es ein Lob – und Dankgebet sein, das wir zum Himmel schicken. Den Jüngern versprach Jesus vor seiner Fahrt in den Himmel die Kraft des Heiligen Geistes, das Pfingstereignis. Wir selbst werden in 10 Tagen dieses Pfingstfest feiern. Und  im Evangelium des heutigen Tages steht geschrieben: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt.28,20). In diesem Sinne lassen Sie uns mit den Worten des Beters von Psalm 113 sprechen oder sogar singen:

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang sei gelobet der Name des HERRN.

Einen segensreichen Tag wünscht Conny Sauerborn-Meiwes