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„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen…“

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen…“
„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen…“
© Ursula Busse

Aufgabe der gemeinsamen Trägerschaft und Übergabe der Kleiderstube an die evangelische Kirchengemeinde Idstein

Katholische Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land bedauert Scheitern der Gespräche um die Zukunft der Ökumenischen Kleiderstube Idstein

Mit Bekleidung, Bettwäsche, Schuhen und mehr hilft die Kleiderstube allen Menschen, die Unterstützung brauchen. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1984 sorgen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen in ökumenischer Zusammenarbeit für die Abgabe von Kleidungs- und Sachspenden. Mit dem Umzug 2019 in die Räume Am Alten Güterbahnhof 2 übernahmen die katholische und die evangelische Kirchengemeinde die gemeinsame Trägerschaft und eine gelebte Ökumene konnte weiter praktiziert werden. Die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen stellen jedoch eine Neuorientierung der bisherigen Organisationsform in den Raum. Die Umsatzsteuerproblematik fasst Frau Gabriele Rosch, stellv. Vorsitzende des Verwaltungsrats der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, kurz zusammen: „Die Abgabe der Kleidung gegen eine kleine Spende führt zur Pflicht einer Umsatzsteuererklärung. Daher ist eine klare rechtliche Regelung für die Kleiderstube erforderlich.“

Kein gemeinsames Konzept gefunden

Vertreter der beiden Kirchengemeinden haben sich in den letzten Monaten getroffen, um zu klären, auf welche Weise die Kleiderkammer in Zukunft weitergeführt werden soll. Auch seitens der katholischen Kirchengemeinde wurden einige Optionen für die weitere Nutzung der Kleiderstube als ökumenisch geführte soziale Einrichtung im Idsteiner Land entwickelt. Laut Ronald Wassmann, Mitglied im Verwaltungsrat der katholischen Pfarrei St. Martin Idsteiner Land und zugleich gemeinsam mit Dr. Wolfgang Cremer von der evangelischen Kirchengemeinde Idstein zuständig für die administrativen Bürotätigkeiten der Kleiderstube, seien mehrere Lösungsvorschläge seitens der katholischen Kirchengemeinde Vertretern der evangelischen Kirche Idstein unterbreitet worden. Möglich wäre zum Beispiel, die Kleidung unentgeltlich den Menschen zur Verfügung zu stellen oder einen von beiden Kirchen gemeinsam geführten Verein zu gründen. Die evangelische und katholische Kirchengemeinde haben sich bei ihren Beratungen über die gemeinsam geführte Kleiderstube leider auf keinen einheitlichen Kurs festlegen können. Beim letzten Zusammentreffen des Gesprächskreises teilte die evangelische Kirchengemeinde im Sitzungsverlauf den katholischen Vertretern den einstimmig getroffenen Beschluss des evangelischen Kirchenvorstands mit, dass die Unionskirche die Trägerschaft der Kleiderstube in alleiniger Verantwortung übernehmen möchte.

Verwaltungsrat beschließt Austritt aus dem Projekt „Ökumenische Kleiderstube Idstein“

„Da damit eine ökumenische Trägerschaft grundsätzlich ausgeschlossen wurde, beschloss die katholische Kirchengemeinde in der darauffolgenden Verwaltungsratssitzung aus der Trägerschaft „Ökumenische Kleiderstube“ auszusteigen, da künftig keinerlei Einfluss mehr auszuüben sei“, erläutert Herr Wassmann. „Wir bedauern diesen Schritt im höchsten Maße, da wir seit Jahren mit viel Engagement und fester ökumenischer Überzeugung das Projekt Kleiderstube begleitet haben.“ Auf die praktische Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen werden die Beschlüsse der beiden Kirchengemeinden nach aktuellen Informationen keinen Einfluss haben. Die Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land unterstützt ihre Arbeit weiterhin.  Auch für die Besucher und deren Einkäufe in der Kleiderstube wird sich in Zukunft nichts ändern.

„Wesentlich ist, dass die wichtige Arbeit der Kleiderstube weitergehen kann“, sagt Pfarrer Kirsten Brast. „Auch wenn wir rechtlich gesehen nicht mehr Träger sind, unterstützen wir die Einrichtung natürlich auch zukünftig. Und wir werden darüber hinaus Ausschau nach neuen Feldern halten, auf denen wir Dienst am Nächsten leisten können.“

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