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Flagge zeigen für mehr Vielfalt

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© S. Thissen

„Auch homosexuelle Paare haben ein Recht auf Segnung“

Etwa 15 Frauen aus der Idsteiner Ortsgruppe der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) haben am Sonntag Flagge für das Recht auf mehr Vielfalt in katholischen Lebenspartnerschaften gezeigt. Vor dem Gottesdienst in der Idsteiner Pfarrkirche St. Martin protestierten die Frauen mit Regenbogen-Fahnen gegen eine Erklärung der römischen Glaubenskongregation, dass die katholische Kirche homosexuelle Partnerschaften nicht segnen könne. Grund dafür sei, dass Verbindungen von homosexuellen Paaren nicht dem göttlichen Willen entsprächen. Diese Haltung der Kirchenleitung hatte in den vergangenen Tagen bei vielen Gläubigen, aber auch unter Bischöfen und anderen hochrangigen Geistlichen im In- und Ausland für Unverständnis gesorgt.

„Ich habe Wohnungen, Autos, Fahrstühle, unzählige Rosenkränze usw. gesegnet - und soll zwei Menschen nicht segnen können, die sich lieben?“, zitierte Ursula Stein aus der kfd- Gruppe beispielhaft den Generalvikar des Bistums Speyer, Andreas Sturm. Pastoralreferentin Cornelia Sauerborn-Meiwes erklärte: „Was mich an der römischen Haltung stört: Mit einer Segnung homosexueller Paare nimmt die Kirche Ehepaaren, die sich die Ehe als Sakrament spenden, nichts weg. Keiner möchte die sakramentale Ehe abschaffen oder relativieren."

Die Aktion der Idsteiner kfd-Frauen reiht sich ein in zahlreiche Proteste, die sich derzeit bundesweit gegen das Verdikt aus Rom artikulieren. Der Versuch der Glaubenskongregation, mit seiner Erklärung „den Raum der Kirche zu besitzen und zu bestimmen“, sei ins Gegenteil umgeschlagen, erklärte der Eichstätter Theologe Martin Kirschner die heftigen Reaktionen vieler Katholikinnen und Katholiken. „Jetzt kann man beobachten, wie eine solche Intervention das Gegenteil von dem erreicht, was sie angeblich bewirken will: Statt eine Debatte zu beenden, wird diese Debatte gerade losgetreten, und zwar mit voller Wucht“, sagte Kirschner.

Stefan Thissen

Hier  ein Interview mit Bischof Bätzing

© U. Stein

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