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Impulse im Advent

Impulse im Advent
Impulse im Advent
© J.Meiwes

Liebe Frauen und Männer,

hier also mein letzter Impuls in diesem Jahr. Es hat mir wieder viel Freude bereitet, mit Ihnen meine Gedanken zu Symbolen und biblischen Texten der Adventszeit zu teilen. Und so bleibt mir Ihnen und euch eine gesegnete Weihnachtszeit zu wünschen, die Worte Karl Rahners wiederholend, egal, was uns noch bevor steht: 

Ich bin da. Es ist Weihnachten. Zündet die Kerzen an. Sie haben mehr recht als alle Finsternis. Es ist Weihnacht, die bleibt in Ewigkeit.

Und auch für das kommende Neue Jahr 2022 natürlich alles Liebe und Gute! 

Conny Sauerborn-Meiwes

© J.Meiwes

Im Folgenden ein wundervoller Text von Karl Rahner, dem ich nichts hinzufügen möchte:

Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist.

Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch. Ich bin da, ich bin bei dir. Ich bin deine Zeit. Ich weine deine Tränen. Ich bin deine Freude. Ich bin in deiner Angst, denn ich habe sie mitgelitten. Ich bin in deiner Not. Ich bin in deinem Tod, denn heute begann ich mit dir zu sterben, da ich geboren wurde, und ich habe mir von diesem Tod wahrhaftig nichts schenken lassen.

Ich bin da. Ich gehe nicht mehr von dieser Welt weg, wenn ihr mich jetzt auch nicht seht. Und meine Liebe ist seitdem unbesieglich.

Ich bin da. Es ist Weihnachten. Zündet die Kerzen an. Sie haben mehr recht als alle Finsternis. Es ist Weihnacht, die bleibt in Ewigkeit.

Ihnen und euch allen einen schönen Heiligabend und eine gesegnete Weihnacht.

Bleiben Sie behütet und gesund,

Conny Sauerborn-Meiwes

 

Podcast Heiligabend
Podcast 4. Advent
© C.Sauerborn-Meiwes

Das Bild von Maria und Elisabeth, das ich in einer Kirche Perus vor vielen Jahren aufnehmen konnte, berührt mich in diesen Tagen zutiefst. Drückt es doch die Nähe und Distanz aus, in der wir nun seit fast zwei Jahren leben. Wir fühlen uns weiterhin verbunden mit unseren Herzens – Menschen, seien es die eigenen Eltern oder Kinder, die Großeltern oder Enkelkinder, die Nachbarn oder Freunde. Und doch leben wir die Distanz und begegnen wir uns auf Distanz.

Besuche hier und da, gemeinsame Spieleabende, Geburtstagsfeiern, Urlaubsreisen – im Sommer DRAUSSEN war ein wenig Normalität spürbar. Doch jetzt, mitten in den dunklen Wintermonaten – ist wieder Abstand wahren, Kontakte meiden angesagt. Mehr denn je sogar nötig, wenn man die Wissenschaftler hört. Das Virus hat uns alle absolut im Griff.

Nichts ist mehr planbar, man schaut von Tag zu Tag, was geht und was nicht. Mal geht es uns gut dabei, mal zieht es uns herunter.

Wie gut, dass es da die Kontinuität von Lesungs- und Evangelientexten in der Adventszeit gibt. Wie oft haben wir schon die Geschichte von Maria und Elisabeth gehört: Maria besucht ihre Kusine Elisabeth. Kurz nachdem sie erfahren hatte, dass sie schwanger sei und den HERRN unterm Herzen trägt. Elisabeth dagegen ist schon hochschwanger mit Johannes–dem Täufer, wie ihr Kind später genannt werden wird.

Die Geschichte der beiden Frauen - sie ist eng verknüpft. Elisabeth darf sich glücklich schätzen im Alter noch schwanger geworden zu sein. Ein Engel prophezeite ihrem Mann Zacharias die Schwangerschaft und gab diesem zugleich den Auftrag, sein Kind Johannes zu nennen – Gott ist gnädig. Auch dass Johannes schon von Mutterleibe an vom Heiligen Geist erfüllt sein würde, erzählte der Engel.  Kein Wunder also, dass er vor Freude im Leib der Elisabeth hüpfte, als diese Maria begegnete.

Selbst auf Distanz hin ist hier also Nähe möglich. Elisabeth und ihr Kind spüren, dass da was ganz Großes geschieht, dass sie dem HERRN begegnen, der gerade im Leib der Maria heranwächst. Johannes wird später Jesus–dem Retter vorausgehen, ihn ankündigen. Und so spricht Elisabeth Maria die folgenden Worte zu: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“  Und weiter: „Selig, die geglaubt hat, das sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ Marias Antwort ist das Magnifikat, der Lobpreisgesang auf unseren Gott und Retter. Beide Frauen wissen, dass das Leben ihrer beiden Söhne eng verwoben sein wird.

Maria kehrt schließlich zu Josef nach Nazareth zurück, wir erfahren von keiner weiteren Begegnung zwischen Elisabeth und Maria. Und doch bin ich mir sicher, dass der Segen von Elisabeth über Maria und ihr Kind nachgewirkt hat. In einem späteren Abschnitt im Lukas-Evangelium, wo uns die Geburtsgeschichte Jesu erzählt wird, heisst es: “Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ All’ das, was ihr Gutes widerfuhr, wird Spuren bei ihr hinterlassen haben. Sei es die Begegnung mit dem Engel Gabriel, mit ihrer Kusine Elisabeth, mit den Hirten vom Felde.

Und so dürfen wir uns sicher sein, dass auch wir in all‘ den Begegnungen, die wir haben - seien sie zur Zeit auch noch so sehr auf Distanz -  etwas Gutes erfahren dürfen und in unserer Erinnerung, in unseren Herzen bewahren können. Sei es ein Brief, ein Telefonat oder Videochat statt einem Besuch; sei es die Verneigung statt einer Umarmung oder eines Händeschütteln; sei es das freundliche Lächeln, das sich trotz Maske in den Augen widerspiegelt. Es sind im Moment die besonderen Augenblicke, die uns durch die Zeit kommen lassen. Vielleicht oder nein, ganz sicher, werden wir in ein paar Jahren – mit Abstand darauf geschaut – diese Momente noch immer zu schätzen wissen.

Bewahren wir uns also wie Maria die Worte und Gesten, die uns gut tun, in unseren Herzen.

Einen gesegneten vierten Adventssonntag mit schönen Zeichen wünscht Ihnen und euch,

Conny Sauerborn-Meiwes

Podcast 15. Dezember
© C.Sauerborn-Meiwes

Zur Zeit werden landauf - landab Krippen, ja ganze Krippenlandschaften aufgebaut. Auch in unseren Kirchen - eine schöner als die andere. Den Männern und Frauen, die sich darum kümmern, sei schon an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Und auch zuhause in unseren Wohnungen und Häusern bauen wir bald wieder die Krippen auf: Maria und Josef bekommen ihren Platz; Ochs und Esel stehen eher in der zweiten Reihe; der Engel darf nichtfehlen und schwebt evtl. über dem Geschehen; die Hirten und Schafe stehen und knien auf Abstand. Später kommen dann die drei Könige, ein Kamel darf auch nicht fehlen. Es wird uns warm ums Herz, betrachten wir unsere Krippen, mit Lichtern und Blumen, mit Moos und Stroh bestückt. Wie man es seit vielen Jahren gewohnt ist, wie es in der Herkunftsfamilie vielleicht schon Usus war.

Doch irgendwas hat doch gefehlt in meiner Auflistung. Achja, richtig, da war noch was: das Jesuskind. Deswegen ja erst der ganze Aufwand. Bitte nicht falsch verstehen, jedem und jeder von uns sei es von Herzen gegönnt, eine Krippe zu Weihnachten so aufzubauen, wie sie oder er gern möchte. Nur sei die Frage erlaubt: Geht es uns da noch um den, der da kommt, zu uns kommen möchte? Oder geht es eher um unser Gefühl, dass es doch so schön ist, an Heiligabend auf Tannenbaum und Krippchen zu schaun?

Denn das, was uns im warmen Wohnzimmer, vom Kerzenschein erhellt, so anrührt, ist doch eigentlich eher eine Zumutung. Gottes Sohn nach der Geburt in einem Stall in eine Krippe gelegt, weil in den Herbergen kein Platz für ihn war. GOTTES Sohn! Unter ärmlichen Verhältnissen geboren. Ochs und Esel spenden der Heiligen Familie Wärme. Die vom Engelgesang angelockten und herbeieilenden Hirten bringen vielleicht Milch und Felle von ihren Schafen. Die Sterndeuter aus dem Morgenland bringen Geschenke, die auf den ersten Blick für die kleine Familie eher nutzlos sind: Weihrauch, Myrrhe und Gold. Und doch hat das Ganze etwas und das ist es auch, was uns so sprachlos macht und wundern lässt.

Wir Christen glauben an einen GOTT, der zu uns Menschen herabsteigt, der sich so gering macht, dass er in einem ärmlichen Stall als Kind in die Welt kommt. Ein Kind, so verletzlich und doch so voller Macht. Wer einen Säugling schon mal vor Hunger schreien hat hören, wer einen Säugling schon mal im Arm hatte und in seine Augen geschaut hat, weiss um seine Macht über die Menschen um ihn herum. Vielleicht ist aber gerade dies das Geheimnis Gottes! ER lässt uns schauen von Angesicht zu Angesicht, im Augenblick des Geborenwerdens wie im Augenblick des Sterbens. Er ist bei uns und nimmt uns an, wie wir sind, wie wir kommen und wie wir gehen werden.

In was betten wir Dich diesmal, Herr?, fragt Magdalene Marx in einem Gedicht. In unsere Liebe, unsere Freigiebigkeit, in unsere Hoffnung oder unsere Freude? Um dann zu sagen, dass es wohl gut sein wird, wenn der HERR wieder mit der Krippe vorlieb nimmt. Und wer Sehnsucht hat, wird kommen.

Herzliche Einladung also, die Krippen unserer Pfarrei zu besuchen, die eigenen Krippen zu gestalten, um nachzuspüren, wer da liegt, in Windeln gewickelt, weil in der Herberge kein Platz für ihn war. (Lk.1,7)

Conny Sauerborn-Meiwes

 

Podcast 3. Advent
© C.Sauerborn-Meiwes

Impuls 3. Advent 2021

Haben Sie sich heute schon gefreut? – Über was oder wen?

Wenn nicht, dann aber mal los: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Noch einmal sage ich: freut euch!“ (Phil.4,4), so heißt es im Brief an die Philipper.

Und auch in der alttestamentlichen Lesung vom heutigen dritten Advent hören wir „Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel!Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem“ (Zef. 3,14) Hier wird es durch den Propheten Zefanja dem Volke Israel und Jerusalem zugerufen angesichts des Tages des HERRN, der das Volk von der Schmach befreite. Dort spricht der Apostel Paulus aus dem Gefängnis heraus den Philippern Mut zu.

Hätte Paulus nicht allen Grund dazu, verzweifelt und verbittert zu sein? Aber nein, er lässt sich nicht entmutigen. Selbst aus der Gefangenschaft heraus richtet er die Menschen auf.

Vielleicht können wir das in unsere Situation heute mit hineinnehmen. Nicht immer ist uns zum Jubeln, zum Frohlocken zumute, es gibt wahrlich genug unschöne und traurige Momente. Und doch ist es an uns Christen und Christinnen den Mut, die Zuversicht nicht zu verlieren, nicht in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Zeichen dafür mag uns die rosafarbene Kerze am Adventskranz oder die rosafarbene Albe des Zelebranten am heutigen dritten Advent sein. Nicht dunkel-violett, sondern hell–lila, ein wenig lichter ist sie schon geworden: unsere Zeit.

Freuen wir uns über einen Gott, der uns Menschen über alles liebt.

So sehr, dass er seinen eigenen Sohn in die Welt gesandt hat. Als kleines Kind geboren in einem Stall, in ärmlichen Verhältnissen. Ein Geburtstag, den wir in zwei Wochen feiern, der uns programmatisch auf Jesu Botschaft hinweist, die schon der Prophet Jesaja verheißen hat:

„Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie der Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.“ (Jes.35,5.6a.10b)

Und noch einmal die Frage: Haben Sie sich heute schon gefreut? – Über was oder wen?

Wenn aber nicht, dann aber mal los! Sie finden bestimmt etwas, den HERRN im Herzen!

Einen gesegneten dritten Advent wünscht

Conny Sauerborn-Meiwes

 

Podcast 8. Dezember
© C.Sauerborn-Meiwes

Wer möchte nicht das Licht am Ende des Tunnels sehen? Gerade in diesen Zeiten der Pandemie? Aber auch in Zeiten der Trauer, des Verlustes, der Krankheit, der Arbeitslosigkeit, der Gewalt.

Licht schenkt Wärme, lässt es funkeln, bedeutet Nähe. All’ das ist notwendig für unser aller Wohlbefinden an Körper, Geist und Seele. Uns Menschen heute, damals und auch sicher in der Zukunft.

Der Blick in ein Kaminfeuer, ein Lagerfeuer, in eine Kerze lässt uns ruhig werden, schenkt uns oftmals Frieden.

Mit der Geburt Jesu aber wird uns DAS Licht der Welt geschenkt.

  • „Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit, durchbricht die Nacht und erhellt die Zeit.“, heisst es in einem Adventslied.
  • Vier Kerzen am Adventskranz begleiten uns durch die Zeit hin bis zum Weihnachtsfest.
  • Hell erleuchten dann die Kerzen am Weihnachtsbaum.
  • An Ostern erhellt das Licht der im Osterfeuer entzündeten Osterkerze die dunklen Kirchen.
  • In jedem Gottesdienst entzünden wir Kerzen: Zeichen für die Gegenwart Gottes.
  • Bei jeder Taufe wird eine Kerze an der Osterkerze entzündet.
  • In jeder Kirche haben wir die Gelegenheit, Kerzen im Gedenken an unsere Lieben, aber auch als Zeichen unseres Lobes und Dankes zu entzünden.

Kerzen machen es deutlich: Hier ist ein Funkeln, eine Wärme, ein Leuchten, das Nähe und Zuversicht verspricht.

Nähe über viele Kilometer hinweg und eine Botschaft, die so alt ist wie die Menschheit: Das schenkt uns das Friedenslicht von Bethlehem. Auch in diesem Jahr wird es in einer Andacht des Jugendausschusses in die Pfarrei ausgesandt: am dritten Adventssonntag um 19 Uhr auf der Wiese oberhalb der Kirche St.Martin/Idstein. An allen Kirchorten kann es ab der darauffolgenden Woche zur Weihnacht hin mit nach Hause genommen werden.

Allen eine gute Woche!

Conny Sauerborn-Meiwes

Podcast 2. Advent
© C.Sauerborn-Meiwes

Immer, wenn ich für euch alle bete, bete ich mit Freude. Ich danke für eure Gemeinschaft im Dienst am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt.(Phil.1,4)

Für viele gehört das tägliche Gebet dazu wie das Zähneputzen und Hände waschen. Für andere wiederum bedeutet es eher ein immer neues Aufraffen nach dem Motto: „Ach, da war ja noch was.“

Auch unsere Gebete selbst sind so vielfältig, wie wir Menschen unterschiedlich sind. Was aber bei allem Gebet nicht fehlen sollte, ist die FREUDE, wie es im Brief des Apostels Paulus an die Philipper so eindeutig steht. Bete ich für meine Mitmenschen, so sollte es mit Freude geschehen und nicht aus einem Muss heraus, aus einer Pflicht heraus.

Und weiter heisst es sinngemäß: Ich kann dankbar sein, dass ich nicht alleine stehe, dass ich eingebunden bin in eine Gemeinschaft, die mich trägt und hält, die sich mit mir freut, die mit mir leidet.

Und so möchte ich heute auf eine sehr schöne Aktion meiner Kollegin aufmerksam machen.

Wir alle sind eingeladen etwas davon, was uns bewegt und was wir vor Gott bringen möchten, auf Papiersterne zu schreiben. In zwei Kirchen unserer Pfarrei: St. Martin/Idstein und Maria Königin/Niedernhausen können die Sterne ab dem zweiten Adventssonntag in der Nähe der Muttergottes aufgehängt werden. Sterne liegen dazu in den Kirchen bereit. Wir können aber auch zu Hause Sterne vorbereiten und mitbringen.

Die Sterngebete werden in der Adventszeit gesammelt und in der Weihnachtszeit als Fürbittgebet in den Gottesdiensten verlesen. Unser Zusammenhalt und das Aneinander denken und Füreinander eintreten können wir somit sehr schön ausdrücken.

Ein Vorschlag meinerseits für diejenigen unter euch und Ihnen, die nicht im Idsteiner Land wohnen: Binden Sie ihre Sterngebete an einen Barbarazweig. Am 4. Dezember feiern wir den Namenstag der Heiligen Barbara, stellen Kirsch- oder Forsythienzweige in die Vase, auf dass sie an Weihnachten erblühen. So haben Sie Ihre Gebete immer vor Augen und es fällt umso leichter, mit FREUDE für andere zu beten.

Paulus jedenfalls würde sich freuen:

Immer, wenn ich für euch alle bete, bete ich mit Freude. Ich danke für eure Gemeinschaft im Dienst am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt.(Phil.1,4).

Einen gesegneten zweiten Advent wünscht

Conny Sauerborn-Meiwes

 

Podcast 1. Dezember
© Inga Berkensträter

Da ist sie wieder: die Zeit des Türen-Öffnens bei den Adventskalendern. Fand man früher einfache Bildchen oder kleine Schokoladen hinter den Türchen im Adventskalender, verbergen sich heute allerhand nützliche oder unnütze Dinge: Parfumflakons und Cremes für die Frauen, kleine Figuren für die Kinder, Müsli und Bier für die Männer und natürlich dürfen auch sextoys nicht fehlen….

Es gibt also nichts, was sich nicht hinter den Adventskalender-Türchen verstecken ließe. Das aber wussten auch schon die Nationalsozialisten. Sie versteckten hinter den Türen ihres Kalenders „Vorweihnachten“ Anleitungen für Christbaumschmuck in Form von Runen und Sonnenrädern. Bilder von salutierenden Soldaten und Hitlerjungen wurden abgedruckt, welche das Christkind begrüßten.

Vor kurzem verschenkte ich kleine Adventskalender-Karten, hinter deren Türchen sich Weihnachtsgrüße in vielen verschiedenen Sprachen bergen. Mmmh, auch hier erschloss sich mir nicht gleich die Sinnhaftigkeit. Aber es machte mir wieder bewusst, dass nicht nur ich im Advent lebe. Wir Christen und Christinnen wohnen und leben über die ganze Erde verteilt und warten auf die Geburt Jesu, die Ankunft des HERRN. In Südafrika genauso wie auf den Faröern, in Indien genauso wie in den USA, in Ecuador genauso wie auf Tasmanien….

Und das wiederum macht mir Mut! Nicht nur das blöde Virus reist in immer neuen Mutationen rund um die Welt. Nein, auch unser christliche Glaube ist global aufgestellt und wird vielfältig gelebt. Angelehnt an Psalm 24 singen wir im Advent „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“. Voll Hoffnung und Zuversicht dürfen wir IHN erwarten. Nicht nur im Advent, nein, jeden Tag und jede Stunde. Es kommt nur auf uns an, ob wir bereit sind, ihn einzulassen in unsere Herzen, in unseren Alltag, in unser Leben.

Insofern passt der Weihnachtsgruß eigentlich immer, naja zumindest fast immer:-))

Feliz Navidad  -  Buon Natale  -  Merry Christmas  - auf ein frohes Weihnachtsfest also. Lasst uns die Herzenstüren öffnen, damit ER einziehe, der König der Herrlichkeit!

Ganz im Sinne des Propheten Jesaja, dessen Worte wir in der heutigen Lesung finden: „Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten.“ (Jes.25,9)

Conny Sauerborn-Meiwes

Podcast 1. Advent
© C.Sauerborn-Meiwes

In seiner Rede von den letzten Dingen lässt der Evangelist Lukas eindrucksvolle Bilder vor unseren Augen aufkommen. 
So hören wir im heutigen Evangelium von Zeichen an Sonne, Mond und Sternen, über die Bestürzung und Ratlosigkeit der Menschen über das Toben und Donnern des Meeres. 
In Vers 26 des Lukas-Evangeliums heisst es: Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Und ja, ich bin bestürzt und ratlos, ich vergehe vor Angst in Erwartung der Dinge, die da um mich herum geschehen, die auf mich zukommen. Die Pandemie, die Klimakrise, die Kriegsherde in nah und fern: Probleme und Katastrophen, denen ich alleine schon lange nicht mehr gewachsen bin. Und wenn ich um mich schaue und höre, merke ich, dass es ganz vielen Menschen um mich herum so geht. 
Hofften wir auf einen Klimagipfel mit wirklichen Ergebnissen, mussten wir auch hier wieder feststellen, wie die Abschlusserklärung immer mehr verwässert wurde. Die Kriege, die Auseinandersetzungen in Belarus, in Afghanistan, im Jemen….es hört nicht auf, dass Menschen Menschen benutzen und in sinnlose Kriege verwickeln.
Hofften wir im Frühsommer noch durch die so immens schnelle Entwicklung von Impfstoffen auf ein fröhlicheres Weihnachtsfest als 2020, so sehen wir von Tag zu Tag die Hoffnung darauf schwinden. Fehlende Impfbereitschaft gepaart mit falschen Entscheidungen von Politikern: der Super-Gau.
Woher also nehmen: die HOFFNUNG, die ZUVERSICHT?
So befremdlich es in manchen Ohren vielleicht klingen mag, aber mir hilft es, was im darauffolgenden und auch letzten Satz des heutigen Evangeliums geschrieben steht:
27 Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. 
28 Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.
36 Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt!

Gott ist eben mit mir, er lässt mich nie und nimmer im Stich. Und wenn mich alle Menschen im Stich lassen, er nicht. Auf ihn kann ich bauen, ihm kann ich alle meine Ängste und Sorgen anvertrauen. Er trocknet meine Tränen, reicht mir seine Hand und steht mir zur Seite. 
Erhobenen Hauptes darf ich vor ihn treten, wenn es einmal so weit ist. Welch‘ tolles Bild, von Angesicht zu Angesicht.
Aber auch schon hier und jetzt darf ich Gott im Gebet all‘ meine Wut, meinen Zorn, mein Unverständnis, meine Traurigkeit anvertrauen. Und meine große Bitte an ihn richten, dass ER es richte, wie es IHM gefällt und ich es dann so annehmen kann.
In diesem Sinne einen schönen ersten Advent,
Conny Sauerborn-Meiwes

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