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Kirchenentwicklung: Exkursionen sollen inspirieren

Kirchenentwicklung: Exkursionen sollen inspirieren
Kirchenentwicklung: Exkursionen sollen inspirieren
© Alexia Schadow

Das Bistum Limburg veranstaltet Exkursionen, „mit denen das Bistum in der ganzen Welt neue und innovative Formen von Kirche kennenlernen und Inspiration für den Prozess der Kirchenentwicklung sammeln möchte“.
Für unsere Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land haben Pfarrer Brast und ich, Alexia Schadow, an der Exkursion „Missionarisch Kirche sein“ nach Augsburg und München teilgenommen. Die Reisegruppe wurde von Frau Dr. Wustmans, Dezernentin „Pastorale Dienste“ und Herrn Rick
(Leitung „Abteilung der Entwicklung der Pastoral“) geleitet und bestand aus hauptamtlichen Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariates und einiger Pfarreien sowie einigen Ehrenamtlichen.

Erste Station war das Gebetshaus Augsburg, bevor es weiter nach München ging. Dort wurde das Gemeindezentrum St. Markus besucht, wo Kirche in einem neuen Stadtteil mit bis zu 25.000 Menschen entstehen soll. Über die Arbeit der Pfarrgemeinde im gesellschaftlichen Umfeld von München-Giesing informierten wir uns und besuchten den Pfarrverband Isarvorstadt. Ein Gottesdienst, eine „Celebration“, der freikirchlichen ICF International Christian Fellowship) Gemeinschaft, stand ebenfalls auf dem Programm.

Die Bandbreite der besuchten Menschen und Orte war sehr groß und damit auch das Verständnis, was Sendung und Mission für uns heute bedeuten kann.
Ehrlich und offen haben die Gesprächspartner aus den besuchten Pfarrgemeinden ihre Erfahrungen geschildert und auch Orientierungsschwierigkeiten und Unsicherheiten wurden nicht ausgeblendet. Es ging nicht um Erfolgsmeldungen oder gar „Rezepte“.

Im Kontrast hierzu ging es im Gebetshaus in Augsburg oder bei ICF (International Christian Fellowship) sehr wohl um Erfolg und „Leiterschaft“.
Auch wenn mir die Sprache (mit vielen Worthülsen in englischer Sprache) recht gekünstelt vorkam, so waren die Aussagen -die sich auch auf Wänden wiederfanden- im Hinblick auf die Ziele der Gemeinschaften sehr klar: Es geht um „Jüngerschaft- um einen Dienst, der für Jesus brennt.“

Wenn Sie mich fragen, was ich auf der Exkursion gelernt habe und nun verändern möchte: Deutlich Profil zeigen „mit Glauben“, auch wenn das auf andere zunächst polarisierend wirken mag. Es zieht Menschen an, wenn man anderen seinen Glauben zumutet und bspw. das Gebet, das für uns so einfach und selbstverständlich sein sollte, öffentlich in den Mittelpunkt rückt.
Einfach mal „da sein und Gesicht zeigen“ als Pfarrgemeinde, ob beim Weihnachtsmarkt oder in der Kleiderkammer für Bedürftige, muss man nicht lassen, um das Andere zu tun - aber der Glaube muss durch uns mit sichtbarer Freude gelebt werden.
Unser eigener Anspruch an unser Glaubensleben in der Pfarrgemeinde, also „nach innen“ und mein Anspruch an mich als Gemeindemitglied muss steigen, damit wir Menschen zu einem Leben mit Jesus Christus einladen und nicht nur zu einem Konzert in unserer Kirche oder zur Mitarbeit bei der Betreuung von Kindern.
Wir müssen vorangehen, den Erfahrungsschatz der Kirche nutzen und in offene Angebote „zum Kommen“ umsetzen.
Beeindruckt hat mich ferner die große Professionalität und Ästhetik, die bei neuen „Formaten“ im Gebetshaus und bei der „Celebration“ der ICF geboten wird.
Hier müssen wir uns in Zukunft noch stärker überörtlich zusammenarbeiten, da solche Veranstaltungen nur mit den geeigneten Räumlichkeiten und mit einigem Aufwand verwirklicht werden können.
Zu diesem Thema werde ich im Rahmen des Reflexionstreffen auch bei den Verantwortlichen im Bistum nachfragen, wie und bei welchen Veranstaltungsformen wir in der Pfarrgemeinde konkrete Unterstützung erhalten können.

Weitere Information zu diesem Thema finden Sie hier und hier.
Alexia Schadow, 24.3.2019