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Pfarrbrief

Der Herr schützt dich vor allem Unheil, er bewahrt dein Leben.
Er gibt auf dich Acht, wenn du aus dem Hause gehst und wenn du wieder heimkehrst.  Jetzt und für immer steht er dir bei!
Psalm 121,7-8

Liebe Gemeindemitglieder, wir, das Pastoralteam, wünschen allen, die sich in den nächsten Tagen und Wochen auf den Weg in den Urlaub begeben, eine erholsame und entspannte Zeit. Möge Sie der Segensspruch aus dem Psalm 121 auf Ihren Wegen begleiten. Allen anderen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in den Urlaub fahren können, wünschen wir ebenfalls für die kommende Sommerzeit diesen Zuspruch Gottes.

Urlaub, Ferien, Sonne, Meer, Schöpfung, Berge, Natur, wandern, Rad fahren, schwimmen, segeln, tauchen, spielen, lesen, faulenzen usw. Was fällt uns nicht noch alles beim Thema Urlaub ein. Alles Dinge, die für einen Urlaub sehr wichtig sind, aber manchmal kommt auch noch etwas ganz Unverhofftes hinzu. Man trifft auf Menschen, die uns doch so fremd und gleichzeitig so nahe sind. Dieses ist mir in meinem Urlaub mit meinem Mann in Schweden so ergangen. Dort gibt es wie in Deutschland in jedem noch so kleinen Ort eine Kirche und leider ist es auch so wie bei uns, dass die meisten verschlossen sind. Und doch passieren manchmal kleine Wunder, so in Slagnäs, ziemlich weit im Norden von Schweden geschehen. Wir fanden eine kleine Kirche im Wald und wieder war die Tür verschlossen. Da die Sonne aber so schön auf die Treppen der Kirche schien, blieben wir einfach dort einen Moment sitzen.

Auf einmal stand ein älterer Mann vor uns und fragte, ob wir die Kirche mal anschauen wollten, er war der Küster. So wurde uns die Tür zu der kleinen Kirche geöffnet. Ein kleines Wunder! Das war noch nicht alles, denn der nette Mann erzählte uns sehr viel zu der Kirche, wie viele Menschen heute zur Gemeinde gehören. Das sind heute mehr als doppelt so viele wie zu der Zeit, als er vor 40 Jahren seine Küstertätigkeit begann. Eine wachsende Gemeinde, wie schön.

Dadurch, dass uns die Tür zur Kirche geöffnet wurde, konnte ich dort, es war ein Dienstag, ein kurzes Dienstagsgebet: „Wir zünden eine Kerze an“ halten.  Eigentlich fiel an diesem Tag das Dienstagsgebet in Niedernhausen aus, doch jetzt wurde es in Schweden in einer kleinen Kirche gehalten und ich bekam noch die Möglichkeit, drei Kerzen zu entzünden. Es war für mich ein sehr bewegender Moment. Als zum Abschluss der nette Küster noch ein schwedisches Kirchenlied sang, von welchem wir trotz fremder Sprache einiges verstanden, es ging um Engel, Himmel und Erde, waren wir sehr berührt und haben uns in unserem Glauben mit diesem Mann sehr verbunden gefühlt.

Am Abend um 23:00 Uhr fuhren wir noch mal zu der kleinen Kirche und da ging gerade die Sonne hinter der Kirche unter und ließ die Kirche in einem besonderen Licht erscheinen. Was für ein Moment! Gottes Schöpfung erkennen, bewundern und bewahren, dies wurde hier sehr deutlich.

Ein weiterer schöner Moment war, als wir in Kiruna ebenfalls eine große Kirche besichtigten. Hier fand gerade eine Hochzeit in einem ganz kleinen privaten Rahmen statt. Wieder wurde schwedisch gesprochen und doch konnten wir vieles verstehen und das "Vater Unser" im Stillen mitbeten.

Unseren Glauben in einem anderen Land mitzuerleben ist immer wieder schön. Von Gottesdiensten her kennen wir dies schon lange, aber diese zwei Begegnungen waren schon sehr besonders.

So wünsche ich Ihnen in Ihrem Urlaub auch unverhoffte Begegnungen an dem Ort, in dem Land, mit den Menschen und auch mit Ihrem Glauben, vielleicht öffnet sich auch bei Ihnen eine Kirchentür und Sie entdecken etwas, mit dem Sie gar nicht gerechnet haben.

Maria Friedrich, Gemeindereferentin

 

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Hier die aktuelle Ausgabe des martinsfeuer Juni 2019: Frauen bewegen