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"Sieben-Wochen-ohne"

"Sieben-Wochen-ohne"
"Sieben-Wochen-ohne"
© C. Hensel-Moscherosch

Fastenaktion “Sieben-Wochen-ohne“ 2019

Es ist inzwischen Tradition, dass die ev. Kirchengemeinde Idstein zur Fastenaktion „Sieben-Wochen-ohne“ einlädt und diese ökumenisch durchführt wird.

Sie beginnt dieses Mal mit dem ersten Treffen am

Mittwoch, 6. März 2019 von 18:30 –19:30 Uhr,im ev. Gemeindehaus, Albert-Schweitzer-Str. 4, und steht unter dem Motto: „Mal ehrlich –7 Wochen ohne Lügen!“

Der Leitgedanke „Sieben-Wochen-Ohne“ soll nicht als zwanghafter Verzicht oder Verbot verstanden werden, sondern als freiwilliges Lassen von liebgewordenen Gewohnheiten, was vielleicht den Konsum von Süßigkeiten, Alkohol, Rauchen, Fernsehen u. ä. betrifft. Die Teilnehmenden können für sich selbst entscheiden, in welchem Maße sie Verzicht üben möchten.

Im Mittelpunkt der wöchentlichen Treffen wird das sich Einlassen auf biblische Texte im Zusammenhang mit dem Fastenmotto stehen. Es ist ein sehr spannendes und aktuelles Thema. Es stellt sich die Frage, wie wir selbst mit Lügen, Notlügen oder nicht eingehaltenen Versprechen umgehen.

Bei den Treffen beginnen wir zur Einstimmung mit Übungen der Achtsamkeit und leiblichen Wahrnehmung, sowie Zeiten der Stille, Gebet/Meditation.

Der anschließende Austausch der Teilnehmer über gemachte persönliche Erfahrungen, über begleitende Bibeltexte, Singen und Beten werden weitere Schwerpunkte sein.Die Erfahrung der vergangenen Fastenaktion hat gezeigt, dass die Gruppe trägt und der Austausch untereinander sehr wichtig und ermutigend ist.

Herzliche Einladung -Anmeldung ist nicht erforderlich, kommen Sie einfach zum 1.Treffen!

Leitung: Waltraud Happ und Hilde Stein

aus dem aktuellen Pfarrbrief:

Liebe Gemeinde,

7 Wochen ohne Lügen, so lautet die Überschrift der ökumenischen Aktion in Idstein. Die Aktion 7 Wochen ohne - ursprünglich von den protestantischen Kirchen ins Leben gerufen - läuft seit vielen Jahren schon unter unterschiedlichen Vorzeichen. Dieses Mal also mit Überlegungen unter der Fragestellung „Was ist Wahrheit denn eigentlich...?“, natürlich immer auch im Bezug zur biblischen Botschaft. Zeiten des Schweigens, der Stille, des Gebets und der Meditation, Übungen zur Achtsamkeit und auch der Austausch über Bibeltexte stehen im Mittelpunkt der Treffen.

Sieben Wochen ohne....

Für die vor uns liegende Fastenzeit nehmen sich immer mehr Menschen etwas vor: weniger oder gar keinen Alkohol, weniger Zigaretten, weniger Süßes, weniger Fleisch, weniger Computerspiele, weniger Zeit vor dem TV oder dem Smartphone. Von allem also ein bisschen weniger..... Betrachten wir das Fasten als ein reinigendes Ritual, dann kann der Verzicht auf Alkohol, Fleisch, Nikotin, Schokolade und PC sicher für den Körper sehr wohltu-end sein. Aber kann das wirklich alles sein?

Nun kennen das Judentum, der Islam und das Christentum (und noch weitere Religionen) eine mehr oder weniger lange Fastenzeit mit mehr oder weniger starken Vorgaben für das Fasten. Für uns Katholiken ist es die Zeit von Aschermittwoch bis in die Karwoche hinein. Die sog. österliche Bußzeit bietet uns die Chance für eine Zeit, in der wir uns selbst, unsere Mitmen-schen, unseren Gott neu entdecken können. Damit aber ein Mehrgelingen kann, braucht es auch hier eines Weniger.

Dieses Weniger ist von uns allen selbst zu bemessen, ob es ein Wenigerim Haushalt, am Arbeitsplatz, im Auto, vor dem TV, am PC oder wo auch immer ist.....

Auf jeden Fall aber eröffnet es ein Mehr an Zeit für die Gemeinschaft, die Familie; die Achtsamkeit für sich selbst; für das, was mir guttut; für ein Gespräch, das schon lange ansteht; für einen Spaziergang im Idsteiner Land; für das stille oder auch laute Gebet, das ich vor Gott trage; für die Lektüre in der Bibel oder in einem Buch, das ich schon lange mal lesen wollte; für die Gottesdienste, die ökumenischen Passionsandachten, die Kreuzwegandachten, den Jugend-Kreuzweg, die Offene Kirche, das Gebet „Wir zünden eine Kerze an“ und vieles mehr....

Weniger ist mehr!

Welch großartige Botschaft für eine Zeit, die auf die Woche hinaus läuft, in der wir Christen den Höhepunkt unseres Glaubens feiern dürfen: Das Leiden, das Sterben, die Auferstehung Jesu Christi. Jesus Christus, der uns in seinen Gleichnissen, in seinen Begegnungen gezeigt hat, dass aus wenigviel, sehr viel mehrwerden kann (so etwa bei der Brotvermehrung, wenn auf einmal 5000 Männer und ihre Familien von 5 Broten und 2 Fischen satt werden), dass aus etwas sehr Kleinem etwas ganz Großes werden kann (so beim Gleichnis vom Senfkorn, dem kleinsten aller Samenkörner, aus dem ein Gewächs entsteht, in dem sogar die Vögel nisten können).

Gönnen wir uns also mal die Pausen, den vermeintlichen Stillstand, lassen wir Gott zu Wort kommen. Ich bin mir sicher, es wächst etwas Wertvolles für mich, für uns, für unsere Familien, unsere Freundschaften und sonstigen Bezüge, ja auch für unsere Pfarrei St.Martin Idsteiner Land.

Auf eine gelingende, unter Gottes Segen und im österlichen Licht stehende Fastenzeit,

Ihre C. Sauerborn-Meiwes, Pastoralreferentin