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Vom 1. Advent bis Weihnachten

Vom 1. Advent bis Weihnachten
Vom 1. Advent bis Weihnachten
© J.Meiwes

Impulse im Advent

Heute also der letzte Impuls dieser Reihe. Heute an Heiligabend mit dem Weihnachtssegen der Kirche. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen und euch allen fürs Lesen und Zuhören. Danke für all die netten Rückmeldungen. Es hat mir wieder viel Freude bereitet. Eine gesegnete Weihnacht!
Cornelia Sauerborn-Meiwes

© C.Sauerborn-Meiwes

Weihnachten - Das Fest der Familie

Auch wenn es für die Kirchen und die Christenheit nicht das eigentliche Hochfest ist – das nämlich ist Ostern – ist Weihnachten für die allermeisten Menschen DAS Fest des Jahres, auch wenn der religiöse Hintergrund für viele gar keine Rolle mehr spielt.

Wer die Bilder am vergangenen Wochenende aus London gesehen hat, weiss wovon ich spreche. Nach der Ankündigung des harten Lockdowns stürmten die Londoner die U- Bahnen und Züge. Bilder, wie wir sie zu Beginn der Pandemie aus Indien kennen, als die Menschen von Delhi aufs Land flüchteten.

Hier wie dort die Flucht nach Hause, zu den Familien, zu den Menschen, die uns wichtig sind, die uns Heimat und Geborgenheit bedeuten. Man will nicht alleine bleiben: nicht in Pandemiezeiten. Schon gar nicht aber an Weihnachten - dem Fest der Familie - dazu noch in Pandemiezeiten.
Auf der anderen Seite jedoch entscheiden sich viele Menschen gerade in dieser Pandemiezeit, auf die familiären Besuche zu verzichten. Zum einen sind uns die großen Feiern verboten, zum anderen wissen wir um unsere Verantwortung gerade unseren älteren Mitmenschen und Verwandten gegenüber.

Die Familie der Menschheit ist bedroht und alle - fast alle zumindest - sind sich einig, dass es in diesem Jahr eben keine großen Zusammenkünfte und Feiern geben kann. Egal, welches Fest in den Religionen weltweit gefeiert werden möchte.

Und so lassen Sie uns doch in diesem Jahr einfach mal still und leise feiern. Ohne den Trubel in den Geschäften noch an Heiligabend selbst. Vielleicht kann uns in der Stille – in der Einsamkeit - wieder etwas bewusst werden, was uns verloren gegangen ist, was im Trubel der vergangenen Jahre auf der Strecke geblieben ist. Vielleicht beantworten wir uns ehrlich die Fragen: Wer oder was ist uns wirklich Heimat? Bei wem fühle ich mich geborgen?
Hören wir dann ein Glockengeläut am Abend, so kann es uns als der Engel Halleluja auf den Feldern bei den Hirten erklingen. Schauen wir in den Himmel, erblicken wir die Sterne, die nicht nur den Sterndeutern den Weg weisen.
Und auch das Lied Stille Nacht - Heilige Nacht bekommt wieder eine ganz neue Facette: Christ, der Retter ist da. Er selbst ist es, der zu uns Menschen kommt und uns seine Nähe, Geborgenheit und Liebe schenken möchte. Eine Heimat also, die wir Menschen  - egal, wo und mit wem wir Weihnachten feiern – immer finden dürfen.

Ich wünsche Ihnen und euch allen eine gesegnete Weihnacht‘! Mit den Worten des weihnachtlichen Segens unserer Kirche weltweit:

o    Der barmherzige Gott hat durch die Geburt seines Sohnes die Finsternis vertrieben und diesen Tag erleuchtet mit dem Glanz seines Lichtes; er mache unsere Herzen hell mit dem Licht der Gnade. Amen.

o    Den Hirten ließ er durch den Engel die große Freude verkünden; mit dieser Freude erfülle er unser ganzes Leben. Amen.

o    In Christus hat Gott Himmel und Erde verbunden, durch ihn schenke er allen Menschen guten Willens seinen Frieden, durch ihn vereine er uns mit der Kirche des Himmels. Amen.

Dies gewähre uns allen der uns Menschen zugewandte Gott:
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Allen ein gesundes neues Jahr 2021, möge es unter einem guten Stern stehen,
Conny Sauerborn-Meiwes

Impuls zum 4. Advent

© C.Sauerborn-Meiwes

Impuls zum 4. Advent 2020

Waren wir nicht schon bei den Hirten auf dem Felde in der Nacht von Jesu Geburt? Und nun hören wir im Evangelium zum vierten Advent erst von der Ankündigung der Geburt Jesu. Also nochmal alles auf Null, auf Anfang?

Wie die Hirten auf dem Feld erschrecken, erschrickt zunächst auch Maria, als der Engel sie anspricht. Und wie bei den Hirten versucht dieser ihr mit den Worten „Fürchte dich nicht!“ die Angst zu nehmen, um dann seine Botschaft Maria zu verkünden. „Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lk.1,31)

Wie bei den Hirten kommt auch für Maria diese Botschaft Gottes durch den Engel unverhofft und unerwartet. Die Botschaft unterbricht im gewohnten Denken und Handeln, sie unterbricht Planungen und Vorstellungen des Alltags.

Und doch ist Maria bereit. Sie sagt „Ja“ ohne „Wenn“ und „Aber“. „Das sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du gesagt hast“ (Lk.1,38). Die junge Frau fragt nicht nach einem Nutzen, sie vertraut auf Gott und lässt ihn wirken. Sie lässt sich auf das Risiko des Glaubens ein und lässt geschehen. Damit mehr geschieht. Mehr, als wir Menschen selbst machen können. So hat Maria mit ihrem „JA“ allen Menschen den Weg zu Gott, zur Erlösung, zum Heil erwirkt.

Nun könnte man vielleicht meinen - dem Beispiel Mariens zu folgen - heiße „Gott wirken zu lassen“ in dem Sinne, dass er es schon richten werde. Aber Gott kann nicht wirken, wenn ich, wenn wir die Hände in den Schoß legen. „Gott wirken lassen“ ist, wie Marias Beispiel zeigt, vielmehr Herausforderung zu höchster Aktivität.

Tagtäglich erfordern Situationen meine und unsere Entscheidung, mein und unser Handeln: vorhersehbare, alltägliche Situationen, aber auch unvorhergesehene, ungeplante Ereignisse fordern uns heraus. Fälle, Zufälle, die das bisherige Leben verändern, in Frage stellen, eine Neuorientierung verlangen: ein Unfall, ein Todesfall, ein Krankheitsfall, das Zerbrechen einer Beziehung, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit – vielleicht auch bedingt durch ein kleines Virus, das unser aller Denken, Fühlen und Handeln auf den Kopf stellt.

Oder aber eine neue Arbeitsstelle, eine unerwartete Partnerschaft und Liebe, die Geburt eines Kindes, eine neue Wohnung. Alles Ereignisse, die die Frage aufwerfen: „Wie soll, wie kann es weitergehen?“.

  • Gerade aber im Hinblick auf das vor uns liegende Weihnachtsfest können wir die Augen nicht verschließen. Im Gegenteil: wir müssen sie weit aufsperren, auch wenn wir eine Wirklichkeit entdecken, die uns eher fürchten lässt. Wenn wir unsere Augen öffnen, können wir uns über den katastrophalen Zustand unserer Welt nicht mehr hinwegtäuschen: kriegerische Auseinandersetzungen, Umweltkatastrophen weltweit, Armut und Leid in den meisten Teilen unserer Erde, seelische Nöte vieler Mitmenschen, die sie lähmen und kraftlos werden lassen.

Angesichts dieser Situation wären wir versucht, die Augen zu schließen und unseren privaten Lebenstraum zu träumen: Hauptsache, uns geht es gut! Hauptsache, wir kommen über die Runden!

Dieser private Traum jedoch ist für Glaubende, die mit dem Wirken Gottes in der Welt rechnen, ausgeträumt.

Und so kommt Gottes Traum von der Welt ins Spiel: der Traum vom Heil, der Traum vom Reich Gottes für alle Menschen. Diesen Traum Gottes träumen heißt dann aber ganz bewusst für eine neue Welt beten, eintreten und leben. Eine von Gottes Liebe und Gerechtigkeit erfüllte Welt!!

Die Bilder einer neuen Welt haben wir uns in der Adventszeit, der Zeit des Hoffens und Erwartens, vielleicht wieder neu bewusst machen können. Weihnachten nun kann uns einladen, den „Traum Gottes mit der Welt“, den Gott uns im „Ja“ der Maria und dem Wirken Jesu so faszinierend gezeigt hat, wieder zu erneuern, unter die Menschen zu bringen, ihm eine neue Chance zu geben.

Wir Christen dürfen kreativ sein, wenn es darum geht, unseren Glauben an den uns befreienden Gott weiterzusagen, anderen Menschen näher zu bringen in Wort und Tat.

Und so wünsche ich uns allen:

Lassen wir uns von der Verkündigung des Engels an Maria, von Gottes Botschaft genauso treffen, wie sie über Maria und auch die Hirten hereingebrochen ist. Seien wir bereit, ohne „Wenn“ und „Aber“ Jesus unser „Ja“ zuzusprechen.

Lassen wir es zu, dass er ganz persönlich in uns ankommen kann. Wie es uns eine junge Frau vor 2000 Jahren vorgelebt hat. Von „Null“ auf „Hundert“ also:-))

In diesem Sinne einen schönen vierten Advent,

Conny Sauerborn-Meiwes

Hier der Link zu unseren Spendenaufrufen für die Menschen in Lateinamerika, für die Kinder weltweit!! Lassen Sie unseren Worten Taten folgen! Herzlichen Dank!

Impuls zum 17.Dezember 20: HIRTEN

© J.Meiwes

Impuls zum 16. Dezember 2020

Am vergangenen Sonntag hörten wir in der Lesung des Propheten Jesaja verheißungsvolle Worte: „er hat mich gesandt, um den Armen frohe Botschaft zu bringen“ (Jes. 61,1).

Groß war damals die Hoffnung auf einen Nachfahren Isais, dem Vater von König David. Ein Nachfahre, der das Volk Israel endlich zu Gerechtigkeit und Frieden führen würde.

Viele Jahrhunderte später zitiert Jesus selbst bei seiner Antrittsrede in Nazareth genau diese Verse aus dem Buch des Propheten Jesaja: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe.“ (Lk.4,18). Und so erfüllte sich für die Menschen nun endlich in Jesus, dem Immanuel, dem „Gott ist mit uns“ die Verheißung des Jesaja.

Den Armen eine frohe Botschaft bringen, genau das aber passierte schon in der Nacht der Geburt Jesu auf dem Feld. Waren es doch die Hirten, die mit ihren Schafen auf freiem Felde lagerten, als ihnen ein Engel erschien, dessen Herrlichkeit die Hirten umstrahlte. Die Hirten erschraken, der Engel aber sprach: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren, er ist der Christus, der Herr.“ (Lk.2,10.11).

Hirten, die Ärmsten der Armen, die am Rande Lebenden: Ihnen, ja ihnen wurde als erstes die Botschaft zuteil, dass Jesus – der Christus, geboren sei. Und es blieb nicht bei einem Engel, der ihnen erschien. Nein, eine ganze Heerschar war plötzlich bei den Hirten und lobte Gott.

Die Hirten aber machten sich noch in der gleichen Nacht auf den Weg nach Bethlehem. Sie fanden Jesus, wie es ihnen von den Engeln gesagt worden war: In einer Krippe liegend, in Windeln gewickelt. Sie berichteten von der Botschaft der Engel, von deren Lobpreis des neugeborenen Kindes. Selbst Maria - die Mutter Jesu, so heisst es im Lukasevangelium, bewahrte alle diese Worte der Hirten und erwog sie in ihrem Herzen. Hatten sie und Josef doch selbst noch nicht wirklich verstanden, wie ihnen geschehen war.

Die Hirten aber kehrten zu ihren Herden zurück. Sie rühmten Gott und priesen ihn für all das, was sie gesehen und gehört hatten. Die Hirten also als die ersten Prediger, Verkünder und Botschafter!

Ein schönes Bild! Ist es doch auch der HIRTE, den David in Psalm 23 zur Beschreibung Gottes wählt.

Der HERR ist der Hirte, der mir an nichts fehlen lassen wird, der mir in mutlosen Zeiten meine Lebenskraft zurückbringt, der mich nicht fürchten lässt - egal, wie dunkel es um mich herum sein mag - , der mich tröstet und mich auf Wege der Gerechtigkeit führt. Er ist es, der mich gesalbt hat, der mir Talente und Begabungen geschenkt hat, damit ich sie nutze, der mich mit seiner Güte und Huld begleitet, bis ich eines Tages aus dieser Welt gehe und endgültige Heimat finde bei ihm.

Der HERR ist der HIRTE.

Aber ein ganz kleines bisschen Hirte ist hoffentlich in uns allen:

Danken wir Gott, loben und preisen seinen Namen.

Machen wir es den Hirten auf dem Felde nach!

Denn dann kann Weihnachten kommen!

Conny Sauerborn-Meiwes

 

 

Impuls zum 3. Advent 2020

© C.Sauerborn-Meiwes

Frieden überwindet Grenzen

lautet das diesjährige Motto des Friedenslichtes aus Bethlehem - einer Initiative des Österreichischen Rundfunks seit 1984. Pfadfinderverbände bringen es Jahr für Jahr auch nach Deutschland. In unserer Pfarrei wird es heute Abend, am 3. Advent, in einem Jugendgottesdienst in Empfang genommen und dann auf die Kirchorte verteilt. Von dort darf das Friedenslicht gerne mit nach Hause genommen werden. Über die Grenzen hinweg fühlen wir uns durch ein kleines Licht mit Menschen aus Jesu Heimatland verbunden.

Grenzen – sie sind uns allen zurzeit hart auferlegt. Ein kleines unsichtbares Virus legt so vieles lahm. Davon hätten wir vor einem Jahr gewiss nicht träumen wollen. Es wäre ein Albtraum gewesen. Mittlerweile aber ist dieser Albtraum für viele Menschen Alltag geworden.
Ich denke an all‘ die Menschen, die ich schon am 1. Advent benannt hatte: die Alten, die Jungen, die Pflegekräfte, die Kulturschaffenden…..in unseren Breitengraden.


Aber haben wir noch die Menschen in Südostasien, in Afrika, in Lateinamerika im Blick? Und wenn es nicht ganz so weit weg sein soll - die Kinder und die Familien in der Ukraine, dem Beispielland der Sternsingeraktion 2021? Noch planen und machen wir in der Pfarrei. Kinder und Eltern haben sich organisiert, sind bereit ihr Bestes zu geben, damit diese Aktion Kinder helfen Kindern, stattfinden kann.

Der harte Lockdown aber droht. Was dann? Hier wie dort, wie überall auf der Welt sind es doch insbesondere die Kinder, die unter Krisen zu leiden haben. Und nun eine Pandemie von solchem Ausmaß! Wir alle hören die Zahlen der vom Hungertod Bedrohten. Statt dass der Hunger bald ausgerottet sein würde wie erhofft, steigt die Not wieder stark an.

Keine schönen Sonntagsworte heute – denken Sie vielleicht jetzt….
Eher aufrüttelnd, wach machend, sorgend, mahnend…..

Wie müssen die Worte des Johannes des Täufers für die Menschen damals geklungen haben? Johannes - eher eine Gestalt zum Fürchten, wie er uns im Neuen Testament geschildert wird - war ein Mahner. Einer, der zur Umkehr aufrief: eine Umkehr zum Glauben an den, der das wahre Licht ist. Johannes  selbst legte nur Zeugnis ab für den, der da kommt. Die Taufe durch Johannes galt als Vorbereitung, als ein Zeichen der Umkehr anbetracht des Kommens des Herrn.

Und schon sind wir wieder im Heute – wohin man hört, mit wem man spricht oder was man liest - es ist die Rede von Umkehr.
Umkehr im Klimaschutz, im Welthandel, im Gesundheitswesen, im Tourismus und und und…

Es muss wohl ein Umdenken im Miteinander erfolgen, so würden es viele unterschreiben. Es kann nicht so weiter gehen wie vor der Pandemie. Und doch hockt jeder und jede wieder im eigenen Hamsterrad, irgendwie muss es ja doch wieder weitergehen. Eine irgendwie geartete Normalität muss doch wieder möglich sein.

Ja, es wird sie geben. Anders sicher, aber auch schön. Dann, wenn wir uns unsere Grenzen bewusst werden:

o    Wenn wir uns eingestehen, dass wir Menschen eben nicht alles machen können
o    Wenn wir uns eingestehen, dass wir Geschöpfe Gottes und nicht selbst Gott sind
o    Wenn wir uns eingestehen, dass der eine oder andere Verzicht auch ein Mehr sein kann
o    Wenn wir uns eingestehen, dass Teilen Freude machen kann
o    Wenn wir uns eingestehen, dass Grenzen auch ihr Gutes haben, wenn sie die Würde, die Gesundheit, das Leben anderer sicher stellen

Uns allen fallen sicher ganz viele Dinge ein, die wir tun oder aber auch lassen können.

Johannes der Täufer rief zur Umkehr. Sein Name ist dabei Programm. Johannes heisst „Gott ist gnädig“. Bei allen Vorsätzen also, die wir treffen, bei aller Umkehr, die wir uns vornehmen, dürfen wir auf die Barmherzigkeit unseres Gottes vertrauen. Er ist mit uns, alle Tage dieser Welt.

Er ist das Licht, dem wir folgen sollen; er ist der Weg, der uns in eine hoffnungsvolle Zukunft führt.

Jesus Christus also ist der Frieden, der Grenzen überwindet.

Euch und Ihnen allen einen friedvollen dritten Advent,
Conny Sauerborn-Meiwes

 

 

 

Impuls zum 9. Dezember 20

© pixabay

Vielleicht erinnern Sie sich an das Jahr 1997? Viele Menschen rund um den Globus blickten fasziniert in den Himmel. Sie auch?

Zu sehen war ein Komet - über viele Monate sogar mit dem bloßen Auge am Himmel zu erblicken. Seine Entdecker Hale und Bopp gaben dem Kometen seinen Namen. Hale-Bopp war der Komet des 20. Jahrhunderts, einer der hellsten Kometen wohl für mehrere Jahrzehnte. Man schätzt ihn dreimal größer als den Halleyschen Kometen ein.

Dieser aber, so wird vermutet, stand damals um die Zeit der Geburt Jesu am Himmel. Seit 240 vor Christus bis heute war er um die 25 – mal zu sehen, so auch im Jahr 12 vor Christi Geburt.

Im Matthäus-Evangelium lesen wir in der Weihnachtszeit von Sterndeutern, die sich aus dem Osten nach Jerusalem aufmachten und dann nach Bethlehem weiterzogen. Sie fragten: „Wo ist der neugeborene König? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mt. 2, 2) Sie kamen mit Geschenken - mit Weihrauch, Myrrhe und Gold  -an die Krippe, immer dem Stern folgend. Als sie Jesus dann sahen; „fielen sie nieder und huldigten ihm.“ (Mt.2,11)

Welch‘ schönes Bild:

Der Himmel zeigte den Weisen aus dem Morgenland den Weg zur Krippe des Herrn.

Wir wissen um die Seefahrer, die sich am Stand von Sonne, Mond und Sternen orientierten. Wir können uns Jahreshoroskope erstellen lassen, die den Stand der Sterne bei unserer Geburt mit einbeziehen. Wir haben vielleicht schon vor den riesigen Teleskopen des Observatoriums auf La Palma gestanden oder haben einfach bei sternenklarer Nacht in dunkler Umgebung in den Himmel geschaut? Sind vor Staunen und Ehrfurcht angesichts der unendlichen Ferne und großen Vielfalt an Lichtern erstarrt und verstummt?!

Der Himmel mit seinen großen und kleinen Sternen hat heute wie damals für uns Menschen eine große Faszination:  

  • Sternbilder, die sich Monat für Monat ändern
  • Planeten, die mit ihrem Erscheinen den Abend oder Morgen einläuten.
  • Sterne, die man verglühen sieht und einen Wunsch frei machen
  • Sterne, denen man zuwinken möchte, da auf ihnen vielleicht jemand wohnt und uns zulacht?

Den Himmel auf Erden, den aber wünschen sich nicht nur frisch Verliebte, den hätten wir alle gerne. Was aber macht es uns so schwer, diesen Himmel auf Erden zu finden?

Der Blick in den Himmel ist wunderschön, die Erinnerung daran ist wunderschön. Was hindert uns also daran, diesen Blick in unseren Alltag zu nehmen?

In einem Lied, das insbesondere in der Zeit der Sternsingeraktion von den Kindern viel und gerne gesungen wird, heisst es:

 „Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück,

steht noch dein heller Schein in unserm Blick;

und was uns froh gemacht, teilen wir aus,

Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.“

Die Sterndeuter von damals sind dem Stern gefolgt, den sie haben aufgehen sehen. Schließlich haben sie gefunden, was sie gesucht hatten. Voller Freude standen sie an der Krippe Jesu, haben der Heiligen Familie Geschenke überbracht. Mit dieser Freude im Herzen kehrten sie in ihre Heimat zurück.

Machen wir es ihnen nach, suchen wir nach Zeichen von Gottes Nähe und Liebe: sei es im Himmel oder auf Erden. Folgen wir ihnen, freuen wir uns an ihnen, teilen wir sie mit anderen.

Auf die Suche allerdings müssen wir uns schon machen. Wie die drei Sterndeuter eben, die sich durch nichts und niemanden haben abhalten lassen, den neugeborenen König, unseren Herrn zu finden.

Viel Freude also bei der Suche und soviel ist sicher, Gott freut sich über uns alle, die wir ihn suchen.

Conny Sauerborn-Meiwes

Impuls zum 2. Advent 2020

© C.Sauerborn-Meiwes

Johannes der Täufer - Eine Stimme in der Wüste

Im heutigen Evangelium hören wir: „Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja - Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bahnen wird. Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des HERRN. Macht gerade seine Straßen!“ (Mk.1,2.3)

Wer schon einmal in der Wüste war, der weiß, wie dunkel es einem vor den Augen werden kann trotz des gleißenden Sonnenlichtes, das vom Himmel brennt. Schwarz vor Augen aufgrund der Hitze, des Wassermangels, der Dürre….

  • Johannes lebt in solch einer Wüste. Er weiß, von was er spricht, wenn er dem Herrn den Weg ebnen will, Zeugnis ablegen will für das wahre Licht: Jesus - den Christus.
  • Johannes, der um die Bedeutung von Wasser weiss: Wasser bringt Leben hervor. Es lässt die Wüste erblühen. Wasser ist das Lebenselixier für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Und so ist es auch Johannes, der - im Jordan stehend - Frauen, Männer und Kinder tauft, Ihnen mit diesem Zeichen die Nähe Gottes, ein Leben in Gottes Angesicht zuspricht. Und schließlich von sich sagt:

Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“(Mk.1,8)

In dieser Woche haben wir die Anmeldungen von über 40 Jugendlichen erhalten, die sich ab Januar auf den Weg zum Empfang des Firmsakramentes machen wollen. Männer und Frauen aus unserer Gemeinde haben sich bereit erklärt, gemeinsam mit den Jugendlichen zu erkunden, was es mit ihrem und unserem christlichen Glauben auf sich hat. Wer oder was Kirche eigentlich ausmacht, wie viele Facetten Kirche haben kann. Und natürlich wird es Einheiten zu Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiligem Geist geben.

Und um diesen genau geht es ja, den Heiligen Geist, den wir am Leben erhalten müssen. Gerade diese Kraft Gottes - der die Liebe ist - benötigen wir in unserem Alltag, in der Kirche, im Gottesdienst, wenn wir auch in Wüstenzeiten – wie wir sie angesichts der Pandemie, der Klimakrise, der vielen kleinen und großen Krisenherde zur Zeit erleben – lebendig bleiben möchten:

Freut euch zu jeder Zeit!

Betet ohne Unterlass!

Dankt für alles!

Löscht den Geist nicht aus!

Diese Worte spricht der Apostel Paulus im 1. Brief an die Thessalonicher und nimmt uns Christen dabei in die Verantwortung. Es ist ein einziges Gebet um mehr Lebendigkeit, Mut, Gerechtigkeit, Offenheit, Dank, Geschwisterlichkeit und Loyalität.

In diesem Sinne also möchte ich Sie und Euch alle bitten, den Weg der Jugendlichen, das Engagement der KatechetInnen, die Familien mit Gedanken und Gebeten zu unterstützen und zu begleiten, auf dass der Geist Funken versprühe und nicht ausgelöscht – oder etwas weniger drastisch ausgedrückt - immer kleiner werde.

Dafür tragen wir gemeinsam Verantwortung, ganz aber in der Tradition des Johannes und wie es beim Propheten Jesaja schon geheißen hat: „In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!“(Jes.40,3)

Einen schönen zweiten Advent wünscht Euch und Ihnen allen,

Conny Sauerborn-Meiwes

Impuls zum 2. Dezember 2020

© C.Sauerborn-Meiwes

ENGEL – das müssen nicht Männer mit Flügeln sein, so heisst es in einem Gedicht.

Stimmt: Engel sind Boten Gottes, sie gehören  keinem Geschlecht an.

Engel sind Gott nahe, stehen uns Menschen nahe. Tag für Tag vermitteln sie uns kleine Botschaften  - allzu oft übersehen wir diese leider, überhören wir die Botschaften der Engel.

  • Botschaften der Liebe und Zuneigung, der Zuversicht und der Freude.
  • Botschaften der Dankbarkeit und des Verzeihens, der Gelassenheit und der Achtsamkeit.
  • Botschaften des Trostes und der  Gerechtigkeit, der Zuverlässigkeit und der Freundschaft.
  • Botschaften des Lobes und der Achtung, der Inspiration und des Verstehens.

All‘ diesen Haltungen begegnen wir in uns selbst, aber auch und gerade bei anderen Menschen.

Wer aber – wenn nicht Gott selbst – begegnet uns im Andern?

Es ist Gott selbst, der uns anrührt mit all’ diesen Botschaften, mit dem Weckruf zu einer bestimmten Haltung! Diese Botschaften sind Zuspruch und Anspruch zugleich. Anselm Grün beschreibt Engel als unsere spirituellen Wegbegleiter. „ Sie zeigen, dass unser Leben „mehr“ ist.“ Engel bringen uns in Berührung mit einer tiefen Sehnsucht, die in uns steckt. Eine Sehnsucht nach Hilfe und Heilung, die nicht aus uns Menschen allein kommen kann. Heute wie damals, damals wie morgen sind wir also auf die Botschaften Gottes angewiesen, wollen wir der Sehnsucht Raum geben.

Was aber heisst das für die Advents – und Weihnachtszeit?

Was wäre gewesen,

  • wenn ein Engel  Maria nicht die Geburt des Sohnes Gottes verhießen hätte, und Maria ihr JA nicht gegeben hätte?
  • Wenn der Engel Josef nicht im Traum erschienen wäre, um ihn davon zu überzeugen, dass er bei Maria bleiben möge?
  • Wenn den Hirten auf dem Feld durch den Chor einer Engelschar die Geburt des Herrn nicht verkündet worden wäre?
  • Wenn Josef nach der Geburt Jesu nicht noch einmal ein Engel erschienen wäre, um ihn zur Flucht nach Ägypten zu bewegen?

Engel sind es, die uns Menschen beiseite stehen, die uns bewachen und uns unsere Wege weisen.

ENGEL – es müssen nicht immer Männer mit Flügeln sein, oft sind es die kleinen Begegnungen, die kurzen Träume und Bilder, die uns zu Botschaften von Gott werden.

Wir müssen sie „nur“ auffangen, ihnen ein Gesicht geben, sie zu Wort kommen lassen, ihnen Gehör schenken und uns so von Gott auf unserem Weg leiten lassen.

Dass uns dies mehr und mehr gelinge, das wünsche ich uns allen,

 

Conny Sauerborn-Meiwes

Impuls zum 1. Advent

© J.Meiwes

Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Welch‘ großartige Zusage, die wir heute, am ersten Advent in der Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther hören. Wie gut sie uns tut gerade in dieser Zeit: der von einem winzigen Virus geprägten Zeit. Einer Zeit, in der nun schon so lange von bald nichts anderem mehr gesprochen wird.

Wie gut tut es da, mit dem ersten Advent in eine andere Zeit zu entfliehen und sei es nur für einen Moment. Advent – eine Zeit, die von jeher eine besondere Zeit war und ist: eine Zeit, in der wir uns Zeit nehmen wollen für Andacht, Ruhe und Besinnung. Das aber bei Kerzenschein, schöner Musik, mit Texten, die uns auf das besinnen lassen, was es mit dem Warten auf das Fest der Geburt Jesu auf sich hat.

Denn nicht nur für Kleinkinder, sondern auch für uns Erwachsene hat diese Zeit doch immer noch etwas Geheimnisvolles, Erwartungsvolles und Hoffnungsfrohes an sich. Musik aber kann unser Herz öffnen und weit machen für die Ankunft Jesu in unserer Welt. Nicht mehr und nicht weniger erwarten wir ja in dieser vierwöchigen Adventszeit:

Die Ankunft Jesu in unseren Herzen, in unserem Alltag, in unserer Welt.

Vielleicht trifft das aber in 2020 ganz besonders zu. In einem Jahr, das viel von uns gefordert hat und noch immer fordert:

  • Kinder und Jugendliche, die auf ihren geregelten Schulalltag verzichten
  • Alte, die auf die gewohnten Besuche durch Kinder und Enkelkinder verzichten
  • Frauen und Männer, die in Pflege, Handel, Versorgung ihr Bestes geben,
  • Frauen und Männer, die um ihre berufliche Zukunft bangen und mit ihren Familien in existentielle Nöte geraten.

So vieles ließe sich noch benennen!

Und trotzdem: Gestern wie heute und auch morgen setzen Menschen in diesen Zeiten Hoffnungszeichen, geben Menschen die Hoffnung nicht auf. Sie machen sich auf und werden zum Licht für andere, geben Licht weiter, zünden Lichter an und bringen Augen zum Leuchten.

Es sind nicht allein die Christen und Christinnen, die Hoffnung schenken und Zuversicht verströmen…

Aber ist es nicht gerade an uns,

  • die wir an Jesus Christus glauben,
  •  die wir seine frohe Botschaft vernommen haben,
  • die wir auf das Fest seiner Menschwerdung im Advent hin leben,

unserer Hoffnung Ausdruck zu geben? Ist es nicht an uns - der Treue unseres Gottes bewusst auch in schwierigen Zeiten - Freude und Zuversicht weiter zu geben?

Nehmen wir uns also im Advent die Zeit zur eigenen Freude und um Freude zu schenken. Lassen wir unsere Herzen weit werden, damit Platz werde für Jesus. Eilen wir ihm entgegen, sind wir für ihn bereit. Freuen wir uns auf ihn!!

Diese Freude wünsche ich uns allen. Ganz in der Gewissheit des Verses:

Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Cornelia Sauerborn-Meiwes

 

Ein weitere Aktion: „Advent_tiefergelegt“

Liebe Mitchristen,

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Die Weihnachtseinkäufe beginnen hier und da und unter den Alltagstrott mischt sich der „Vorweihnachtsstress“. Aber wo bleibe da eigentlich ich? Wie kann ich für Besinnung oder Einstimmung auf das Weihnachtsfest sorgen? Und wie soll ich das zeitlich bewerkstelligen?

Wir - das sind die Gemeinde- und Pastoralassistent*innen des Pastoralkurses 2019-2021 des Bistums Limburg –wollen Ihnen deshalb eine Möglichkeit bieten, dem Alltagstrott zu entfliehen, die Seele baumeln zu lassen,ohne dass Sie sich dafür viel Zeit nehmen müssen.

Ab dem ersten Advent können Sie deshalb Impulse unter https://advent-tiefergelegt.bistumlimburg.de/ abrufen. Ob im Zug, auf der Arbeit oder im Homeoffice, für Sie wird der ADVENT dieses Jahr TIEFER gehen und damit der Grundstein für eine besinnliche Weihnachten GELEGT. Also schauen Sie vorbei und hören Sie rein.Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie schon jetzt eine besinnliche Weihnachtszeit.

Bleiben Sie gesund und bleiben Sie behütet!

Für den Pastoralkurs 2019-2021

Marvin Neuroth, Pastoralassistent

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