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Von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam 2021

Von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam 2021
Von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam 2021
© C.Sauerborn-Meiwes

Von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam konnten hier Impulse gelesen/Podcasts gehört werden. Sie orientierten sich an den Feiertagen oder den biblischen Lesungen vom Tag.  Nicht täglich, aber zweimal die Woche. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Cornelia Sauerborn-Meiwes

© J.Meiwes

Fronleichnam – ein Hochfest, eingesetzt im 13. Jahrhundert zur Verehrung der Eucharistie.

Erst wenige Jahre zuvor war die Wandlung der eucharistischen Gaben Brot und Wein in den wahrhaften Leib und das wahrhafte Blut Jesu zum Dogma erhoben worden.

Das Fest steht zum Gründonnerstag, an dem wir die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern in aller Stille feiern, in enger Verbindung. Eine aufwändige Entfaltung des Festes Fronleichnam mit all‘ seinen Prozessionen, die über die späteren Jahrhunderte die Gemüter erregten, konnte sich nun erst entwickeln. Orientierte man sich ursprünglich an Flurprozessionen, an Bittgängen für eine gute Ernte, hatte also die Bürgerschaft mit im Boot, erhielt das Fest in der Reformationszeit seinen abgrenzenden Charakter.

Luther war das Fest ein Gräuel, auf dem Trienter Konzil wurde gekontert und das Fronleichnamsfest mit seiner Prozession zur gegenreformatorischen Demonstration aufgewertet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Fronleichnamsprozessionen schließlich zum Zeichen des Widerstandes gegen Hitler. Heute erfahren die Prozessionen je nach Landstrich unterschiedliche Ausschmückung und auch Unterstützung durch die Zivilbevölkerung.

Im letzten wie in diesem Jahr laufen die Prozessionen aus bekannten Gründen allerdings auf Sparflamme. Nur einige wenige Altäre, die wir auf Pfarreigebiet unter Einhaltung von AHA - Regeln haben, laden zum Besuch beim Spaziergang ein. Eine Gruppe von Firmjugendlichen etwa gestaltet in Idstein einen Altar zum Thema Menschen in Not, Anwohner und Anwohnerinnen in Oberjosbach schmücken sechs thematisch geprägte Altäre im Ort, Gemeindemitglieder von Maria Königin gestalten vier Altäre in der Kirche von Niedernhausen.

Nun ist die Prozession ja eh nicht jedermanns Sache, heißt es doch, öffentlich den Glauben zu zeigen. Man setzt sich nicht gerne den Anfragen aus: Wie, du bist immer noch bei dem „Verein“? So darf man durchaus gespannt sein, wie gut besucht im kommenden Jahr unsere Gottesdienste zu Fronleichnam sein werden und wie viele Menschen sich anschließend mit auf den Weg machen werden. Die Kirchen machen zurzeit wirklich keine gute Gestalt in den Medien. Aber sollte das nicht gerade Grund genug sein, ein weiteres Bild, eine andere Facette von Kirche zu zeichnen?

Wir alle sind Kirche, und das sollten wir auch zeigen dürfen: Unser aller Auftrag ist es doch, nach draußen zu gehen. So hat es Jesus gewollt, als er den Jüngern und Jüngerinnen den Auftrag gab, von ihm zu erzählen, und den Glauben an Vater, Sohn und Heiligen Geist zu verkünden.

Natürlich nicht nur an Fronleichnam, sondern überall dort, wo wir unterwegs sind. Aber auch an Fronleichnam.

Karl Rahner formulierte einmal so: „Wir tragen das Sakrament durch die Fluren und Wüsten unseres Lebens und bekennen: Wir sind dabei begleitet von dem, der alle Wege gerade und zielvoll machen kann, wenn nur er mitgeht“.

Liebe Frauen und Männer, dies war mal wieder der letzte Impuls in der Reihe „Von Christi Himmelfahrt bis Fronleichnam“. Danke fürs Zuhören und Lesen, ich freue mich, wenn es gefallen und angerührt hat. Bis zum Advent dann also. Es grüßt Sie und euch,

Conny Sauerborn-Meiwes

© J.Meiwes

Heute feiern wir den Dreifaltigkeitssonntag. Schon viele haben versucht, diese Glaubenslehre verständlich zu machen. Gelten wir Christen bei Andersgläubigen doch gerne als Menschen, die an drei Götter glauben…

Schwierig, aber wir glauben an einen Gott in drei Personen: Schon im 2. Korintherbrief formulierte Paulus seinen Segensgruß folgendermaßen:

„Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ ( 2 Kor.13,13)

In den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde von Kirchenvätern versucht, die Beziehung von Gott:  Vater - Sohn und Heiligem Geist zu veranschaulichen:

  • Tertullian gebrauchte für die Trinität das Bild eines Baumes: Wurzeln, Stamm und Zweige.
  • Augustinus verglich die Trinität mit der Natur des Menschen in Körper, Seele und Geist.
  • Basilius mit dem Regenbogen:Sonne, Sonnenlicht und Farben.
  • Ebenfalls bei den Kirchenvätern findet sich das Bild von drei dicht aneinander gestellten Kerzen, die mit einer einzigen Flamme brennen.
  • Der Heilige Patrick später hat der Legende nach die Iren mit einem Kleeblatt über die Dreieinigkeit Gottes aufgeklärt.
  • Aus neuerer Zeit gibt es die Analogie von Lewis,der die Trinität mit einem Würfel in seinen drei Dimensionen verglich.

Mir persönlich gefällt auch das Beispiel von einer einzelnen Kerze sehr gut: Wenn wir eine Kerze betrachten, finden wir drei Aspekte: die Flamme, das Licht und die Wärme. Eine Kerzenflamme ohne Licht und Wärme kann man nicht denken.

Und noch ein Bild leuchtet ein: Es ist so ähnlich wie beim Wasser. Je nach Temperatur ist es gefroren, flüssig oder gasförmig. Dabei bleibt es immer aber H2O.

Genauso verhält es sich mit unserem Gott:

  • Gott - Vater ist der Schöpfer aller Lebewesen und Dinge.
  • Gott - Sohn ist Jesus Christus, der Mensch geworden ist.
  • Gott - Heiliger Geist schenkt die Weisheit, den Glauben und die Liebe zwischen Gott und den Menschen.

Gott hat also drei verschiedene "Zustände" und bleibt doch immer ein Gott.

In diesem Sinne segne uns alle der dreieinige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Ihre Conny Sauerborn-Meiwes

© Pixabay

Gerade haben wir das Pfingstfest gefeiert, da kommt ein Nationalfeiertag in den USA angeflogen: Heute ist dort der Tag des Papierfliegers. Es ist doch immer wieder erstaunlich, für wen und was bestimmte Tage ausgerufen werden.

Aber dieser Tag des Papierfliegers ist schon ein Gedanke wert: Sie erinnern sich sicher an den einen oder anderen Flieger, den Sie in Schulzeiten gefaltet haben und durch die Klasse oder über den Schulhof haben segeln lassen? Man unterscheidet Werfer und Gleiter, je nach Fluglinie. Es gibt keine Meisterschaften, aber dennoch verschiedene Rekorde für die aufwändigen Papierflieger: so hat das größte Papierflugzeug eine Spannweite von 18,21 mtr.

Davon waren wir alle sicherlich weit entfernt. Normal langte ein DIN A 4 Blatt: meist ein Papier, dessen Text darauf in unseren Augen meist das Papier selbst nicht wert war – je nach UnterrichtsfachJ.

Oder aber wir haben ihn versehen mit einer kurzen Nachricht für eine Verabredung am Nachmittag unter Freunden, einer nicht so schmeichelhafte Bemerkung über das Outfit des Lehrers/der Lehrerin oder einer kurzen Ich–mag–Dich  Botschaft, einem kurzen Zuspruch, einer kleinen Aufmunterung. Eine willkommene Unterbrechung des Schulunterrichts war es allemal, zumindest auf Seiten von uns Schülerinnen und Schülern….

Nun bin ich letzte Woche auf eine ökumenische Aktion gestoßen, die mir sehr gut gefällt. Da das Papiersparen ja aber nötig ist und Aufkleber in unseren Städten nicht erwünscht, habe ich mir für den heutigen Impuls überlegt, Sie alle zu bitten, den deutschlandweiten Segensaufruf von katholischen und evangelischen Kirchen zu unterstützen, indem Sie den Link www.segen.jetzt weitergeben. Die Idee dahinter ist ganz einfach. Simone Enthöfer, Landespfarrerin im Zentrum Gemeinde und Kirchenentwicklung der Evangelischen Kirche in Wuppertal, hatte diese. Sie sagt:  „Segen ist eine erlebbare Kraft. Es ist kein magischer Spruch, der mich von jetzt auf gleich in eine bessere Welt beamt, aber eine spürbare Botschaft Gottes in meinem Leben, die mich stärkend auf meinem Weg begleitet. Niemand muss einer bestimmten Konfession oder Religion angehören, um sich eine segnende Stärkung zusprechen zu lassen. Was wir als Kirche als wohltuend erlebt haben, wollen wir gerne mit allen teilen, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten.“

Hinter dem Link verbirgt sich eine tolle Botschaft: Ein immer neuer Zuspruch aus dem Alten und Neuen Testament. Zu lesen und zu hören sind Worte wie:

  • Gott sagt dir zu: Ich will dich segnen, damit du ein Segen sein wirst.“ (Gen 12,2)
  • Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark und helfe dir.“ (Jesaja 41,10)
  • „Gott wird seinen Engeln befehlen, dich zu beschützen, wohin du auch gehst.“ (Psalm 91,11)
  • „Jesus verspricht: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ Mt.28,20)

Diesen Worten aber gibt es nichts mehr hinzufügen! Einen gesegneten Tag wünsche ich Ihnen und euch allen,

Conny Sauerborn-Meiwes

© W. Montz

Wofür bin ich Feuer und Flamme?  -  Was be GEIST ert mich?

Diese Fragen hatten wir für die Pfingstandacht unseres diesjährigen Firmkurses vier jüngeren Frauen und Männern gestellt. Die Antworten per Video reichten über Fußball, der so viele Emotionen freisetzt; die Musik, die die Seele berührt;  den Einsatz für Menschen, die ausgegrenzt werden bis hin zum Plädoyer für bewussteren Konsum, um unsere Mutter Erde zu retten.

Die Firmjugendlichen selbst befragten wir ebenfalls; im Gottesdienst per mentimeter, einem online – Umfragetool.

Ja – Sie lesen und hören richtig! Hier waren in der Kirche smartphones ausdrücklich erwünscht, um diese Abfrage per Internet zu ermöglichen. Auf unserer Leinwand entstand ein großes Wolkenbild. Es ist das Bild, das Sie neben diesem Text sehen können.

Eine dichte Gemengelage bildet sich hier ab: Mehrfachnennungen erfuhren Musik, Familie, Freunde, Sport, Reisen und Gemeinschaft. Aber auch Glaube, Kirchenbesuche, Naturwissenschaften, fremde Kulturen, Abendhimmel, Bücher wurden benannt. Schauen Sie selbst!

Und gleich hinterher stellten wir die Frage:

Heiliger Geist – Wer oder was ist das für mich?

Auch hier seien einige Antworten beispielhaft benannt:

Eine Kraft, die mich lenkt und mir hilft.

Etwas, das mich motiviert, etwas zu tun.

Die Allgegenwärtigkeit Gottes.

Eine Kraft, ein Antrieb, der mich nicht stillstehen lässt.

Jemand, der immer an Gottes Seite ist.

Jemand Vertrautes – Licht – Unterstützung in schweren Zeiten

Antworten, die uns nachdenklich werden lassen, die vor Augen führen, wie der Heilige Geist unter uns wirkt.

Später im Gottesdienst baten wir um Fürbitten, ebenfalls per mentimeter: „Wir bitten für…“ Und auch hier wurden wir überrascht. So viele Bitten kamen zusammen!

  • Für mehr Liebe in der Welt
  • Für ein besseres Schulsystem
  • Für Kraft, die Herausforderungen der nächsten Zeit zu überstehen
  • Für alle, die es schwer haben in der Hoffnung auf baldige Besserung
  • Für alle, die nicht mehr da sind
  • Für jeden, der zurückgelassen wurde, dass er wieder Kraft finde
  • Für alle Menschen, die vor lauter Sorge um Corona aus dem Blick geraten sind, obwohl sie Hilfe brauchen
  • Für Gesundheit und Frieden in der Welt
  • Für GUTE NACHRICHTEN            

Mit dem Liedruf „Unser Beten steige auf zu dir“ schließlich konnten die Musiker eine ganz eigene Stimmung unter der Gemeinschaft hervorzaubern.

Wenn da nicht der Heilige Geist Gottes unter uns war,

  • unter all‘ den Firmjugendlichen, die sich in diesen Wochen und Monaten auf den Empfang des Firmsakramentes vorbereiten,
  • unter den Katechetinnen und Katecheten, die diese jungen Menschen begleiten,

dann frage ich mich ehrlich, wo er denn dann ist :-))

Mit pfingstlichen Grüßen und herzlicher Einladung zum Zoom-Gottesdienst morgen früh, Pfingstmontag um 11 Uhr. Einfach reinklicken.

https://katholisch-idsteinerland.de/beitrag/oekumenischer-pfingstgottesdienst/

Ihre Conny Sauerborn-Meiwes

© C.Sauerborn-Meiwe

Verstörende Bilder aus Israel – wieder einmal bekämpfen sich jüdische und arabische Israeli, bekämpfen sich Palästinenser und Juden.

Und wieder einmal fließt Blut – so viel Blut.

Bilder von trauernden Frauen gehen um die Welt: Mütter, die um ihre Söhne und Töchter weinen!

Im Mai sprechen, singen und beten wir Katholiken viel von und mit Maria-der Mutter Jesu – der Mutter Gottes. In diesem Muttersein hat sie als Frau gespürt, wo Unrecht geschieht, wo gegen den Menschen und die Liebe Gottes verstoßen wird. In ihrem Lobgesang auf Gott, den wir im Lukas-Evangelium lesen, wird dies überdeutlich: „ er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen; die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“ (Lk. 1,52.53)

Dieser Text ist den armen Menschen, vor allem den Frauen in den Ländern der so genannten Dritten Welt, die unter Verfolgung, Armut und Unterdrückung leiden, zu einem Text der Hoffnung und Ermutigung geworden. Für sie ist Maria eine Frau, die auf ihrer Seite steht, gegen alle Macht, Herrschaft und Ausbeutung. Und so beten Christinnen z.Bsp. in Südamerika das „Gegrüßet seist du, Maria" folgendermaßen:

Gegrüßet seist du, Maria, schwanger mit den Sehnsüchten unserer Armen. Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Unterdrückten, und gebenedeit sind die Früchte deines Leibes, die Befreiung sind. Heilige Maria, lateinamerikanische Mutter, bitte für uns, damit wir auf den Geist Gottes vertrauen, jetzt, da unser Volk um Gerechtigkeit kämpft, und in der Stunde, da es die Freiheit erlangt, damit wir in Frieden leben. Amen.      

Maria selbst wurde Opfer einer ungerechten Herrschaft, als sie mit ansehen musste, wie ihr Sohn Jesus wie ein Verbrecher gekreuzigt wurde. Denn Jesus wurde einer lieblosen, gesetzeshörigen Herrschaft geopfert. Seine Lehre und sein Verhalten waren den Herrschenden ein Dorn im Auge. Das konnten sie nicht durchgehen lassen.

Mit nüchternen Worten erzählt das Johannesevangelium die Kreuzigungsszene. Was aber geht in einer Frau und Mutter vor, wenn sie das eigene Kind, den eigenen Sohn sterben sieht?

Die christliche Tradition dagegen hat diese Szene mit Leben erfüllt: Zahlreiche Lieder, Bilder und Skulpturen stellen das Leiden der Mutter um ihren Sohn dar. Die Darstellung des Leidens Marias aber konnte eine so weite Ausbreitung und Bedeutung erfahren, weil sich dieses Leid immer und immer wieder, tagtäglich und überall wiederholt. Dort, wo Söhne und Töchter Opfer von sinnlosen Kriegen und Auseinandersetzungen werden oder an Hunger und Krankheit sterben.

Maria-die Mutter Jesu teilt ihr Schicksal mit Tausenden von Menschen in der Geschichte. Und so kann sie vielen Trauernden eine Hilfe sein. Auch im Heiligen Land?!

Mit gemischten Gefühlen grüßt,

Conny Sauerborn-Meiwes

© www.ÖKT.de

Was ist LIEBE

Schon so viele Dichter und Denker, Philosophen, Musiker und Schriftsteller haben sich abgemüht, Liebe in Worte zu fassen!!

In der heutigen Lesung aus dem 1. Johannesbrief (1 Joh.4,16a) heißt es:

 „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“

Nun, wir bezeichnen uns als gläubige Christinnen und Christen, wir vertrauen auf Gott, glauben an ihn - den Dreifaltigen, bezeugen ihn im Glaubensbekenntnis im Gottesdienst und hoffentlich darüber hinaus in Wort und Tat.

Und doch: Friede und Freude, gar Liebe ist nicht wirklich immer unter uns. Da wird sich auch schon mal ordentlich gestritten, wie es wohl weitergehen mag und kann in unserer katholischen Kirche Deutschlands. Da wird mit den evangelischen Christen und Christinnen im Hinblick auf den gerade endenden Ökumenischen Kirchentag Zentimeter um Zentimeter gerungen ob eines gemeinsamen Abendmahlverständnisses.

Zuversicht gibt mir da der Blick in die Bibel, in die Apostelgeschichte, in der der Alltag der ersten Christengemeinschaften beschrieben ist. Schon damals wurde mit harten Bandagen „gekämpft“. So z. Bsp. um die Nachfolge des Judas, die Aufnahme also in den erlauchten Kreis der 12 Apostel. Wer sollte es werden? Schließlich wurde gebetet und dann um dieses Amt gelost! Und das Los fiel auf Matthias (Apg.1,25.26).

Oder die Auseinandersetzung zwischen den Juden- und Heidenchristen in der Frage nach der Beschneidung. Jakobus schließlich ist es, der den Streit beendete mit seinen Worten, den Heidenchristen nicht zu viele Bürden aufzuerlegen und befreite diese somit von der Pflicht zur Beschneidung, wie sie bei den Juden üblich war und ist. (Apg.15,1-21)

Oder Paulus und Barnabas: Zunächst dicke Freunde und gemeinsame Verkünder des neuen Glaubens, befinden sie sich schließlich im Streit und gehen fortan getrennte Wege (Apg.15,39).

Die Liebe also – sie bleibt heute wie damals Anspruch, Auftrag, ja Zumutung für uns selbst, für den anderen und die andere. „Bleiben wir in der Liebe, bleiben wir in Gott!“

Bei allen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten (im privaten wie im öffentlichen Raum, in der Partnerschaft oder im religiösen Raum) sollte also wenigstens der Versuch unternommen werden, zuzuhören, zu verstehen, miteinander zu ringen um das, was uns heilig ist. Gott selbst wird uns den Weg dann schon zeigen.

Sein Heiliger Geist, die göttliche Geistkraft steht uns bei und weht auch dort, wo wir es evtl. nicht für möglich halten. Vertrauen wir auf diese Liebe, die Gott selbst schenkt und die uns trägt durch die Zeiten und bis in alle Zeit.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen und euch,

Conny Sauerborn-Meiwes

© C.Sauerborn-Meiwes

„Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“,

heißt es in unserem Glaubensbekenntnis. Genauso, wie es im heutigen Evangelium nach Markus zu lesen und zu hören ist. Aufgefahren in den Himmel also ist Jesus – der Christus: vor den Augen der Jünger. Zurück geblieben aber ist WAS?

Die Erinnerung an eine tolle gemeinsame Zeit?
An einen guten Herrn und Meister, einen Freund und Bruder?
Wenn das alles wäre, wären wir Christen heute - 2000 Jahre später -  wohl nicht mehr da.
Jesus aber hat etwas viel Entscheidenderes hinterlassen:

o    Vertrauen in seinen Vater im Himmel, zu dessen Rechten er sich aufgemacht hat, den er liebevoll Abba - Väterchen nannte
o    Den Auftrag an uns alle, immer und immer wieder miteinander Mahl zu halten in Erinnerung und im Dank an seine Hingabe und Nähe
o    Den Heiligen Geist als unseren Beistand, als die Kraft, die uns alle beieinander hält und stärkt in der Liebe

Jesus – der Christus, konnte sich sicher sein, dass, wenn er in den Himmel auffährt, wir Menschen uns nicht alleine gelassen fühlen müssen. Zu viele Zeichen hatte er gesetzt; Hoffnung und Zuversicht verströmt;  Auftrag und Zuspruch zugleich erteilt.
Und so werden auch wir eines Tages gen Himmel fahren, in Gottes Angesicht schauen können. Ihn das fragen können, was wir heute nicht verstehen, ihn schon jetzt gerne fragen würden und uns auf dem Herzen liegt.

„Aufgefahren in den Himmel…“
Wie sehr wünschen wir es uns für unsere lieben Verstorbenen, dass sie ebenfalls schon aufgefahren sind in den Himmel, im Reich Gottes zuhause sind, die Herrlichkeit Gottes schauen können. Wie tröstlich sind da die Worte des Apostels Paulus in seinem Brief an die Korinther:

„ Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1.Kor.15,21.22)

In dieser Zuversicht wünsche ich uns allen einen schönen Himmelfahrtstag,
Conny Sauerborn-Meiwes

 

Pastoralreferentin Cornelia Sauerborn-Meiwes
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Tel.:06126 95 373-23

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