Sonntagsgottesdienst und Predigt
Predigt von Pfarrer Kirsten Brast zum 2. Fastensonntag 1. März 2026
Predigt von Pfarrer Kirsten Brast:
Liebe Schwestern und Brüder!
Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? In den ersten Stunden nach den Ferien war es lange Zeit üblich, den Kindern einen Aufsatz aufzugeben, in welchem sie ihr „schönstes Ferienerlebnis“ schildern sollten. Eine gute Übung, denn etwas zu erzählen, was man erlebt hat, fällt meist nicht schwer. Im Gegenteil. Vielen Menschen ist es sogar ein Bedürfnis, anderen davon zu erzählen. Sie teilhaben zu lassen an dem, was man Wunderschönes oder Außergewöhnliches erlebt hat.
Etwas Wunderschönes und Außergewöhnliches erleben Petrus, Jakobus und Johannes. Vor ihren Augen wird Jesus verklärt. „Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“, heißt es bei Matthäus. So überwältigend ist dieses Geschehen, dass es sie förmlich umhaut und sie mit ihrem Angesicht auf den Boden stürzen. Hier leuchtet sie auf, die Herrlichkeit Gottes in der Person Jesu Christi, Hier wird durch die Stimme Gottes deutlich, dass dieser sein geliebter Sohn ist und dass er sogar über den höchsten Autorität des Glaubens Israels steht: dem Gesetz und den Propheten, verkörpert durch Mose und Elija. Was hätten die drei Jünger also alles zu erzählen, haben sie doch Dinge gesehen, die vor ihnen kein Mensch gesehen hat. Doch Pustekuchen. Jesus befiehlt ihnen, zu schweigen: „Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!“ Keine Erlebnisschilderung, stattdessen Schweigen.
Immer wieder trägt ihnen Jesus das auf und man mag zu Recht fragen: Warum eigentlich? Denn das, was die Jünger da zu erzählen haben, es wäre ja nicht nur sehr interessant für viele Zuhörer, es wäre doch auch so wichtig, in die Welt hinein verkündet zu werden. Der Sohn Gottes mitten unter den Menschen! Und in der Verklärung lässt er einen kurzen Augenblick die Herrlichkeit Gottes aufscheinen! Warum nur sollen sie darüber schweigen?
Zunächst legt Jesus ihnen ja kein Schweigegelübde für ewig und alle Zeiten auf, sondern nur bis er auferweckt worden ist. Erst wenn er am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist, wird das, was die Jünger auf dem Berg erleben, in anderem Licht erstrahlen, vielleicht verständlicher sein. Jesus geht es nicht darum, spektakuläre Effekte zu inszenieren, sondern einen Ausschnitt von dem vorwegzunehmen, was Herrlichkeit Gottes ist. Es geht nicht darum, für Geschwätz und Gerüchte zu sorgen, sondern Menschen etwas verständlicher zu machen, was sie erlebt haben.
Dass in Jesus Gott Mensch wird, ist ja keine Banalität. Es ist ein Geheimnis unseres Glaubens. Ein Geheimnis ist etwas anderes als ein Rätsel. Ein Rätsel ist etwas Kniffliges, was gelöst, was enträtselt werden will. Ein Geheimnis ist sehr viel mehr. Es ist ein Mysterium. Etwas, was ich nur langsam erfahren und durchdringen kann, ohne es je wirklich bis ins Letzte zu erfassen und zu begreifen. Zumindest hier, in dieser Welt. Ein Geheimnis ist beispielsweise die Liebe zu einem anderen Menschen. Die kann ich erfahren. In die kann ich mich immer mehr hineinbegeben. Die kann mich erfüllen. Aber könnte ich sie in Worte fassen? Sie einem anderen erklären und verständlich machen, der diese Erfahrungen nicht gemacht hat? Der diese Liebe nicht teilt? Sicher nicht.
Der Glaube an und die Liebe zu Gott ist da nicht anders. Sie sind Geheimnis. Sie wollen erfahren werden. Deshalb kommt auch jede Verkündigung mit Worten an Grenzen. Sie kann theologisch und rhetorisch noch so ausgefeilt, sie kann noch so attraktiv gestaltet sein – sie handelt eben doch von einem Geheimnis, das erlebt und nicht erzählt werden will. Das sollte uns auch in dieser Zeit nachdenklich stimmen: bei aller Kreativität und „Niederschwelligkeit“, die wir an den Tag legen, verhallt die Botschaft oft ungehört. Vielleicht wird sie zuweilen gar regelrecht verschleudert. Andere Menschen hingegen erfahren etwas vom Geheimnis Gottes auf eine Weise, die wir vielleicht gar nicht erwarten. So wie Bischof Georg im Hirtenwort vergangene Woche den Kardinal von Marseille zitierte: „Wir haben zwar die Eingangstür zur Kirche offengehalten, aber viele sind durch das Fenster gekommen.“
Jesus will nichts inszenieren, er will keine Gerüchte streuen und nicht für billiges Aufsehen sorgen. Er trägt seinen Jüngern auf, über das Erfahrene zu schweigen, bis andere selbst etwas erfahren können. Das, was wir auch erfahren sollen und können. Das Geheimnis Gottes. Amen.
Predigten von Pfarrer Kirsten Brast
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FormatDateiname
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2. Fastensonntag Predigt v. Pfarrer Kirsten Brast -
Fastenhirtenbrief von Bischof Georg Bätzing -
6. Sonntag im Jahreskreis Predigt Pfr. K. Brast -
5. Sonntag im Jahreskreis Predigt von Pfr. K. Brast -
4. Sonntag im Jahreskreis Predigt von Pfr. K. Brast -
3. Sonntag im Jahreskreis Predigt von Pfr. K.Brast -
2. Sonntag im Jahreskreis Predigt v. Pfr. K. Brast -
Taufe d. Herrn Predigt von Pfr. K. Brast -
Erscheinung d. Herrn Predigt von Pfr. K. Brast
Lesungen und Evangelium zum 2. Fastensonntag 1. März 2026
2. Fastensonntag 1. März 2026
Abraham war, nach Adam und Noach, ein neuer Anfang. Mose und Elija waren Stationen auf dem Weg. In Christus aber ist Gott sichtbar und hörbar geworden für uns. Nun will er für alle Menschen erfahrbar und sichtbar werden durch uns: durch die Menschen, die sich Christen nennen.
Zur 1. Lesung:
Nach dem Turmbau von Babel scheint die Menschheitsgeschichte sich in Verwirrung aufzulösen. Aber mit der Berufung Abrahams beginnt von Gott her etwas Neues: die Heilsgeschichte. Abraham hört den Ruf: Zieh fort! Und die Verheißung: Ich werde dich segnen. Abraham folgt dem Ruf, er zieht fort, ohne zu wissen, wann und wo er ankommen wird (vgl. Hebr 11, 8–10). Er hat kein anderes Licht auf seinem Weg als das Wort Gottes.
Erste Lesung Gen 12, 1–4a:
Der HERR beruft Abraham, den Vater des Gottesvolkes
Lesung aus dem Buch Génesis
In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen. Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte.
Zur 2. Lesung:
Das Kommen Jesu Christi in menschlicher Schwachheit war ein „Erscheinen“, ein Sichtbarwerden der Gnade Gottes. Es ist offenbar geworden, dass Gott alle Menschen retten will; alle ruft er zum Glauben, zur Taufe, zum „Licht des unvergänglichen Lebens“, aber auch zur Arbeit für das Evangelium und zur Leidensgemeinschaft mit Christus.
Zweite Lesung 2 Tim 1, 8b–10:
Mit einem heiligen Ruf hat Gott uns gerufen und uns das Licht des Lebens gebracht
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timótheus
Mein Sohn! Leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft: Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.
Zum Evangelium:
Was die Jünger auf dem Berg der Verklärung sehen und hören, werden sie erst nach der Auferstehung Jesu begreifen. Die Lichtwolke und die Stimme aus der Wolke bestätigen Jesus als den Christus, den Sohn des lebendigen Gottes (vgl. Mt 16, 17). Auf ihn haben das Gesetz und die Propheten (Mose und Elija) hingewiesen. Er, der „geliebte Sohn“, wird durch Leiden und Tod hindurch seinen Weg vollenden; damit ist auch für den Jünger der Weg vorgezeichnet.
Evangelium Mt 17, 1–9:
Er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elíja und redeten mit Jesus. Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja. Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!
Te Deum Heute
Hier finden Sie immer zum Tage den entsprechenden Bibeltext mit Impulsen:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Te Deum
Sontagslesungen vom Bibelwerk
Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bibelwerk.
aktuelle Fürbitten zum Sonntag
Hier finden Sie die aktuelle Fürbitten für Sonntag:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bistum Trier mit den Sonntagsfürbitten.
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Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw. An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!
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Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:
- 11. Januar 2026 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
- 18. Januar 2026 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
- 1. Februar 2026 - Für die Werke der CARITAS I
- 22. März 2026 - Für MISEREOR
- 27. März 2026 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
- 29. März 2026 - Für das Heilige Land
- 10. Mai 2026 - Für den Katholikentag
- 24. Mai 2026 - Für RENOVABIS
- 14. Juni 2026 - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
- 5. Juli 2026 - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
- 6. September 2026 - Für weltkirchliche Projekte des Bistums
- 13. September 2026 - Für Kommunikationsmittel
- 20. September 2026 - Für die Werke der CARITAS II
- 25. Oktober 2026 - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
- 2. November 2026 - Für die Priesterausbildung in Osteuropa
- 15. November 2026 - Für die Aufgaben der Diaspora
- 24./25. Dez. 2026 - Für ADVENIAT