Suchwort eingeben

Sonntags­gottes­dienst und Predigt

Lesungen, Evangelium und Predigt zum 12. Sonntag im Jahreskreis 21. Juni 2026

Predigt von Pfarrer Kirsten Brast

Liebe Schwestern und Brüder!

„Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht“, ist ein bekannter Aphorismus. Ob er von Galileo Galilei, Albert Einstein oder der Bild-Zeitung stammt, ist umstritten. In jedem Fall fasst er sehr pointiert zusammen, was eigentlich der Dienst der Propheten im Alten Testament ist: Menschen, die von Gott inspiriert die Wahrheit erkennen und sie auch gegen den Widerstand der Mächtigen oder auch der Volksmassen aussprechen. Unangenehme Wahrheiten. Schmerzhafte Wahrheiten, die kaum einer hören will, weil sie das eigene Versagen oder gar die eigene Schuld offenlegen.

Jeremia ist so ein Prophet. Einer, der den Mut hat, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Er beobachtet, dass das Volk Israel sich immer mehr vom Gesetz Gottes entfernt. Dass gerade die Mächtigen im Lande, die Könige und Priester, die Gelehrten und Reichen, sich immer weniger um das Los der Armen scheren, sondern sich mit allen Mitteln selbst immer mehr bereichern. Damit macht er sich natürlich keine Freunde. Im Gegenteil. Er wird verleumdet und angeklagt, verfolgt und angefeindet. Das macht ihm sehr zu schaffen, bereitet ihm große Not.

Genau dort setzt die heutige Lesung aus dem Buch Jeremia an. Sie ist genauer den sogenannten „Konfessionen des Jeremia“ entnommen und spiegelt einen lebendigen Glauben und ein wahres Ringen mit Gott wider. Zum einen beklagt Jeremia das Leid, das ihm infolge seiner mutigen Verkündigung zuteilwird. Er wirft sogar Gott regelrecht vor, ihn im Stich zu lassen und meint, es wäre einfacher, Gott und sein Wort einfach zu vergessen. Dann aber erkennt er selbst: das Wort Gottes ist wahr. Es muss verkündet werden. Er, Jeremia, kann gar nicht anders als es zu tun. Es drängt förmlich aus ihm heraus. Und trotz aller Schmerzen und Krisen, die das mit sich bringt, weiß er sich doch geborgen: „Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held… Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.“

Ich mag – mehr als zweieinhalb Jahrtausende nach Jeremia – weit entfernt sein von seinem Leben und Wirken, von der Welt, in der er mutig die Wahrheit ausgesprochen hat. Und doch hinterlässt Jeremia Erfahrungen, die mir vielleicht doch irgendwie vertraut vorkommen. Vielleicht erlebe auch ich, dass ein Bekenntnis zu unserem Glauben nicht immer nur auf Verständnis und Interesse stößt, sondern auch allzu oft auf Gleichgültigkeit, Ablehnung und regelrechte Empörung. Vielleicht ist auch mir der Gedanke vertraut, ob es ohne Glaube und Kirche so viel einfacher und leichter im Leben wäre. Vielleicht fühle auch ich mich, gerade in der Erfahrung von Schmerz und Leid, von Gott fern und verlassen. Wenn dem so sein sollte, dann kann ich im Angesicht der Worte des Jeremia erkennen, dass dies keine neuen Erkenntnisse sind, sondern Erfahrungen tiefgläubiger Menschen zu allen Zeiten. Und auch keine Kennzeichen von Unglauben, sondern von einem lebendigen Glauben. Von einem Ringen mit Gott.

Vielleicht aber teile auch ich die anderen Erfahrungen, die uns die heutige Lesung besonders mitteilt: trotz allen Widrigkeiten die Erfahrung, dass Gott mit mir ist. Dass er mir nicht fern ist und mich im Stich lässt, mag es auch oft anders erscheinen. Und dass auch ich erlebe, dass ich eigentlich gar nicht anders kann als den Glauben zu teilen und auch zu bezeugen. Nicht weil es immer einfach wäre. Sondern weil er wahr ist. Und schön und erfüllend. Weil er mir Herzensanliegen ist und es mich förmlich drängt, mich zu ihm zu bekennen. Weil ich tief im Inneren weiß, dass es leicht wäre, ihn zu verleugnen, aber eben grundfalsch.

„Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!“, sagt Jesus im Evangelium. Auch hier der Aufruf, mutig genug zu sein, um die Wahrheit auszusprechen. Aber nicht einfach, weil das ein Auftrag wäre. Sondern erlebte Erfahrung, die mir nicht aus der Nase gezogen werden soll, sondern aus mir herausdrängt. Herzensanliegen eben. Wahrheit, die mich als Mutigen braucht, um sie auszusprechen. Amen.

 

Lesungen und Evangelium zum 12. Sonntag im Jahreskreis 21. Juni 2026

Das Heidentum kennt nicht die erwählende Liebe Gottes und nicht die Geborgenheit in Gott; da ist nur ein dunkles Schicksal. Auch der Gott Israels, der Gott, den Jesus seinen Vater nennt, ist immer wieder der Verborgene und der Unfassbare – sonst wäre er nicht Gott. Aber er will, dass wir ihn suchen und nach ihm fragen. Er lässt sich finden.

 

Zur 1. Lesung:

Der Prophet ist ein einsamer Rufer und Warner. Er muss auf Missstände und auf drohendes Unheil hinweisen. Das trägt ihm Hass und Verfolgung ein. Manchmal möchte er selbst an seiner Sendung verzweifeln. Aber dann erfährt er wieder die rettende Nähe seines Gottes. Er gehört zu den „Armen“; er hat nichts, aber er weiß sich geborgen.

 

Erste Lesung Jer 20, 10–13:

Er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter

Lesung aus dem Buch Jeremía

Jeremía sprach: Ich hörte die Verleumdung der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekanntenwarten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihn überwältigen und an ihm Rache nehmen können. Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held.
Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach. Aber der Herr der Heerscharen prüft den Gerechten, er sieht Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen; denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut. Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

 

Zur 2. Lesung:

Seit ihren Anfängen kennt die Menschheit Leiden und Tod. Der Mensch, anders als das Tier, weiß sich verantwortlich; er fühlt sich schuldig und ruft nach Erlösung. Christus hat einen neuen Anfang gesetzt, er ist der neue Mensch. Durch die „Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus“ ist die Sünde grundsätzlich überwunden, der Tod hat seinen Schrecken verloren.

 

Zweite Lesung Röm 5, 12–15:

Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom

Schwestern und Brüder!
Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten. Sünde war nämlich schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist. Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes
und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden.

 

Zum Evangelium:

Was Gott im Alten Bund zu den Propheten gesagt hat, das sagt Jesus zu den Jüngern, die er als seine Boten aussendet: Fürchtet euch nicht! Weder um die Botschaft noch um sein eigenes Leben soll der Jünger Jesu sich Sorge machen. Die Botschaft wird gehört werden; Jesus steht zu denen, die sich zu ihm bekennen.

 

Evangelium Mt 10, 26–33:

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht!
Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Te Deum Heute

Hier finden Sie immer zum Tage den entsprechenden Bibeltext mit Impulsen:

Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Te Deum

 

Te Deum heute hier

Sontagslesungen vom Bibelwerk

Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:

Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bibelwerk.

Sonntagslesungen Bibelwerk: hier

aktuelle Fürbitten zum Sonntag

Hier finden Sie die aktuelle Fürbitten für Sonntag:

Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bistum Trier mit den Sonntagsfürbitten.

 

aktuelle Fürbitten

 

Sie können aber zur Zeit diesen nicht besuchen! Gerne können Sie diesen Betrag auf das unten angegebene Konto der Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land überweisen.

Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw.  An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!

Sie benötigen eine Spendenquittung? Geben Sie Ihren Namen und Ihre vollständige Anschrift im Verwendungszweck mit an. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Zentrale Pfarrbüro unter 06126 95373-00 oder per Mail.

Natürlich ist dies auch anonym möglich.

Unsere Bankverbindung:

  • Katholische Kirchengemeinde St. Martin Idsteiner Land
  • Nassauische Sparkasse Idstein
  • IBAN: DE37 5105 0015 0352 0178 41
  • Verwendungszweck: Kollekte und Datum

Vielen Dank!

Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:

  • 11. Januar 2026 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
  • 18. Januar 2026 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
  • 1. Februar 2026 - Für die Werke der CARITAS I
  • 22. März 2026 - Für MISEREOR
  • 27. März 2026 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
  • 29. März 2026 - Für das Heilige Land
  • 10. Mai 2026 - Für den Katholikentag
  • 24. Mai 2026 - Für RENOVABIS
  • 14. Juni 2026  - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
  • 5. Juli 2026  - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
  • 6. September 2026 -  Für weltkirchliche Projekte des Bistums
  • 13. September 2026  - Für Kommunikationsmittel
  • 20. September 2026 - Für die Werke der CARITAS II
  • 25. Oktober 2026  - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
  • 2. November 2026 -  Für die Priesterausbildung in Osteuropa
  • 15. November 2026 - Für die Aufgaben der Diaspora
  • 24./25. Dez. 2026 - Für ADVENIAT
Zum Anfang der Seite springen