Sonntagsgottesdienst und Predigt
Predigt von Pfarrer Kirsten Brast
Predigt von Pfarrer Kirsten Brast:
Liebe Schwestern und Brüder!
Wenn ich etwas als „harmlos“ erkenne, dann ist das zunächst einmal beruhigend. Eine harmlose Erkrankung ist bald wieder überwunden. Ein harmloses Tier ist keine Gefahr für mich. Und ein harmloser Mensch führt nichts Böses im Schilde. Und doch ist es nicht unbedingt ein Kompliment, wenn ich einen Menschen als „harmlos“ deklariere. Es ist auch gleichbedeutend mit langweilig, uninteressant, letztlich belanglos und unwichtig. „Der ist harmlos.“
Im christlichen Glauben gab und gibt es immer wieder die Tendenz, das Evangelium harmlos zu machen. Das ist nicht verwunderlich. Viele Menschen haben in ihrem alltäglichen Leben ohnehin schon schwere Lasten zu tragen und suchen in ihrem Glauben Trost, Halt und Beruhigung. Zu Recht! Aber die Versuchung ist dann groß, aus falsch verstandener Rücksicht anderen oder mir selbst gegenüber, die Kanten des Evangeliums abzuschleifen und alles wegzulassen, was mich oder andere vielleicht beunruhigen, erschüttern oder herausfordern könnte. Sicher gut gemeint. Blättern Sie mal in mancher Sakristei Lektionare durch. Da sind ganze Passagen gestrichen. Aber wenn das Wort Gottes „zensiert“ statt verkündet und ausgelegt wird, dann wird es harmlos. Dann wird es eben auch uninteressant, belanglos und unwichtig.
Zu den Kanten, die man am liebsten vielleicht abschleifen würde, gehört das heutige Evangelium: „Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht, dass Abraham, Ísaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.“ Gott, der leugnet, uns zu kennen? Der uns abweist? Der uns aus seinem Reich ausschließt? Wie ist das vereinbar mit der Frohen Botschaft, mit christlicher Hoffnung und dem Vertrauen auf einen barmherzigen Gott?
Zunächst: Jesus verkündet hier nicht einen Gott, der willkürlich den Daumen hebt oder senkt, wie einst ein römischer Imperator in der Arena. Jesus verkündet stattdessen Gott, der sehr wohl barmherzig ist und das Heil der Menschen will. „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen“, sagt Jesus aber auch. Heißt: macht es euch nicht zu leicht. Um Gottes Barmherzigkeit zu empfangen, braucht es die eigene Umkehr. Nehmt diese Botschaft von der Umkehr ernst! Denn Gottes Geduld ist groß. Sogar sehr groß. Aber sie ist endlich.
Von dieser Endlichkeit der Geduld Gottes spricht Jesus hier. Das Evangelium, das Wort Gottes, ist nicht harmlos. Es hat den Anspruch, den Menschen und sein Leben zu verändern. Den Weg des Menschen in die Richtung Gottes zu lenken. Und den Menschen auch dazu zu bringen, auf diesem Weg Gott entgegen zu bleiben. Damit er nicht Gott einen guten Mann sein lässt und sich denkt, dass morgen ja auch noch ein Tag ist und er weitertrotten kann auf seinen breitgetrampelten Pfaden. So als sei das Evangelium nichts weiter als Seelenmassage oder Kalenderspruch. Harmlos eben.
Das mag hart klingen. Aber stellen wir uns doch nur einmal gerade etwas vor: wieviel Böses erleben wir auf ganz unterschiedliche Weise in unseren Tagen. Böses, das Menschen anderen Menschen antun. Sie töten, misshandeln, vergewaltigen, entführen, ausrauben, versklaven, unterdrücken, ihnen die eigene Zukunft zerstören oder die ihrer Kinder. Wir glauben als Christen, dass selbst die, die so etwas tun, umkehren können. Aber sie müssen es eben auch tun. Ehrlich und radikal, von Grund auf. Tun sie es nicht, werden sie auf keinen barmherzigen Gott stoßen. Er ist nicht wie ein gutmütiger Trottel, der ihnen auf die Schulter klopft und „alles nicht so wild“ sagt. Nein, dann gilt es Rechenschaft abzulegen über das begangene Unrecht. In aller Klarheit und Eindeutigkeit.
Nun mögen wir uns nicht vergleichen wollen mit jenen, die verantwortlich sind für Mord und Massaker, für Ausbeutung und Unterdrückung. Natürlich nicht. Aber der Ruf Gottes zur Umkehr, der gilt schließlich allen Sündern. Heißt: allen Menschen. Auch wenn die Wegstrecke von Mensch zu Mensch sicher unterschiedlich sein kann.
Das Evangelium ist keine Botschaft von Drohung und Angst. Im Gegenteil. Es ist und bleibt die Frohe Botschaft. Aber eine Frohe Botschaft, die nicht harmlos ist. Die ernst genommen werden will. Und die nicht weniger will, als mein Leben zu verändern – und es zu retten.
Amen.
Predigten von Pfarrer Kirsten Brast
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21. Sonntag im Jahreskreis Pfarrer Brast
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20. Sonntag im Jahreskreis Pfarrer K. Brast
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19. Sonntag im Jahreskreis Pfarrer K. Brast
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18. Sonntag im Jahreskreis Pfarrer K. Brast
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17. Sonntag im Jahreskreis Pfarrer K. Brast
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16.Sonntag im Jahreskreis Pfarrer K. Brast
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15. Sonntag im Jahreskreis Pater Jaison
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14. Sonntag im Jahreskreis T. Schneider
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zum Fest Petrus und Paulus Pfr. K. Brast
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zum 12. Sonntag im Jahreskreis Pfr. K. Brast
Lesungen und Evangelium zum 21. Sonntag im Jahreskreis 24. August 2025
Bewegt uns die Frage noch, ob wir gerettet werden, und die Frage, ob es viele oder wenige sind, die gerettet werden im Gericht Gottes? Es gibt über zwei Milliarden Christen, aber die Welt ist voll Hass und Angst, die Christen nicht ausgenommen. Angst vor dem Leben, vor der Zukunft, vor den Menschen. „Aber hin und wieder gibt es einen Christen, und wo er auftritt, gerät die Welt in Staunen“, sagte einmal ein unfreundlicher Kritiker des Christentums. Hin und wieder gibt es einen Christen.
Zur 1. Lesung:
Der Prophet, der im dritten Teil des Buches Jesaja spricht (Jes 56–66), lebte im 5. oder 4. Jahrhundert v. Chr. Er richtet seinen Blick in die Zukunft: Nach dem Gericht über die Völker der Erde wird Gott von den geretteten Heiden einige in die Welt hinaussenden. Sie werden Zeugen der Macht Gottes sein und Zeichen der Sammlung und Rettung für alle. Die Völker sollen lernen, in den Ereignissen der Geschichte das Handeln Gottes zu erkennen.
Erste Lesung Jes 66, 18–21:
Sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen herbeibringen
Lesung aus dem Buch Jesája.
So spricht der Herr: Ich kenne die Taten und die Gedanken aller Nationen und Sprachen
und komme, um sie zu versammeln, und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen. Ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf und schicke von ihnen einige, die entronnen sind, zu den Nationen, zu den fernen Inseln, die noch keine Kunde von mir gehört und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen haben. Sie sollen meine Herrlichkeit unter den Nationen verkünden. Sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe für den Herrn herbeibringen
auf Rossen und Wagen, in Sänften, auf Maultieren und Kamelen, zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem, spricht der Herr, so wie die Söhne Israels ihre Opfergabe in reinen Gefäßen zum Haus des Herrn bringen. Und auch aus ihnen nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der Herr. Wort des lebendigen Gottes
Zweite Lesung Hebr 12, 5–7.11–13:
Wen der Herr liebt, den züchtigt er
Lesung aus dem Hebräerbrief. Schwestern und Brüder!
Ihr habt die Mahnung vergessen, die euch als Söhne anredet: Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn er dich zurechtweist! Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet! Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt? Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen,
sondern Leid; später aber gewährt sie denen, die durch sie geschult worden sind,
Gerechtigkeit als Frucht des Friedens. Darum macht die erschlafften Hände und die wankenden Knie wieder stark, schafft ebene Wege für eure Füße, damit die lahmen Glieder nicht ausgerenkt, sondern vielmehr geheilt werden! Wort des lebendigen Gottes
Zum Evangelium:
Drei Jesusworte sind in diesem Abschnitt zusammengestellt: das Wort von der engen Tür, das von der geschlossenen Tür und das Wort von der Zulassung aller Völker zum Reich Gottes (13, 23–24.25–27.28–30). – Die Zahl der Geretteten kennt Gott allein. Wichtig ist, dass es in der Geschichte Gottes mit jedem Menschen und auch mit den Völkern einen entscheidenden Augenblick gibt: „Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt …“ Das Mahnwort in diesem Evangelium heißt: „Bemüht euch mit allen Kräften!“ Am Ende steht eine Verheißung für alle Völker der Erde: Es wird mehr Gerettete geben, als eine engherzige Theologie fassen kann.
Evangelium Lk 13, 22–30:
Sie werden von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?
Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.
Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt und ihr draußen steht,
an die Tür klopft und ruft: Herr, mach uns auf!, dann wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht, dass Abraham, Ísaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. Und sie werden von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind Erste, die werden Letzte sein.
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus
Te Deum Heute
Hier finden Sie immer zum Tage den entsprechenden Bibeltext mit Impulsen:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Te Deum
Sontagslesungen vom Bibelwerk
Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bibelwerk.
aktuelle Fürbitten zum Sonntag
Hier finden Sie die aktuelle Fürbitten für Sonntag:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bistum Trier mit den Sonntagsfürbitten.

Sie können aber zur Zeit diesen nicht besuchen! Gerne können Sie diesen Betrag auf das unten angegebene Konto der Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land überweisen.
Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw. An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!
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Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:
- 24./25. Dez. 2024 - Für ADVENIAT
- 12. Januar 2025 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
- 19. Januar 2025 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
- 2. Februar 2025 - Für die Werke der CARITAS I
- 6. April 2025 - Für MISEREOR
- 11. April 2025 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
- 13. April 2025 - Für das Heilige Land
- 8. Juni 2025 - Für RENOVABIS
- 15. Juni 2025 - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
- 29. Juni 2025 - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
- 7. September 2025 - Für weltkirchliche Projekte des Bistums
- 14. September 2025 - Für Kommunikationsmittel
- 21. September 2025 - Für die Werke der CARITAS II
- 26. Oktober 2025 - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
- 2. November 2025 - Für die Priesterausbildung in Osteuropa
- 16. November 2025 - Für die Aufgaben der Diaspora
- 24./25. Dez. 2025 - Für ADVENIAT