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Sonntags­gottes­dienst und Predigt

Lesungen, Evangelium und Predigt zum 1. Adventsonntag 30. November 2025

Predigt von Pfarrer Kirsten Brast

Liebe Schwestern und Brüder!

„Ich bin ja kein Prophet“, sagen wir oft leichtfertig, wenn wir sagen wollen, dass wir nicht in die Zukunft blicken können. Können wir natürlich nicht. Können Propheten aber auch nicht, zumindest nicht im Sinne von Hellseherei und Orakeln. Propheten blicken weniger in die Zukunft als auf die Gegenwart. Sie sehen Dinge, die ihre Zeitgenossen nicht sehen – oder nicht sehen wollen. Und sie sehen das, was aus den Missständen der Gegenwart erwachsen wird.

Wunderbar können wir das erkennen an dem Propheten des Advents schlechthin – Jesaja. Aus seiner Feder hören wir die Worte der heutigen Lesung: „Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg des Hauses des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Nationen.“ Das klingt nach einem Orakel, nach einer phantastischen Utopie und einer auf die Zukunft gerichteten Vertröstung. Aber das ist es alles nicht.

Jesaja lebt im 8. Jahrhundert v.Chr. in einer Zeit der großen Krise. Das einstige Israel ist zerbrochen in zwei Reiche: Israel im Norden, Juda im Süden. Weite Teile der Bevölkerung sind verarmt, leben in Not und Elend. Und beide Reiche werden vom mächtigen Nachbarn Assyrien bedroht. In dieser ernsten Lage ergreift Jesaja das Wort und nennt die Missstände klar beim Namen. Er fordert Umkehr: die Menschen sollen sich neu auf das Wort Gottes besinnen, sich ihrer Verantwortung den Armen gegenüber stellen und sich nicht allein auf militärische Stärke verlassen, sondern das Vertrauen auf Gott neu erlernen. Denn wahrer Frieden und wahre Gerechtigkeit kommt allein von Gott. Er wird in der Gestalt des Erlösers kommen, und das Heil bringen, das Israel sich selbst nicht geben kann. Genau hier, am Ende der Tage, setzt Jesajas Vision vom Zug der Nationen zum Zion an.

Man könnte die Botschaft Jesajas also auf zwei Kernbotschaften zusammenfassen: einerseits sollen die Menschen das tun, was das Gesetz Gottes ihnen aufträgt und was sie leisten können, um Frieden und Gerechtigkeit in Ansätzen entstehen zu lassen. Andererseits sollen sie sich ihrer Grenzen bewusst werden und im Vertrauen auf Gott wachsen. Sie sollen „in Erwartung sein“. Nicht Gott herabwürdigen zu einer erbaulichen Legende oder zu einem ohnmächtigen Zuschauer. Sondern ihn als Wahrheit und Wirklichkeit erfahren und von ihm etwas erwarten. Und nicht nur irgendetwas, sondern die Erlösung für eine erlösungsbedürftige Welt.

Wir beginnen heute den Advent. Die Zeit der Erwartung. Und mag unsere Zeit und Welt so ganz anders aussehen als die Jesajas vor gut drei Jahrtausenden – vieles ist für uns zeitlos gültig: Auch wir leben in Krisenzeiten in einer erlösungsbedürftigen Welt. Auch wir können und sollen das tun, was uns das Wort Gottes aufträgt, um mitzubauen an Frieden und Gerechtigkeit in unserer Welt, selbst wenn es weit weg ist von Vollkommenheit. Papst Leo äußerte sich dieser Tage genau dazu: „„Der Friede, den Jesus bringt, ist wie ein Feuer und verlangt uns viel ab… Angesichts von Ungerechtigkeiten, Ungleichbehandlung, wo die Menschenwürde mit Füßen getreten wird, wo den Schwachen das Wort entzogen wird: Stellung beziehen.“ Das kann ich tun. Und soll ich tun.

Auch wir aber – bei allem, was wir tun können – sollen vor allem eines sein: adventliche Menschen. Menschen in Erwartung. In der Erwartung, dass Gott zu uns kommt. In das Leben eines jeden einzelnen Menschen. Gott, der allein im Stande ist, das zu vollenden, was aus menschlicher Tatkraft heraus allenfalls Stückwerk bleibt: Frieden und Gerechtigkeit.

All die apokalyptischen Bilder, die in diesen Tagen die Liturgie in den Lesungen für uns bereithält, sind nämlich keine Angstbotschaften, sondern Trostworte. Worte, die sagen, dass Gott mit den Notleidenden ist. Dass er ihrem Los nicht mit Gleichgültigkeit gegenübersteht und dass er kommen wird, eine erlösungsbedürftige Welt zu erlösen. Und er dabei erwartet werden will durch adventliche Menschen. Dich und mich. Hier und heute. „Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn.“ Amen.

 

Lesungen und Evangelium zum 1. Adventsonntag 30.November 2025

Der Anfang der Geschichte und ihre Vollendung durch Christus, das Kommen des Herrn und seine Anwesenheit in unserer Welt: Im Advent wird uns das alles gegenwärtig. Gott kommt uns entgegen. Wir brechen auf in die Zukunft, die er uns bereitet.

 

Zur 1. Lesung:

Mit „Zion“ und „Jerusalem“ meint der Prophet nicht den politischen Mittelpunkt des Reiches Juda, sondern die Stadt Gottes, den Tempelberg als den Ort seiner besonderen Gegenwart. Dort hat Jesaja „den König, den Herrn der Heere“, gesehen (Jes 6). Der heilige, unnahbare Gott ist für sein Volk auch der nahe und rettende Gott. Er zeigt den Weg und hilft in der Not.

 

Erste Lesung Jes 2, 1–5:

Der HERR führt alle Völker zusammen in den ewigen Frieden des Reiches Gottes

Lesung aus dem Buch Jesája

Das Wort, das Jesája, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem geschaut hat.
Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg des Hauses des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Nationen. Viele Völker gehen und sagen: Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er unterweise uns in seinen Wegen,
auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn vom Zion zieht Weisung aus und das Wort des Herrn von Jerusalem. Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen
und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn.

 

Zur 2. Lesung:

Christus ist das Licht, das für alle Menschen leuchtet. Noch sehen und spüren wir die Macht der Finsternis und des Bösen. Aber jetzt schon soll die Gemeinde Christi „wie am Tag“ leben: auf den großen Tag der Begegnung und der ewigen Klarheit hin.

 

Zweite Lesung Röm 13, 11–14a:

Jetzt ist das Heil uns näher

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Brüder! Das tut im Wissen um die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher

als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts! Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht! Vielmehr zieht den Herrn Jesus Christus an.

 

Zum Evangelium:

Der Menschensohn wird kommen, um die Geschichte zu richten und zu vollenden. Er kommt unerwartet; niemand kennt den Tag und die Stunde. Das wird illustriert durch die Erinnerung an die Tage Noachs und durch das Wort von den zwei Männern auf dem Feld und den zwei Frauen an der Handmühle. – Auch für jeden Einzelnen kommt die Stunde der entscheidenden Begegnung mit dem Herrn. Wachsein heißt in dieser Situation nicht, in ständiger Hochspannung zu leben, sondern geduldig und treu den Willen Gottes zu tun und jetzt schon Christus zu begegnen: im Mitmenschen, vor allem im Notleidenden.

 

Evangelium Mt 24, 29–44

Man wird den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. – Seid wachsam und haltet euch bereit!

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sofort nach den Tagen der großen Drangsal wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Danach wird das Zeichen des Menschensohnes
am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde wehklagen und man wird den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr, wenn ihr das alles seht, dass das Ende der Welt nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten,
einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

 

Te Deum Heute

Hier finden Sie immer zum Tage den entsprechenden Bibeltext mit Impulsen:

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Sontagslesungen vom Bibelwerk

Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:

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Sonntagslesungen Bibelwerk: hier

aktuelle Fürbitten zum Sonntag

Hier finden Sie die aktuelle Fürbitten für Sonntag:

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aktuelle Fürbitten

 

Sie können aber zur Zeit diesen nicht besuchen! Gerne können Sie diesen Betrag auf das unten angegebene Konto der Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land überweisen.

Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw.  An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!

Sie benötigen eine Spendenquittung? Geben Sie Ihren Namen und Ihre vollständige Anschrift im Verwendungszweck mit an. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Zentrale Pfarrbüro unter 06126 95373-00 oder per Mail.

Natürlich ist dies auch anonym möglich.

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  • Verwendungszweck: Kollekte und Datum

Vielen Dank!

Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:

  • 24./25. Dez. 2024 - Für ADVENIAT
  • 12. Januar 2025 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
  • 19. Januar 2025 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
  • 2. Februar 2025 - Für die Werke der CARITAS I
  • 6. April 2025 - Für MISEREOR
  • 11. April 2025 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
  • 13. April 2025 - Für das Heilige Land
  • 8. Juni 2025 - Für RENOVABIS
  • 15. Juni 2025  - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
  • 29. Juni 2025  - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
  • 7. September 2025 -  Für weltkirchliche Projekte des Bistums
  • 14. September 2025  - Für Kommunikationsmittel
  • 21. September 2025 - Für die Werke der CARITAS II
  • 26. Oktober 2025  - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
  • 2. November 2025 -  Für die Priesterausbildung in Osteuropa
  • 16. November 2025 - Für die Aufgaben der Diaspora
  • 24./25. Dez. 2025 - Für ADVENIAT
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