Sonntagsgottesdienst und Predigt
Predigt von Pfarrer Kirsten Brast Silvester
Liebe Schwestern und Brüder!
2025 geht zu Ende, die letzten Stunden sind angebrochen. Ein bewegtes Jahr, auch für uns als katholische Christen. Nicht zuletzt, weil unser Papst Franziskus von uns gegangen ist. Wir haben hier seiner gedacht, für ihn das Requiem gefeiert. Und weil – natürlich – ein neuer Papst gekommen ist. Leo XIV. Die ersten Monate seines Pontifikats sind vergangen, seine erste Auslandsreise (Türkei und Libanon) ist erfolgt, seine ersten Themenschwerpunkte sind gesetzt, v.a. das Ringen um Frieden und Einheit. Die einen mögen sehr angetan, andere ernüchtert sein, wie es mit Neuanfängen so ist.
Zum heutigen letzten Tag des Jahres gesellt sich indes ein weiterer Papst hinzu: Silvester. Zugegeben, ein Papst aus einer ganz anderen Epoche. Sein Pontifikat reichte von 314 bis 335. Dass der heutige Tag seinen Namen trägt, ist eigentlich nur in der Tatsache begründet, dass er am 31. Dezember 335 starb und wir Sterbetage als „Geburtstage für den Himmel“ begehen. Vielleicht aber ist es doch mehr als nur ein kalendarischer Zufall, dass uns ausgerechnet der heilige Silvester ins neue Jahr 2026 hinüberführt. Silvester verkörpert nämlich in bemerkenswerter Weise eines: Aufbruch.
In seiner Amtszeit beendete Kaiser Konstantin die Zeit der großen römischen Christenverfolgungen. Die Kirche konnte aufatmen und nun frei und ohne Angst und Unterdrückung das Evangelium verkünden. In seiner Amtszeit entstanden in Rom zahlreiche Kirchen, darunter die Kirche schlechthin: der Petersdom über der vermuteten Grabstätte des heiligen Petrus. Und in seiner Amtszeit fand im heute türkischen Nizäa das erste große, ökumenische Konzil der Kirchengeschichte statt, dass sich in diesem zu Ende gehenden Jahr zum 1700. Mal jährte, weswegen ja auch Leo seine erste Reise genau dorthin unternahm. Auf diesem Konzil von Nizäa wurden zentrale Fragen der christlichen Lehre geklärt und das Glaubensbekenntnis formuliert, das weitgehend noch unser heutiges ist. So viel Anfang, so viel Aufbruch, so viel Neubeginn in wenigen Jahren. All das war nur wenige Zeit zuvor noch völlig unvorstellbar.
Auch wenn Silvester auf vieles gar keinen so großen Einfluss gehabt haben mag, so steht er dennoch mit seiner Person für Aufbruch. Nicht im Sinne eines naiven Optimismus – davor wird ihn bereits die Erfahrung der Verfolgungen bewahrt haben. Nein, er verkörpert eine in einem tiefen Gottvertrauen wurzelnde Zuversicht, dass es eine Zukunft gibt und es gilt, das Seine zu tun, damit es eine gute Zukunft werde. Trotz aller Widrigkeiten und Sorgen.
Wenn wir auf das alte Jahr zurückschauen, so werden sich wahrscheinlich auch dieses Mal viele Hoffnungen nicht erfüllt haben, mit denen wir in dieses Jahr gestartet sind. Persönlich und privat wird dies genauso gelten wie für die große, weite Welt. Hier erleben wir allenthalben Niedergeschlagenheit, Pessimismus, Krisen und Probleme. Der Krieg in der Ukraine hält nun fast vier Jahre an, so lange nun bald wie der 1. Weltkrieg. Krieg und Kriegsgefahr auch an so vielen Orten dieser Welt und auch bei uns machen Worte wie „Kriegstüchtigkeit“ die Runde. Hinzu kommen Sorgen um die politischen Entwicklungen in den westlichen Demokratien, um Wirtschaftskrise und Arbeitsplatzverlust, um innere Sicherheit und Klimawandel und vieles mehr. Es geht sicherlich nicht darum, diese ja realen Sorgen und Probleme unserer Tage kleinzureden oder gar zu ignorieren. Im Gegenteil, es geht darum, tatkräftig anzupacken. Wie aber kann dies anders geschehen als mit Zuversicht? In der Gewissheit, dass auch dieses neue Jahr einen Aufbruch bedeutet und uns mit Dingen konfrontiert, die wir nicht haben kommen sehen. Auch nicht die größten Experten der Gegenwart. In der Gewissheit aber auch, dass Gott mit uns ist, auch in diesem neuen Jahr. Dass er auch in Zukunft der eigentlich Leitende und Tragende ist.
Silvester begleitet uns also ins neue Jahr. Und an seinem Tag hören wir noch einmal den Anfang des Johannes-Evangeliums vom ersten Weihnachtstag, in dem so großartig vom „Anfang“ die Rede ist und in welchem uns Johannes sagt: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Wenn Christus an Weihnachten in unsere Welt aufbricht, dann nicht in eine heile und ideale Welt. Im Gegenteil, schon die Umstände seiner Geburt sagen alles. Und dennoch bricht er auf und beginnt sein Werk in der Gewissheit, dass der Vater ihn sendet und mit ihm ist. Wenn wir als Christen Christus nachfolgen wollen und mit ihm in dieses neue Jahr aufbrechen, dann können wir dies in der Gewissheit tun, dass der Vater auch mit uns ist und dass er dafür sorgen wird, dass die Finsternis das Licht nicht erstickt. Auch nicht 2026.
Amen.
Predigten von Pfarrer Kirsten Brast
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Silvester Predigt Pfarrer Brast -
Fest d. h. Familie Predigt Pfarrer Brast -
2. Weihnachtsfeiertag P. v. Pfr. K. Brast -
1. Weihnachtsfeiertag P. v. Pfr. K. Brast -
Heilige Abend Predigt v. Pfr. K. Brast -
4. Advent Predigt v. Pfr. K. Brast -
3. Advent Predigt v. Pfr. K. Brast -
2. Advent Predigt Pfr. Brast -
1. Advent Predigt Pfr. K.Brast
Lesungen und Evangelium zum Fest Silvester 31. Dezember 2025
31. Dezember 2025 Hl. Silvester:
Papst Silvester, geborener Römer, war Papst von 314-335. In seiner Regierungszeit vollzog sich die grundlegende Veränderung im Verhältnis des Christentums zum römischen Staat. Die große Figur in diesem Geschehen war allerdings nicht Silvester, sondern Kaiser Konstantin. In die Zeit dieses Papstes fällt das Konzil von Nizäa, auf dem die Irrlehre des Arius verurteilt und die Gottheit Christi im Sinne der Wesensgleichheit mit dem Vater definiert wurde. Die großen römischen Basiliken: St. Johann im Lateran, St. Peter im Vatikan, St. Paul vor den Mauern, wurden damals gebaut und vom Papst eingeweiht. Seine Volkstümlichkeit verdankt Silvester weniger der Geschichte als der Legende sowie dem Umstand, dass sein Gedenktag mit dem letzten Tag des bürgerlichen Jahres zusammenfällt.
Ende und Anfang:
„Es ist das Zeichen des lebendigen Menschen, dass er sich stets von neuem als Anfänger bekennt. Immer wieder glaubt er am Ziel zu sein. Und kaum hat er erreicht, was er erstrebte, da entdeckt er in dem vermeintlichen Ende wieder einen neuen Anfang. Das Leben ist ein ständig neues Beginnen. Niemand soll glauben, dass ihm etwas gelingen oder auf lange Sicht bestehen könne, ohne dass täglich neu damit begonnen und ohne dass es täglich neu begründet wird. Es liegt etwas Großes und Vorwärtstreibendes in der Bereitschaft zu immer neuem Beginnen.“ (Georg Werth)
Tagesgebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, in der Menschwerdung deines Sohnes hat alles menschliche Streben nach dir seinen Ursprung und kommt darin zur Vollendung.
Lass uns zu Christus gehören, in dem das Heil aller Menschen begründet ist, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Zur Lesung:
„Letzte Stunde“ ist nicht deshalb, weil heute der letzte Tag des Kalenderjahres ist. Wie das Jahr hat die Geschichte der Welt und der Menschheit einen Anfang und ein Ende. Die Geschichte verläuft nicht in ewigen Kreisen, sondern geht auf ein Ziel zu. Die frühe Christenheit hat dieses Ziel, das Ende und die Vollendung der Welt, mit der Wiederkunft Christi gleichgesetzt und in greifbarer Nähe gesehen. Sie hat sich in ihrer Zeitvorstellung geirrt, aber die entscheidende Tatsache bleibt doch: wir stehen in der Endzeit, wir stehen vor dem Ende und sind in die Entscheidung gestellt. Jetzt schon vollzieht sich die Scheidung. „Antichrist“ nennt Johannes jeden, der leugnet, dass Jesus der Christus, der Messias ist. Die Christen aber haben vom „Heiligen“, d. h. von Christus selbst (vgl. Offb 3,7; Apg 3,14), die Salbung empfangen: den Geist und die Erkenntnis der Wahrheit (Joh 16,13). „Wahrheit“ ist die Heil schaffende Wirklichkeit Gottes, die in Jesus offenbar geworden ist.
Lesung 1 Johannes 2, 18-21
Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr wisst die Wahrheit
Lesung aus dem ersten Johannesbrief
Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichriste gekommen. Daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist.
Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, dass sie alle nicht zu uns gehörten.
Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es.
Ich schreibe euch nicht, dass ihr die Wahrheit nicht wisst, sondern ich schreibe euch, dass ihr sie wisst und dass keine Lüge von der Wahrheit stammt.
Wort des lebendigen Gottes
Ruf vor dem Evangelium:
Halleluja. Halleluja. Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden. Halleluja.
Zum Evangelium:
Jesus ist das Wort Gottes, durch ihn ist Gott hörbar und sichtbar geworden. Ewig spricht der Vater in ihm sein Wesen aus; durch ihn hat er alles ins Dasein gerufen, und mit ihm durchwaltet er alles. Dieses Wort „ist Fleisch geworden“, um bei uns zu wohnen. Gott hat die Menschheit wieder angenommen, ja er hat sie in sich selbst hineingenommen. Ob wir das Wort Gottes, d. h. Christus, aufnehmen oder abweisen, daran entscheidet sich unser Leben. Licht oder Finsternis: es gibt keine dritte Wahl. - Gen 1,1-5; 1 Joh 1,1-4.
Evangelium Joh 1, 1-18
Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus
Te Deum Heute
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Sontagslesungen vom Bibelwerk
Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:
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Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw. An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!
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Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:
- 24./25. Dez. 2024 - Für ADVENIAT
- 12. Januar 2025 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
- 19. Januar 2025 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
- 2. Februar 2025 - Für die Werke der CARITAS I
- 6. April 2025 - Für MISEREOR
- 11. April 2025 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
- 13. April 2025 - Für das Heilige Land
- 8. Juni 2025 - Für RENOVABIS
- 15. Juni 2025 - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
- 29. Juni 2025 - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
- 7. September 2025 - Für weltkirchliche Projekte des Bistums
- 14. September 2025 - Für Kommunikationsmittel
- 21. September 2025 - Für die Werke der CARITAS II
- 26. Oktober 2025 - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
- 2. November 2025 - Für die Priesterausbildung in Osteuropa
- 16. November 2025 - Für die Aufgaben der Diaspora
- 24./25. Dez. 2025 - Für ADVENIAT