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Sonntags­gottes­dienst und Predigt

Lesungen, Evangelium und Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag 31. Mai 2026

Predigt von Pfarrer Kirsten Brast

Liebe Schwestern und Brüder!

Es macht einen großen Unterschied, ob ich etwas oder jemanden liebe. Es kann vieles geben, was ich liebe: ich liebe vielleicht, dass die Sonne scheint oder ich am Strand spazieren gehen kann. Ich liebe es vielleicht, Eis zu essen oder Briefmarken zu sammeln oder Fußball zu spielen oder was auch immer. Etwas ganz anderes ist es, wenn ich benenne, wen ich liebe. Da werde ich einen Namen nennen können, habe ein Gesicht vor Augen und eine Stimme im Ohr. Da geht es um ein konkretes Gegenüber. Eine Person, die ich liebe, zu der ich eine persönliche Beziehung habe. Mit der ich sprechen und die ich berühren kann.

Genau das, liebe Schwestern und Brüder, ist das vielleicht Wesentlichste in unserem christlichen Glauben. In der antiken Welt glaubten die meisten Menschen an einen überfüllten Götterhimmel. Diese Götter nahmen die Menschen entweder überhaupt nicht zur Kenntnis oder allenfalls als Spielzeuge zur persönlichen Belustigung wahr. Sie sahen im Menschen ganz sicher nicht Personen. Gegenüber, die sie liebten. Und am Menschen war es, besser nicht durch Fehlverhalten den Zorn und die Strafe jener Götter auf sich zu ziehen. Heute hingegen ist es meist umgekehrt: viele Menschen glauben vielleicht noch an irgendetwas „Übersinnliches“, an eine diffuse Kraft oder abstrakte Energie, die durch das Weltall geistert. Aber eben nicht an einen persönlichen Gott. An ein Gegenüber. Dem ich mich zu verdanken weiß, der mich geschaffen hat, der mich liebt, sich mir zuwendet und mein Heil will.

Christen hingegen glauben an genau das: an einen persönlichen Gott. Wenn wir einen Menschen lieben, interessieren wir uns für ihn. Wir wollen mehr über ihn erfahren, seine Geschichte kennen und unser Leben mit ihm teilen. Gott tut genau das. Die ganze Heilige Schrift erzählt uns das: die Geschichte des himmlischen Vaters mit uns Menschen. Dass er der Schöpfergott ist. Dass er mit und um den Menschen ringt. Dass er enttäuscht und zornig wird. Dass ihn manche Entscheidung reut. Und er doch seinem Volk treu bleibt, sich ihm zuwendet, zu ihm spricht und an ihm handelt. „Der Herr ist der Herr, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue“, so offenbart er sich in der heutigen Lesung dem Mose.

Ja, mehr noch: die Heilige Schrift bezeugt, dass er seinen Sohn als Menschen zu den Menschen schickt. „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Durch seinen menschgewordenen Sohn bekommt er ein Gesicht und eine Stimme, kann berühren und berührt werden. Er kommt den Menschen nahe. Er macht sich sogar angreifbar und verletzlich. Er öffnet ihm die Tür zum Himmel. Und er bleibt selbst nach seiner Heimkehr zum Vater im Geist gegenwärtig. Wiederum nicht als diffuse Kraft oder abstrakte Energie: als Person. Als ansprechbare und an mir handelnde Person. Als Gegenüber. Unsichtbar und doch unwiderstehlich da.

Wir feiern in der Kirche am Sonntag nach Pfingsten den Dreifaltigkeitssonntag. Wir feiern den einen Gott in drei Personen als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das, was vielleicht wie eine theologische Spitzfindigkeit aussieht, die für den „normalen Christen“ weder verständlich noch wichtig zu sein scheint, ist alles andere als das. Das Geheimnis des einen, dreifaltigen Gottes macht uns deutlich, was unser Glaube ist: er ist nicht zuerst das panische Bemühen, alles richtig zu machen, Regeln einzuhalten und „gut zu leben“. Er ist auch kein komplexes Lehrkonstrukt oder Spekulation über eine andere Welt. Er ist der Glaube an den persönlichen Gott, der selbst die Liebe ist und der Liebe hat zu uns, zu mir. Und der sich danach sehnt Gottes, dass diese Liebe erwidert wird. Der Freude hat über jeden einzelnen Menschen, der zu ihm umkehrt. Für ihn sind wir keine anonyme, graue Masse und keine Spielzeuge. Für ihn sind wir Gegenüber, Empfänger seiner Liebe. Und er ist keine abstrakte, kosmische Kraft, sondern Gegenüber. Er ist der persönliche Gott, der geliebt werden will.

Das Schönste, was Menschen in ihrem Leben erfahren können, ist die Erfahrung geliebt zu sein. Wir Christen können sie tagtäglich machen. Durch den dreifaltigen Gott, der selbst die Liebe ist und mich daran teilhaben lässt. „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“. Amen.

 

Lesungen und Evangelium zum Dreifaltigkeitssonntag 31. Mai 2026

Dreifaltigkeitssonntag 31. Mai 2026

Der Gott des Neuen Bundes ist kein anderer als der des Alten Bundes: der verborgene Gott, das große Geheimnis, aber zugleich der Gott, der „herabkommt“, sich öffnet und in sein eigenes Leben hineinzieht. „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“, schreibt der Evangelist Johannes: die Herrlichkeit des Sohnes, die keine andere ist als die des Vaters: der Glanz seiner Heiligkeit, die Macht seiner Liebe. Und wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht. „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind“ (Röm 8, 16).

 

Zur 1. Lesung:

Beim Auszug aus Ägypten und aus dem Sinai hat sich Jahwe vor Mose und dem ganzen Volk als der lebendige Gott erwiesen. Er vereinigt in sich verschiedene, ja gegensätzliche Eigenschaften: er ist der heilige und unnahbare, aber auch der nahe und barmherzige Gott. Auf Gottes Barmherzigkeit und seine Treue berufen sich im Alten Testament die Menschen in Schuld und Not. Auch dem untreuen Volk bleibt Gott treu und begleitet es auf seinem Weg.

 

Erste Lesung Exodus 34, 4b.5–6.8–9:

Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott

Lesung aus dem Buch Éxodus

In jenen Tagen stand Mose früh am Morgen auf und ging auf den Sínai hinauf, wie es ihm der Herr aufgetragen hatte. Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen des Herrn aus. Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr ist der Herr, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue: Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch, mein Herr, in unserer Mitte! Weil es ein hartnäckiges Volk ist, musst du uns unsere Schuld und Sünde vergeben und uns dein Eigentum sein lassen!

 

Zur 2. Lesung:

Die Lesung beginnt mit der Freude und schließt mit der Dreiheit Gnade – Liebe – Einheit. Diese drei sind die Gaben des dreifaltigen Gottes. Die „Liebe Gottes“ ist sichtbar geworden in der „Gnade des Herrn Jesus Christus“ und erweist ihre Kraft in der Kirche, der „Gemeinschaft des Heiligen Geistes“. Der dreifaltige Gott ist also nicht ein fernes, in sich ruhendes Geheimnis; in Jesus Christus ist der verborgene Gott zum offenbaren Gott geworden; er ist da in unserer Gegenwart und unserer Zukunft.

 

Zweite Lesung 2 Kor 13, 11–13:

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth

Schwestern und Brüder, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

 

Zum Evangelium:

Gott, der Sohn und die Liebe: das ist die Dreifaltigkeit, von der dieses Evangelium spricht (Joh 3, 16). Die Erlösungstat des Sohnes ist getragen von Gott und von der Liebe: vom Vater und vom Heiligen Geist. In der Person Jesu ist der Vater sichtbar und seine wesenhafte Liebe für uns erfahrbar geworden. Wo aber dem Menschen die Liebe Gottes begegnet, da fällt die große Entscheidung (3, 18).

 

Evangelium Joh 3, 16–18:

Gott hat seinen Sohn gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

Te Deum Heute

Hier finden Sie immer zum Tage den entsprechenden Bibeltext mit Impulsen:

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Sontagslesungen vom Bibelwerk

Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:

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Sonntagslesungen Bibelwerk: hier

aktuelle Fürbitten zum Sonntag

Hier finden Sie die aktuelle Fürbitten für Sonntag:

Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bistum Trier mit den Sonntagsfürbitten.

 

aktuelle Fürbitten

 

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Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw.  An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!

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Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:

  • 11. Januar 2026 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
  • 18. Januar 2026 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
  • 1. Februar 2026 - Für die Werke der CARITAS I
  • 22. März 2026 - Für MISEREOR
  • 27. März 2026 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
  • 29. März 2026 - Für das Heilige Land
  • 10. Mai 2026 - Für den Katholikentag
  • 24. Mai 2026 - Für RENOVABIS
  • 14. Juni 2026  - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
  • 5. Juli 2026  - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
  • 6. September 2026 -  Für weltkirchliche Projekte des Bistums
  • 13. September 2026  - Für Kommunikationsmittel
  • 20. September 2026 - Für die Werke der CARITAS II
  • 25. Oktober 2026  - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
  • 2. November 2026 -  Für die Priesterausbildung in Osteuropa
  • 15. November 2026 - Für die Aufgaben der Diaspora
  • 24./25. Dez. 2026 - Für ADVENIAT
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