Sonntagsgottesdienst und Predigt
Predigt von Pfarrer Kirsten Brast zum 2. Sonntag im Jahreskreis
Liebe Schwestern und Brüder!
Der bekannte Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler wird in diesen Tagen einmal mehr in den Medien herumgereicht angesichts der weltpolitischen Lage zwischen Venezuela und der Ukraine, zwischen dem Iran und Grönland. Münkler analysiert dabei, dass wir einen Epochenwechsel erleben würden: nach Jahrzehnten, in denen man eine „regelbasierte Weltordnung“ versucht hätte zu etablieren, in der Spielregeln durchgesetzt wurden, um auch die Schwächeren zu schützen und die Aufrechterhaltung des Völkerrechts zu gewährleisten, seien wir nun wieder in der „machtbasierten Weltordnung“ angelangt. Jetzt zähle nur die wirkliche wirtschaftliche und militärische Macht, mit der jener, der sie hat, seine Interessen rücksichtlos gegen Schwächere durchsetzen kann. So wie die USA gerade versuchen, dem so viel kleineren Dänemark Grönland abspenstig zu machen. Regeln waren früher, jetzt zählt (wieder) allein die Macht.
Dieses hemmungslose Machtstreben, dieses rücksichtslose Durchsetzen eigener Interessen auf Kosten Schwächerer und dieses leichtfertige Einsetzen von Gewalt, all das erleben wir nicht nur in der Staatenwelt. Auch im alltäglichen Leben müssen wir dies immer wieder beobachten. Es ist fast so etwas wie eine bittere Grundregel unserer Welt, über alle Zeiten und Fortschritte hinweg. Es ist gewissermaßen die Sünde der Welt. Und genau da sind wir beim heutigen Evangelium angelangt. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“
Jeder, der mehr oder weniger regelmäßig die Messe besucht, wird diesen Satz kennen. Auch gleich wird er zur Brotbrechung wieder gesagt. Entnommen ist er dem Evangelium, welches wir eben gehört haben: Johannes der Täufer, der auf Jesus zeigt und dazu diese Worte spricht. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Der Täufer erkennt in Jesus das Lamm Gottes, und schon das ist Programm. Kein Mächtiger dieser Welt würde sich ein Lamm als Wappentier auswählen. Stattdessen vielleicht einen Löwen, einen Adler oder einen Bären. Tiere, die gefährlich und furchteinflößend sind. Tiere, die Stärke ausstrahlen, welche man in jenem freien Spiel der Mächte dringend braucht. Ein Lamm hingegen ist klein und schwach, harmlos und ungefährlich. Der Inbegriff von Unschuld und Verletzlichkeit.
Johannes der Täufer kommt nicht von ungefähr auf dieses Bild, er entnimmt es dem Prophetenbuch von Jesaja: „Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.“ (Jes 53,7). Jesaja beschreibt so den Gottesknecht, den Gott gesandten Messias. Und das nicht aus Zufall. Gott, so Jesaja, spielt nicht mit in diesem freien Spiel der Macht, das die Schwachen und Wehrlosen unter sich begräbt. Er kommt nicht, um die Gewalt dieser Welt mit größerer Gewalt zu zerbrechen. Er ist nicht schwach und ohnmächtig, aber er, der Starke und Allmächtige, geht den Weg der Schwachheit und Ohnmacht. Er steht nicht nur auf der Seite der Schwachen, der Opfer – er macht sich ihnen gleich. Und er zeigt so einen anderen, wenn auch sehr mühsamen Weg aus der Sünde der Welt.
Jesus selbst ist dieser Weg. Wir sehen ihn noch als Kind in der Krippe liegen. So ist Gott in die Welt gekommen, nicht als strahlender Held. Und den Weg geht er bis zum Ende, wo er nicht als siegreicher Schlachtenlenker das Schwert triumphierend in die Höhe reckt, sondern er als Opfer von Willkür ans Kreuz gemordet wird. „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“
Für uns als Christen ist dieser Weg eine Zumutung, denn wir sollen auf ihm Christus nachfolgen. Das beginnt natürlich im Großen und es ist und bleibt eine Schande für die ganze Christenheit, dass immer wieder auch von höchsten Stellen Waffen gesegnet und Kriege als Gotteswille verklärt wurden – und auch werden. Aber es endet eben auch bei uns persönlich. Ich mag persönliche Interessen haben und Vorteile sehen. Wenn ich sie aber anstrebe gegen jede Gerechtigkeit – bloß weil ich es mir leisten kann, blind für die, die dabei auf der Strecke bleiben – dann bin ich letztlich auch blind für Christus. Denn der steht auf der Seite der Schwachen und ist nur dort zu finden. „„Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ Amen.
Predigten von Pfarrer Kirsten Brast
-
FormatDateiname
-
2. Sonntag i.J.K. Predigt v. Pfr. Brast -
Taufe d. Herrn Predigt Pfarrer Brast -
Erscheinung d. Herrn Predigt Pfarrer Brast -
2. S.n.Weihnachten Predigt Pfarrer Brast -
Neujahr -
Silvester Predigt Pfarrer Brast -
Fest d. h. Familie Predigt Pfarrer Brast -
2. Weihnachtsfeiertag P. v. Pfr. K. Brast -
1. Weihnachtsfeiertag P. v. Pfr. K. Brast -
Heilige Abend Predigt v. Pfr. K. Brast -
4. Advent Predigt v. Pfr. K. Brast -
3. Advent Predigt v. Pfr. K. Brast -
2. Advent Predigt Pfr. Brast -
1. Advent Predigt Pfr. K.Brast
Lesungen und Evangelium zum 2. Sonntag im Jahreskreis 18. Januar 2026
2. Sonntag im Jahreskreis 18. Januar 2026
Jesus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt, und er ist der „Knecht“, den Gott in seinen Dienst genommen und zum Licht der Völker gemacht hat. Wenn wir sehen und begreifen, was Gott durch Jesus getan hat, und darauf antworten mit der Tat unseres Lebens, dann ehren wir Gott.
Zur 1. Lesung:
Jesus verkörpert das wahre Israel und erfüllt dessen Sendung, die Wahrheit Gottes in die Welt zu tragen. Er bringt Rettung und Heil für Israel und für die Völker der Erde. Sein Weg führt durch Leiden, aber Gott wird ihn nicht verlassen; er wird ihn in Herrlichkeit vollenden.
Erste Lesung Jes 49, 3.5–6:
Ich mache dich zum Licht der Nationen
Lesung aus dem Buch Jesája
Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht geformt hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammelt werde. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
Zur 2. Lesung:
Von heute bis zum 8. Sonntag wird der 1. Korintherbrief gelesen; diesen Brief hat der Apostel Paulus zwischen 53 und 55 n. Chr. geschrieben, nur wenige Jahre nach Gründung der Gemeinde. Paulus nennt die Christen „Heilige“, weil Gott sie durch Christus in seine Nähe gerufen und dadurch „geheiligt“ hat. Nun gehören sie zu den Menschen, die „den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, anrufen“. Dank seiner Berufung ist der Apostel mit dieser Gemeinde eng verbunden, trotz harter Auseinandersetzungen.
Zweite Lesung 1 Kor 1, 1–3
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth.
Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sósthenes an die Kirche Gottes, die in Korínth ist – die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen —, mit allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Zum Evangelium:
Drei Aussagen stehen im Zeugnis Johannes’ des Täufers über Jesus: 1. Jesus ist das Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt; 2. Der Geist ist auf ihn herabgekommen und auf ihm (in ihm) geblieben; 3. Jesus ist der Erwählte Gottes (der Sohn Gottes). Diese drei Aussagen weisen auf die Gestalt des „Gottesknechts“ beim Propheten Jesaja zurück (vgl. 1. Lesung). Eine innere Stimme sagt dem Täufer, als er Jesus kommen sieht: Er ist es, in ihm erfüllt sich, was die Propheten gesagt haben.
Evangelium Joh 1, 29–34
Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war.
Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht;
aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.
Te Deum Heute
Hier finden Sie immer zum Tage den entsprechenden Bibeltext mit Impulsen:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Te Deum
Sontagslesungen vom Bibelwerk
Hier finden Sie die aktuellen Sonntagslesungen mit entsprechenden Einführungstexten:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bibelwerk.
aktuelle Fürbitten zum Sonntag
Hier finden Sie die aktuelle Fürbitten für Sonntag:
Der Link führt Sie direkt auf die Seite vom Bistum Trier mit den Sonntagsfürbitten.
Sie können aber zur Zeit diesen nicht besuchen! Gerne können Sie diesen Betrag auf das unten angegebene Konto der Pfarrgemeinde St. Martin Idsteiner Land überweisen.
Alle Kollekten gehen überlicherweise an die Pfarrgemeinde und werden für die pastorale Arbeit in der Pfarrei verwendet, z.B. für Kinder, Jugendliche, Senioren, usw. An ausgewählten Sonntagen (zu denen auch die jeweilige Vorabendmesse samstags zählt) wird die Kollekte für einen bestimmten Zweck gesammelt, eine Übersicht derer finden Sie weiter unten. Bitte geben Sie deshalb unter Verwendungszweck das Datum des Sonntags, für den Sie einen Beitrag spenden wollen mit an!
Sie benötigen eine Spendenquittung? Geben Sie Ihren Namen und Ihre vollständige Anschrift im Verwendungszweck mit an. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Zentrale Pfarrbüro unter 06126 95373-00 oder per Mail.
Natürlich ist dies auch anonym möglich.
Unsere Bankverbindung:
- Katholische Kirchengemeinde St. Martin Idsteiner Land
- Nassauische Sparkasse Idstein
- IBAN: DE37 5105 0015 0352 0178 41
- Verwendungszweck: Kollekte und Datum
Vielen Dank!
Sonntage, bei denen die Kollekten für einen bestimmen Zweck bestimmt sind:
- 11. Januar 2026 - Kollekte für Afrika (Afrikatag)
- 18. Januar 2026 - Für Ehe- und Familienarbeit im Bistum
- 1. Februar 2026 - Für die Werke der CARITAS I
- 22. März 2026 - Für MISEREOR
- 27. März 2026 - Jugendkreuzweg: Für die Jugendarbeit in Osteuropa
- 29. März 2026 - Für das Heilige Land
- 10. Mai 2026 - Für den Katholikentag
- 24. Mai 2026 - Für RENOVABIS
- 14. Juni 2026 - Für die Jugendarbeit in der Pfarrei
- 5. Juli 2026 - Für die Aufgaben des Papstes in der Weltkirche
- 6. September 2026 - Für weltkirchliche Projekte des Bistums
- 13. September 2026 - Für Kommunikationsmittel
- 20. September 2026 - Für die Werke der CARITAS II
- 25. Oktober 2026 - MISSIO-Kollekte (Weltmissionssonntag)
- 2. November 2026 - Für die Priesterausbildung in Osteuropa
- 15. November 2026 - Für die Aufgaben der Diaspora
- 24./25. Dez. 2026 - Für ADVENIAT