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Geschichte St. Michael
Geschichte St. Michael
© M.Friedrich

Geschichte St. Michael

Geschichte der Kirche

Die Gemeinde Oberjosbach (heute 2000 Einwohner, davon 850 Katholiken) wurde urkundlich 1196 zum ersten Mal erwähnt. In der mittelalterlichen Urkunde gewährt der Mainzer Erzbischof Konrad I. der Kirche zu "Gosbach" die vollständige Freiheit einer Mutterkirche in einem eigenen Kirchspiel.

Hoch thront das Gotteshaus "St. Michael" über den alten Dorfkern auf einem Bergsporn, der nach Süd und West steil abfällt. In ihrer heutigen Form entstand die Kirche in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1949. Insgesamt sind in Oberjosbach vier Kirchenbauwerke nachweisbar.

Die Vorgängerkirchen

Das erste erwähnt die Urkunde von 1196, ohne jedoch seinen Standort anzugeben. Ebenso verhält es sich mit dem zweiten Kirchenbau, einer im Jahre 1321 geweihten Kapelle. Diese ist wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden oder verfallen. Jedenfalls ist ihr Standort unbestimmt. Ältere Bewohner Oberjosbachs meinen, dieses Gotteshaus habe unten am Bach gestanden. Der dritte Sakralbau, eine 1682 errichtete Kirche im Renaissancestil, stand auf dem Plateau des Kirchberges, wo auch das heutige eindrucksvolle Gotteshaus steht. Dieser Platz ist so herausragend und angemessen, dass die Vermutung nahe liegt, alle vier Gotteshäuser standen oben auf dem Bergsporn über den Altdorf, zumal sich im Mittelalter bei der Kirche eine Begräbnisstätte befand. Der alte Friedhof, der um die Kirche herum lag, war bis 1867 Begräbnisplatz.

Die heutige Kirche

Die heutige Kirche Sankt Michael prägt mir ihrem markanten Turm aus Bruchstein das Gesicht Oberjosbachs. Steil führt vom Rathausplatz die Treppe hinauf zu dem mit einer Steinmaske verzierten Sandsteinportal. Darüber erkennt der Betrachter das aus dem gleichen Material gehauene Wappen des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Anselm Franz von Ingelheim. Beide dem Renaissancestil zuzuordnende Bauteile, das Portal und das Wappen, stammen aus dem 1682 erbauten und 1944 zerstörten dritten Kirchenbau. Sie sind in harmonischer Weise in den nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Neubau, das vierte Oberjosbacher Gotteshaus, eingefügt und stellen ein verbindendes Glied zwischen dem alten schlichten Bauwerk von 1682 und der neuen Michaelskirche dar. Die Kirche weist einen kreuzförmigen Grundriss auf. Im Schnittpunkt von Lang- und Querschiff steht der Altartisch aus edlem Marmorstein.

Der heilige Michael

Der heilige Michael, der Seelenwäger, Erzengel und besonderer Beschützer des Gottesvolkes ist der Kirchenpatron. Dies Patrozinium erscheint zum ersten mal 1321, als der Mainzer Weihbischof Dittmarsius den zweiten Oberjosbacher Kirchenbau, eine mit Hilfe eines Ablasses errichteten Kapelle, am Vorabend von Sankt Michael zu Ehren dieses heiligen Fürbitters und Erzengels weihte. Eine Statue des Hl. Michaels wurde anlässlich der 800-Jahr-Feier von Oberjosbach Bürgern in einer Nische am früheren Rathaus errichtet.

 

Vier Gotteshäuser begleiteten seit altersher das Leben in Oberjosbach und prägten den Lebensrhythmus der Bewohner. Die Geschichte des Dorfes Oberjosbach ist somit auch im wesentlichen Kirchengeschichte.