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Wöchentliche Kurzinterviewreihe

Wöchentliche Kurzinterviewreihe
Wöchentliche Kurzinterviewreihe
© Kath. Pfarrei St. Martin Idsteiner Land

Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche? Dies ist eine von sieben immer gleichen Fragen, die in den letzten Wochen jedem Mitglied des Pastoralteams der Kirchengemeinde gestellt wurde. Warum? Gerne möchte die Pfarrgemeinde Ihnen das Pastoralteam näher vorstellen. Also die Menschen in der Pfarrei, die Andachten oder Gottesdienste halten, bei Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Beerdigung etc. begleiten, also all jene, die uns bei seelsorgerischen Anliegen zur Seite stehen. Vielleicht interessiert es Sie, wer gerade warum in der Pfarrei arbeitet, was sie/ihn bewegt oder vielleicht, welches Buch sie/er weiterempfehlen kann? Von sieben Fragen waren drei fest vorgegeben und zwei konnten aus den restlichen vier ausgesucht werden. So entstehen ganz unterschiedliche und spannende Antworten, die man so vielleicht auch nicht erwartet hätte. In der Serie „5 Fragen an …“ auf unserer Webseite katholisch-idsteinerland.de werden ab Mai jede Woche neue Antworten online gestellt. Lassen Sie sich überraschen!

Diese Woche: Pfarrer Kirsten Brast

Im September 2015 trat Pfarrer Kirsten Brast seinen Dienst als Pfarrer und Leiter unserer Kirchengemeinde an. Parallel dazu ist er auch seit August 2017 Bezirksdekan des katholischen Bezirks Untertaunus. Neben seinen allgemeinen seelsorgerischen Tätigkeiten, wie der Feier der Eucharistie und anderer Gottesdienste, der Sakramentenspendungen und der Begleitung bei Trauerfeiern, sind Erwachsenenkatechese, Einzelseelsorge und Ehevorbereitung weitere Schwerpunkte seiner Arbeit. Er ist in die Erstkommunionvorbereitung eingebunden und für die Gottesdienstplanung verantwortlich. Zudem ist er Vorsitzender des Verwaltungsrates, ist im Pfarrgemeinderat und dem PGR-Vorstand tätig und für den Liturgieausschuss, den Erwachsenen-Bildungsausschuss und den Ortsausschusses St. Thomas, Waldems-Esch verantwortlich.

© Kath. Pfarrei St. Martin Idsteiner Land

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

...sie eine Pfarrei ist, in der sich die Vielfalt der katholischen Kirche in eindrucksvoller Weise abbildet

...es hier so viele Menschen gibt, die sich mit großem Eifer und aus ihrem Glauben an Gott heraus für unsere Pfarrei und ihre Nächsten einsetzen

...es uns gelungen ist, viele tiefgreifende Veränderungen der letzten Jahre gemeinsam und konstruktiv zu meistern

...es hier auch in Zukunft viele Baustellen gibt

...es mir einfach Freude macht, hier Pfarrer zu sein

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Dass sie die Weltkirche ist, die alle Landes-, Sprach- und Kulturgrenzen überschreitet, so viele Christen aus aller Welt unter ihrem Dach vereint und ihnen und ihrem Glauben Heimat gibt.

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

In Anlehnung an ein Gebet, dass der Priester still vor der Kommunion spricht: dass sie niemals von Christus getrennt wird.

4. Was ist Ihr Lieblingszitat?

Bedenke, was du tust,
ahme nach, was du vollziehst,
und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes

Aus der Liturgie der Priesterweihe. Mein Weihespruch.

 

5. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

Zu viele, um sie alle aufzuzählen. Daher greife ich die folgenden drei heraus:

Martin Mosebach, Die 21: Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer.

Über die koptischen Christen, die 2015 von IS-Terroristen ermordet wurden und die Lebens- und Glaubensumstände der Christen im Nahen Osten. Ein Buch, das zugleich erschüttert und ermutigt und den Blick auf unsere Geschwister im Glauben lenkt, die hierzulande oft vergessen sind.

George Weigel, Die Erneuerung der Kirche: Tiefgreifende Reform im 21. Jahrhundert 

Die Vision des amerikanischen Theologen George Weigel von einer Kirche, die auf Grundlage des II. Vatikanischen Konzils sich selbst erneuert und den Evangelisierungsauftrag Jesu neu entdeckt.

Fjodor Dostojewski, Die Dämonen

Ein Klassiker der Weltliteratur, der mir in unserer Zeit ganz besonders aktuell erscheint.

Folgende Mitglieder des Seelsorgerteams haben sich schon den 5 Fragen gestellt:

Martina Jüstel ist seit 2006 als Gemeindereferentin für unsere Kirchengemeinde tätig. Zur Zeit ist sie für die Behindertenseelsorge, dieGemeindecaritas, die Sternsingeraktion, die Besuchsdienste zuständig und im Beerdigungsdienst eingebunden. Zudem ist sie hauptamtliches Mitglied des Ortsausschusses St. Martin, Idstein.

© Katholische Pfarrei St. Martin Idsteiner Land

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

….es eine sehr aktive Pfarrei ist, die mir viele unterschiedliche Tätigkeitsfelder bietet und in der es auch immer Menschen gibt, die bereit sind, etwas Neues auszuprobieren. Die Menschen, mit denen ich zu tun habe, sind sehr nett und es gibt eine große Zahl unter ihnen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren und Kirche mit zu gestalten.

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Dass Vielfalt in ihr möglich ist, dass sie viele soziale Einrichtungen (Krankenhäuser, Altenheime, Kitas, Beratungsstellen) finanziert, dass sie eine Liturgie hat, die viele Sinne anspricht und dass in ihr gefeiert wird, dass Jesus uns in Brot und Wein auf eine besondere Weise ganz nahe kommt.

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

Dass sie einen wirklichen Veränderungsprozess wagt, der Männern und Frauen ermöglicht, ihre Berufung zum Priestertum zu leben und sie gleichberechtigt an Leitungsaufgaben und Entscheidungen beteiligt, dass sie das Zölibat nicht an die Berufung zum Priestertum knüpft und dass sie nie vergisst, dass sie für die Menschen da sein soll und nicht für sich selbst.

4. Was ist Ihr Lieblingszitat?

Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Martin Buber

Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Dieses Zitat gefällt mir schon sehr lange, weil es sich mit meiner Erfahrung deckt. Aus wirklichen Begegnung geht man immer reich beschenkt heraus und in wirklichen Begegnungen kann ich oft auch Gott begegnen.

5. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

„Zwei  Sichten“ von Mirko Kussin und Sr. Ursula Hertewich

Mit Humor diskutieren zwei sehr unterschiedliche Personen über Themen, die viele von uns bewegen z.B Heimat, Zweifel, Sünde, Glück, Tod , Sex, Freiheit, Sehnsucht nach Glauben, Stress, Sinn des Lebens usw.

Zusätzlich lag Frau Jüstel folgende Frage am Herzen:

Welche Stelle in der Bibel bewegt Sie am meisten?

Matthäus 17, 20

"Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein."

Diese Textstelle bewegt mich immer sehr, wenn ich auf sie stoße, weil sie mir so gnadenlos einen Spiegel vorhält und ich Farbe bekennen muss. Diese Textstelle löst Fragen in meinem Kopf aus, die ich wichtig finde für sich selbst zu beantworten: Wie groß und unerschütterlich ist mein Glaube? Was hilft mir, so zu vertrauen? Was hindert mich?

Das Senfkorn (in Israel), das hier zum Vergleich gewählt wurde, ist viel kleiner als das Senfkorn, das wir in Deutschland kennen. Es ist wie ein winzig kleiner Punkt. Es soll mir Mut machen, auf Gottes Wirken zu vertrauen, auch wenn mir manche Situationen ausweglos erscheinen.

Marvin Neuroth, angehender Pastoralreferent, verstärkt seit September 2019 das Pastoralteam. Im Sommer endet seine zweijährige Pastoralassistenzzeit in unserer Pfarrei, die von Frau Cornelia Sauerborn-Meiwes, als seiner Mentorin begleitet wird. Gemeinsam mit ihr gestaltet er die Andachtsreihe "Gottes Botschaft bewegt", ist in der Firmvorbereitung tätig, engagierte sich in der Erstellung des Schutzkonzeptes sowie den Arbeitskreisen "Ökumene" und "Interreligiöser Dialog". Darüber hinaus leistete er Unterstütztung bei den Sternsingeraktionen und leitete die Martins- und Krippenspiele im Kirchort St. Martin Idstein an.

© C.Sauerborn-Meiwes

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

Ich unter anderem die Offenheit und die Toleranz der Menschen hier zu schätzen gelernt habe.  Ein ganz besonderes Merkmal hier im Idsteiner Land ist zudem, dass hier sowohl ländlicher als auch städtischer Charakter gut zusammen fließen. Städte in denen es alles gibt, was man zum Leben braucht, gepaart mit einer wunderschönen Landschaft und guter Verbindung zur Autobahn. Darüber hinaus bin ich ein großer Fan der ökumenischen und interreligiösen Arbeit in Idstein.

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Vieles, vor allem aber, die feierliche Gestalt von Gottesdiensten. Außerdem die Vielfalt an unterschiedlichen liturgischen Feiern, Arten und Möglichkeiten sich im Gebet und in Gemeinschaft mit anderen Gott zu begegnen. Darüber hinaus bewundere ich die caritativen Leistungen, die durch und in der katholischen Kirche erbracht und ermöglicht werden. Leider ist vieles, was die katholische Kirche tolles zu bieten hat durch Corona nur eingeschränkt erfahrbar.

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

Für die katholische Kirche wünsche ich mir, dass sie neue Wege sucht, entdeckt und dann auch geht, auf denen sie Menschen, die auf der Suche nach Gott sind, begleiten kann und dabei getreu den Worten Jesu fragt: „Was willst du, dass ich dir tue?“ (Lk 18, 41a).

4. Was ist Ihr Lieblingszitat?

„Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Mt 28, 20b

5. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

Es gibt so viele Bücher, die ich gerne weiterempfehle. Aus allen Rubriken, ob Fantasy, historische Romane, Lebensratgeber, Biografien bedeutender Persönlichkeiten oder Science-Fiktion. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen klischeehaft, aber ich kann vor allem die Bibel weiterempfehlen, die Geschichte von Gott auf dem Weg mit den Menschen. Sie enthält viele von den oben genannten Rubriken und verliert in vielen Aspekten nie seine Aktualität. Klar tauchen hier und dort ein paar sperrige Begriffe auf, oder es geht um Vorstellungen und Probleme, die wir heute nicht immer ganz nachvollziehen können. Aber es gibt auch viele Geschichten, in denen Menschen unter ganz ähnlichen Problemen und Situationen leiden, wie einige von uns heute. Und viele dieser Geschichten können uns gerade dann einen Hoffnungsschimmer bieten und uns darauf aufmerksam machen, dass es auch in ausweglosen Situationen doch noch ein Licht am Ende des Tunnels gibt.

Im Anschluss an seine Priesterweihe trat Kaplan Benjamin Rinkart im August 2019 seine Stelle in der Pfarrei an. Zu seinen Kernaufgaben gehören die Sakramentenspendung und der Beerdigungsdienst, des Weiteren ist er in die Erstkommunion, die Jugendarbeit und die Messdiener involviert. Sechs Wochenstunden unterrichtet er in der Grundschule Religion und betreut zudem in der Pfarrgemeinde den Katechetischen Kreis und die Marianische Liga. Kaplan Rinkart ist außerdem in der Einzel-Seelsorge tätig.

© C.Sauerborn-Meiwes

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

... es eine sehr vielseitige Pfarrei ist, viele Menschen sich für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen und weil ich glaube, dass der Herrgott mich nicht ohne Grund hierher geschickt hat.

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Die katholische Kirche ist eine Institution, die weltweit Menschen in ihrem Glauben verbindet. Als Katholik bin ich auf der ganzen Welt zu Hause. Die katholische Kirche ist von Jesus Christus selbst gestiftet und gewollt. Der Heilige Geist ist in der katholischen Kirche sichtbar und gegenwärtig.

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

Dass die Kirche in der Einheit des Glaubens zusammenbleibt. Dass es besonders in Deutschland zu keinem Schisma kommt.

4. Was ist Ihr Lieblingszitat?

Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen...!

Don Bosco

5. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

Die Bibel

Zu den Aufgabengebieten von Pastoralreferentin Cornelia Sauerborn-Meiwes gehört unter anderem die Firmkatechese, die Betreuung der MessdienerInnen und Sternsinger in Idstein. Der interreligiöse und ökumenische Dialog (insbesondere unter Frauen) sind weitere Schwerpunkte. Zudem ist sie in verschiedenen Arbeitskreisen der Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrgemeinde, der sie seit 1992 mit Unterbrechung (Familienzeit von 93-96) angehört, tätig. Außerdem ist sie Autorin der Glaubensimpulse in geprägten Zeiten. Als Mentorin begleitet Cornelia Sauerborn-Meiwes zur Zeit Pastoralassistent Marvin Neuroth. Das neue Gottesdienstformat „Gottes Botschaft bewegt" wurde von ihr im Herbst 2020 initiiert. Dem Pfarrgemeinderat und dem Ortsausschuss St. Martha-Engenhahn sitzt sie als hauptamtliches Mitglied bei. 

© C. Sauerborn-Meiwes

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

… ich hier auf viele nette Menschen - ob jung oder alt - treffe, die ihrem christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott Ausdruck geben möchten: im gemeinsamen Tun, in gemeinsamen Gebeten und Gottesdienstfeiern, in der  Weitergabe unseres christlichen Glaubens. Es macht mir immer wieder viel Freude, gemeinsam etwas zu entwickeln und dann durchzuführen.

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Ich bin neben einer katholischen Kirche aufgewachsen, für mich war dieser Ort mit Eltern und Geschwistern ein zweites Zuhause.

Mittlerweile ist mir -  egal, wo ich unterwegs bin -  jede Kirche ein Zuhause. Hier wohnt Gott, hier finden Menschen Ruhe und Geborgenheit für Gebet und Gedanken, die Möglichkeit Kerzen zu entzünden in besonderen Anliegen.

An der katholischen Kirche gefällt mir insbesondere, dass wir viele Zeichen und Bilder haben, mit deren Hilfe wir den Glauben mit allen Sinnen vermitteln. Um nur einige zu nennen: Tauf- und Osterkerzen, Weihrauch, Katechumenenöl, Weihwasser, das Kreuzzeichen, der Friedensgruß und die Segensgeste!

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

Ein mutiges Vorangehen in den vielen Fragen, die uns gläubige Christen des 21. Jahrhunderts beschäftigen. Die Aufarbeitung von Missbrauch ist das eine, mutige Schritte in die Zukunft dürfen dabei nicht zu kurz kommen. Jesus hat es nicht beim Alten bewenden lassen: Wir brauchen seine Unvoreingenommenheit, sich den Fragen der Gegenwart für eine gelingende Zukunft zu stellen. Das war damals schon nicht bequem für die Schriftgelehrten, die Hohepriester und Gläubigen und ist es auch heute für uns alle nicht. Unser Glaube aber muss lebendig bleiben, wollen wir der Welt und in der Welt Zeugnis geben.

4. Wo sollte man im Idsteiner Land unbedingt gewesen sein?

Ich fahre sehr gerne mit dem mountainbike nach Waldems – Steinfischbach und mache dann Rast an der evangelischen Kirche. Es ist ein Ort der Ruhe. Weiter oberhalb von Steinfischbach dann hat man einen herrlichen Blick ins weite Tal. Schinderhannes wusste schon, warum er sich im Idsteiner Land wohlfühlteJ.

Mein Lieblingsziel mit dem bike aber ist Gnadenthal, es liegt knapp ausserhalb des Idsteiner Landes. Die kleine ökumenische Kommunität mit ihren Ländereien, ihrer Viehwirtschaft, der Buchhandlung und der sehenswerten kleinen Kapelle im „Ortskern“ ist für mich ein Ort, an dem ich tanken kann: Capuccino, Eis, Hildegardkekse, Sonne, Gastfreundschaft, Stille in der Natur und in der Kapelle, wo die aufgeschlagene Bibel stets zum Lesen und Innehalten einlädt

5. Was ist Ihr Lieblingszitat?

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es!

Frère Roger, Gründer von Taizé

 

6. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

Zeigt Euch! Warum man seinen Glauben nicht verstecken muss von Mauritius Wilde, Dr.theol.,Priester und Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach

und

Die Zeit der leeren Kirchen. Von der Krise zur Vertiefung des Glaubens von Tomás Halík, Prof. der Soziologie und Pfarrer der Akadem. Gemeinde Prag, , wurde 1978 heimlich zum Priester geweiht.

In seinem neuesten Buch veröffentlicht Halík seine Predigten mit Beginn des Lockdowns 2020 von Aschermittwoch bis Pfingstsonntag. „Was macht einen Christen zu einem Christen, wenn der traditionelle „kirchliche Betrieb“ plötzlich aufhört zu funktionieren?“, ist seine Ausgangsfrage im Vorwort. Halíks Leitmotiv: Das Geheimnis von Ostern entdecken: das Geheimnis von Tod und Auferstehung. „Etwas muss sterben (auch in der Kirche, in uns, in unserem Glauben), damit es zur Auferstehung kommen kann – und die Auferstehung ist nicht eine Rückkehr, sondern eine tiefgehende Verwandlung.“ Mithilfe vieler Hinweise wirbt Halík um die Kirche als Weggemeinschaft: wir sind auf dem Weg, die Theologie, der Glaube sind auf dem Weg und noch längst nicht am Ziel. Die leeren und geschlossenen Kirchen an Ostern 2020 sind für Halík prophetisches Warnzeichen: „So könnte es bald mit der Kirche enden, falls sie nicht eine tiefe Verwandlung, einen Tod und eine Auferstehung durchläuft, falls sie nicht den Mut haben wird, viele Dinge sterben zu lassen, damit das Neue, Erneuerte zum Leben auferstehen kann. Es begrifft viele Aspekte und Gestalten der Kirche und ihrer Theologie, ihres Begreifens und der Verkündigung des Glaubens.“

Seit August 2017 verstärkt Pastoralreferentin Tatjana Schneider das Team der Seelsorgetätigen in der Kirchengemeinde. Die Erstkommunionvorbereitung gehört genauso zu ihrem Arbeitsbereich wie die Betreuung des Kinderwortgottesdienstes „Kleiner und Großer Regenbogen“. Sie ist zudem eingebunden in den Beerdigungsdienst und weiteren Aufgabengebieten in der Pfarrei.

Portrait
© J. Witter

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

... nach der Geburt unserer Tochter Miriam kam der Gedanke, aus Wiesbaden in eine kleinere Stadt umzuziehen.  Im Dezember 2016 waren wir zum ersten Mal in Idstein und zeitgleich habe ich erfahren, dass es hier in der Pfarrei freie Stellen für pastorale Mitarbeiter gibt. So habe ich mich beworben und bis jetzt bin ich sehr glücklich mit dieser Entscheidung.

In der Erstkommunionvorbereitung lerne ich viele Familien kennen. Die Ehrlichkeit und Unbefangenheit der Kinder berührt mich sehr. Auf ihre Fragen rund um die Kirche gemeinsam nach Antworten zu suchen, spornt mich an, auch mein Wissen ständig zu erweitern und vieles selber zu hinterfragen. Es bereitet mir große Freude, die Kinder und ihre Familien auch in meiner freien Zeit ganz spontan in der Stadt oder auf dem Spielplatz zu treffen und sich einfach so über ganz alltägliche Dinge zu unterhalten und somit sie besser kennen zu lernen.

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Als ich mit 16 Jahren an einem heißen Sommertag zum ersten Mal eine katholische Kirche betreten habe, habe ich einfach Kühle gesucht. Die Kirche war leer, aber der ganze Raum, die Atmosphäre und die Stille haben mich beeindruckt und einfach sprachlos gemacht. Der Sakralraum an sich hat eine ganz besondere Bedeutung für mich. Ich glaube daran, dass in dieser Kirche Gott wohnt. Ich will ihn hier hören und erfahren.

Auch durch die vertraute Liturgie fühle ich mich in jeder katholischen Kirche geborgen und sicher. Sogar wenn ich im Ausland bin und die Sprache nicht spreche, fühle ich mich bei der Feier der Sakramente zu Hause.

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

Ich wünsche mir, dass hier jeder sein zu Hause finden kann.

4. Was ist Ihr Lieblingszitat?

Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen

Ps 37, 5

Ich möchte fähig sein Gott grenzenlos zu vertrauen. Mein Leben und alles, was so kommen mag, in seine Hände legen und wissen, dass er auch in stürmischen und hoffnungslosen Situationen mich still und unsichtbar führen wird. Manchmal auf Umwegen, anders als von mir geplant und später als erhofft, aber er wird es fügen.

5. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

Ich lese gerade ein Buch der belarussischen Autorin und Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch  „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“.  In belarussischer Sprache heißt es „Das Gebet von Tschernobyl“ und ist eigentlich treffender. Die Gläubigen und die Menschen, die kurz vor der Havarie noch Atheisten gewesen waren, haben nach Antworten gesucht, die ihnen die Naturwissenschaften und die kommunistische Ideologie nicht geben konnten. Gott hat wieder eine Stimme bekommen und die Kirchen füllten sich wieder, obwohl viele von ihnen immer noch geschlossen oder „zweckentfremdet“ waren.  Die Menschen von Tschernobyl und ihre Schicksale bekommen in diesem Buch auch eine Stimme und ein Gesicht.

Maria Friedrich ist seit 2003 Gemeindereferentin in der Kirchengemeinde und die Ansprechperson für die zwei Kindergärten St. Martin und St. Josef und der Kirchorte Maria Königin, Niedernhausen und St. Michael, Oberjosbach. Für diese Kirchorte leitet sie auch die Sternsingeraktion und sitzt als hauptamtliches Mitglied den Ortsausschüssen bei. Ihre weiteren Aufgabengebiete umfassen die Dienste in der Schule, die Einbindung in die Krankenkommunion und den Beerdingungsdienst, ebenso wie die Gestaltung von sogenannten Legegottesdiensten für Kindergarten, Schulkinder und deren Familien. Zudem ist sie gemeinsam mit Pastoralreferentin Cornelia Sauerborn-Meiwes für die Firmvorbereitung verantwortlich. Die Organisation für das Fest St. Martin in der Kita Oberjosbach, Niedernhausen und Idstein obliegt ihr, genauso wie die Betreuung der Bibliodrama Gruppe. Außerdem gestaltet sie jeden Dienstag in Maria Königin das Dienstagsgebet: Wir zünden eine Kerze an.

1. Sie arbeiten gerne in der Pfarrei St. Martin Idsteiner Land, weil…

… weil ich hier viele meiner Talente einsetzen darf.

... weil es hier Menschen gibt, die gerne mit mir im Glauben auf dem Weg sind und gerne Neues ausprobieren möchten.

... weil ich hier ein Team um mich herum habe, die wir alle sehr unterschiedlich sind und doch versuchen, für die Gemeinde das Beste zu erreichen.

2. Was finden Sie in der katholischen Kirche gut?

Mir gefällt in der katholischen Kirche, dass wir so viele schöne Symbole haben, die den Glauben so anschaulich und erlebbar machen. Dass in der katholischen Kirche viele verschiedene Richtungen, Meinungen vereint werden.

Das wir auf der ganzen Welt, egal ob wir die Sprache verstehen, uns in einem Gottesdienst gleich heimisch fühlen.

3. Was wünschen Sie sich für die katholische Kirche?

Ich wünsche mir für die katholische Kirche, dass unter den verschiedenen Richtungen, ob konservativ oder modern denkend, mehr Respekt und gegenseitige Wertschätzungen herrschen und so viele Menschen hier ihren Platz im Glauben finden können.

Ich wünsche mir, dass allen Menschen die Türen in unserer Kirche offen stehen. Ich denke besonders an die Geschiedenen und Wiederverheiraten, an die Menschen, die mit ihrer Lebensgeschichte sich eher von der katholischen Kirche ausgeschlossen fühlen.

Ich wünsche mir neue Formen von Gottesdiensten, in dem die anwesenden Menschen aktiv werden können. Ich wünsche mir, dass sich die Jugend hier wohlfühlt und sich vor allem ernst genommen fühlt.

4. Was haben Sie Positives im Hinblick auf die Pandemie erlebt?

Ich habe in dieser Zeit einen großen Zusammenhalt erfahren.

Vieles war auf einmal nicht mehr möglich und trotzdem haben wir nach neuen Möglichkeiten gesucht, den Menschen nahe zu sein. Ich finde es ganz toll, was in dieser Zeit geleistet wurde.

5. Wo sollte man im Idsteiner Land unbedingt gewesen sein?

In Reinborn den Meditationsweg zum Sonnengesang des heiligen Franziskus sollte man unbedingt mal gelaufen sein. Wenn man Gäste bekommt, sollte man auch unbedingt die Innenstadt von Idstein mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern anschauen und einen Besuch der Kerb von St. Michael lohnt sich immer.

6. Was ist Ihr Lieblingszitat?

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.

Frére Roger Taize

7. Welches Buch empfehlen Sie weiter?

Die Bibel! Ein Buch, das für uns Vieles bereithält, und doch erschließen sich uns die Schrifttexte nicht immer so, wie wenn wir ein normales Buch lesen. Das Eintauchen in die Texte und zu entdecken, was diese Textstelle mit meinem Leben zu tun hat, begeistert mich immer wieder neu.

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